Darnamur
nicht nach 24 Uhr füttern
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- 24. Apr. 2011
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Ja es ist ein prolog, aber fürchtet euch nicht.
Hallo,
ich will euch gerne den Prolog meiner aktuellen Geschichte (die ich dieses mal hoffentlich fertig bringe) zeigen, damit ich meine schriftstellerischen Fertigkeiten auch verbessern kann. Ich bin für harte Kritik aufgeschlossen und hoffe, dass ihr mir sagen könnt wo meine Schwachpunkte liegen.
Achja, noch was zum Titel. Der folgende Abschnitt ist zwar als Prolog gedacht, ist aber in sich eine Kurzgeschichte, ihr braucht euch folglich nicht fürchten. Damit aber niemand mit Text erschlagen wird, poste ich erstmal den ersten Abschnitt.
Guruk
I
In den frühesten Tagen der Sonnenwelt, lebte unter der Meeresoberfläche eine Kreatur, die Guruk genannt wurde. Guruk war durch und durch ein Geschöpf der Tiefe. Nichts liebte er so sehr, wie das Meer zu durchqueren, und seine Geheimnisse zu ergründen.
In seinem Forschungsdrang erkundete er die finstersten Abgründe und Untiefen, besichtigte bei seinen Reisen exotische Korallenriffe und begegnete fürchterlichen Bestien mit zahnbewehrten Mäulern und peitschenden Tentakeln.
Guruks Volk, die Damarin beobachteten ihren Verwandten mit Argwohn, war ihnen doch jener Wissensdurst fremd, von dem ihr Bruder gepackt worden war. Die Damarin nämlich waren, wegen ihrer Unsterblichkeit, kaum noch an rationalen Dingen interessiert. Fürwahr, sie übten sich in der Philosophie, machten sich Gedanken über grundlegende theologische Fragen und rätselten über den Kosmos, aber die Welt außerhalb ihrer Gemeinschaft bot zahlreiche Gefahren, und sie verstanden nicht, weshalb Guruk sich diesen freiwillig auslieferte. In Daminan, der Stadt der Fische herrschte stets Ruhe und Frieden.
Doch obwohl Guruk sich artfremd verhielt, tadelten ihn seine Geschwister nicht, denn solange die Forschungen ihres Bruders keine Gefahr für das Meeresvolk selbst darstellten, duldeten sie seine außergewöhnlichen Launen.
Einzig Fucal, einer von Guruks engsten Freunden, wandte sich schließlich an ihn, weil er sich in letzter Zeit selten bei den Damarin aufhielt und immer isolierter und verschlossener gegenüber seinem Volk wurde. Es kam vor das er für Jahre spurlos verschwand, ohne ein Wort zu sagen.
Fucal suchte seinen Freund nachts auf, als das Licht über dem Wasser bereits erloschen war und Daminan, die Stadt der Fische nur noch vom Schein der Mondquallen und Feuerkorallen erhellt wurde. Nachtbesuche waren nicht weiter außergewöhnlich, denn die Damarin benötigten Schlaf ebenso wenig wie Nahrung.
Der Eingang zu Guruks Haus führte durch einen großen Torbogen aus hellblauem Stein, der keinerlei Flügel besaß. Kein Damarin benutzte Türen. Denn Diebstahl, Mord und ähnliche Gräueltaten waren zwar bekannt, doch das Meeresvolk lebte so im Überfluss, dass sie nie auf den Gedanken kamen einem der Ihren zu schaden.
Auf dem Torbogen zu Guruks Haus waren rotglühende Schriftzeichen eingelassen, wie es bei fast jeder Damarin-Wohnung der Fall war. Die Bewohner von Daminan mochten es, ihre Hauseingänge mit berühmten Sprüchen und Zitaten zu verzieren. «Immerhin.», überlegte Fucal. «Guruk hat sich noch nicht völlig von uns entfremdet. Ich werde ihn wieder zur Vernunft bringen.»
Fucal durchschritt das Portal und folgte dem, aus violett glühenden Kieseln angelegten Pfad, der in den Steinbau mündete, der aus demselben Marmor angefertigt war, wie der Torbogen. Vor dem Gebäude blieb er stehen und sandte seine Gedanken ins Innere. Dies war die einzige Kommunikationsmöglichkeit, die man unter Wasser nutzen konnte: «Guruk? Bist du da?». Tatsächlich erscholl kurz darauf die ruhige Stimme seines Freundes in seinem Kopf: «Komm herein. Ich bin gleich da.»
Fucal betrat den ersten Raum und sah sich erstaunt die spektakuläre Inneneinrichtung an Die meisten Damarin-Zimmer waren sehr karg ausgestattet. Guruks Inneneinrichtung hingegen war eine einzige Kuriosität.
An den Wänden leuchteten orangefarbene Korallengewächse, die sich auch über die Decke weiter ausbreiteten, sodass es ihm fast schien, als hinge ein glühendes Netz über ihm.
Zu Fucals Rechten war ein steinernes Regal angebracht. Dort lagerten exotische Schneckenhäuser und Muschelschalen, in allen Formen und Farben. Interessiert musterte Fucal ein schwarzgraues Exemplar auf dessen Rücken ein glitzerndes, blaues Spinnenmuster prangte, die aber nach kurzer Untersuchung ansonsten keine besonderen Fertigkeiten zu besitzen schien. Er legte sie zurück ins Regal und seine Aufmerksamkeit wurde auf ein übergroßes, gedrehtes Schneckenhaus mit grauer Außenschale gelenkt, das in einer Ecke des Raumes lag. Interessiert näherte sich Fucal, gespannt, welches Geheimnis sich in dieser dunklen Höhle wohl verbergen mochte.
Doch als er seine linke Hand auf das glitzernde Gehäuse legte, begann eine nackte schwarze Kreatur mit gewaltigen azurblauen Augen daraus hervorzukriechen, die entfernt an einen Tintenfisch erinnerte. Erschrocken taumelte Fucal zurück, als das Tier einen Schwall rötlicher Flüssigkeit ausspie, der sich im Raum zu verbreiten begann. Er versuchte ihr auszuweichen, da er sich nicht über die Wirkung im Klaren war. Schnell flüchtete er sich in den nächsten Raum.
War das erste Zimmer bereits obskur, so war dies ein wahrer Dschungel. Unkontrolliert wucherten pulsierende Korallengewächse an den Wänden, buntes Krebsgetier wimmelte über den Boden, eine kleine Gruppe dunkelrot schillernder Fische mit je vier Augen durchquerte den Raum und eine bleiche Knochenspinne vollführte in der Luft einen wilden Tanz.
In diesem Augenblick ertönte hinter Fucal Guruks Stimme, der gerade die Wendeltreppe herabkam.
«Leycha, Fucal! Du scheinst den guten Alophus so sehr erschreckt hat. Es wurde höchste Zeit, dass du einmal meine neuen Räumlichkeiten zu Gesicht bekommst. Na, was sagst du?»
«Leycha Guruk! Obwohl ich bislang nichts von deinen Reiseerzählungen gehalten habe, muss ich zugeben, dass dein Haus mich fasziniert und mich zu neuen Dichtungen inspiriert hat. Langsam glaube ich dich besser verstehen zu können!»
Das entsprach der Wahrheit - Fucal war von der Exotik wirklich beeindruckt worden. Nun begann er auch zu verstehen, warum sein Freund so gerne Reisen unternahm, anstatt sich, wie die übrigen Damarin, in der Philosophie und den Künsten zu üben.
Dennoch änderte dies nichts an der Tatsache, dass sich Guruk immer weiter von den Anderen abgrenzte.
«Guruk!», sprach er. «Wir müssen Ernstes bereden. Du bist jetzt wie lange weg gewesen? Vier Jahre oder fünf?» Guruk seufzte und winkte ab. «Das ist keine lange Zeit für einen Unsterblichen!» «Aber es ist zu viel Zeit außerhalb von Daminan!», antwortete Fucal kalt. «Viele Damarin reden bereits schlecht über dich- als seist du bereits kein Bestandteil unseres Volkes mehr. Merkst du denn nicht, wie du dich immer mehr von deinen Brüdern und Schwestern abwendest? Bei jedem neuem Ausflug dauert es länger bist du wieder auftauchst. Ich flehe dich an, lass es nicht zum Äußersten kommen. Bleibe hier, zumindest ein paar Jahre, bis Alles wieder ins rechte Lot gebracht worden ist!»
Guruk sah ihn mit weltfremdem Gesichtsausdruck an, seine Augen schienen ins Leere zu blicken. Dann fasste er sich wieder: «Vielleicht hast du Recht, mein Freund. Für die nächsten beiden Jahre werde ich in Daminan bleiben, aber aufgeben, werde ich die Forschung nie!»
II
Guruk hielt sein Wort und blieb in der Stadt der Fische. Mit der Zeit kamen immer mehr der jungen Damarin zu ihrem Bruder und sie Alle waren äußerst fasziniert von seinem Haus, in den es von bizarren Lebewesen nur so wimmelte. Besonders von Alophus, dem Belothar, waren sie schwer beeindruckt. Ein paar der Besucher, unter ihnen auch Fucal, Guruks engster Vertrauter erklärten sich bereit, ihn auf seiner nächsten Reise zu begleiten.
Während viele Damarin ihren Verwandten langsam zu verstehen begannen, betrachtete Einer unter ihnen, ihren Bruder mit zunehmender Verzweiflung. Dieser Eine war Onaris, einer der königlichen Berater. Onaris nämlich fürchtete, dass jene Damarin, die Guruk folgten, irgendwann genauso verblendet werden würden, wie ihr Bruder. Sahen sie denn nicht das Unheil, das ihnen drohte?
Außerhalb von Daminan lauerten unzählige fürchterliche Monstren und Ungeheuer, die weitaus weniger harmlos waren, als die Haustiere Guruks. Die Damarin waren so sehr von der Außergewöhnlichkeit und Einzigartigkeit der Flora und Fauna im Haus ihres Verwandten betört, dass sie nicht mehr daran dachten, dass es auch düstere Kreaturen in den Weiten des Meeres gab, welche die Unsterblichkeit eines jeden von ihnen schlagartig beenden konnten.
Onaris durfte nicht zulassen, dass die jungen Angehörigen seines Volkes ihr Leben für Hirngespinste hingaben. Und deshalb musste ein Exempel an Guruk statuiert werden, so Leid es ihm um den forschungsfreudigen Damarin auch tat. Doch natürlich konnte er selbst nur wenig ausrichten. Er musste den König aufsuchen und ihn überzeugen. Also machte sich Onaris auf zum Palast der Korallen. Auf dem Weg legte er sich bereits die richtigen Worte zu Recht.
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Diesesmal nur ein kurzer Abschnitt, werde in den nächsten Tagen auch die verbesserte Version einstellen. Diesesmal erfahrt ihr auch über das Aussehen der Damarin
Der Palast der Korallen war ein wuchtiges Bauwerk, errichtet aus schwarzem Tiefenfels. Drei Türme entsprossen dem Gestein, die sich zur Spitze verjüngend gen Himmel wandten. Skir, der Turm der Weisheit bildete den Sitz der großen Bibliothek, Nin, der Turm der Schlangen, war die Behausung der Priester von Daminan und Gol, der hohe Turm war allein dem Regenten, seiner Familie und seinen Dienern zugedacht. Dieser war Onaris Ziel.
Der ganze Palast war fast vollständig mit Feuerkorallen umgeben, innen wie außen, die ihm mir ihrem schummrigen roten Licht, den Weg durch die Finsternis der Gänge wiesen. Für die im Palast arbeitenden Damarin, war er ein fast täglicher Besucher, sodass er ohne Unterbrechung zum König durchgelassen wurde, der gerade in seinen Räumlichkeiten meditierte.
König Sargulus, der Sechste war ein hellblütiger, großgewachsener Mann. Seine Haut schimmerte in dunklem Türkis und die Schuppen waren so klein, dass sie kaum noch als solche identifiziert werden konnten. Wie die meisten Damarin besaß Sargulus weder Haupt- noch Barthaar, Körpermerkmale, die von Vielen immer noch für eine barbarische Tradition gehalten wurde. Onaris bildete hierbei mit seiner langen, wallenden Mähne eine Ausnahme. Die Kleidung des Königs, aus Seetang und rotem Krabbenpanzer wirkte prächtig und herrschaftlich, wie es einem Mann seines Blutes gebührte.
«Leycha, eure Hoheit!», sprach Onaris ihn direkt an und verbeugte sich vor seinem Herrscher. König Sargulus erhob sich von seinem, aus Tiefenfels geschlagenen Thron. «Was gibt es Onaris?», fragte er, während er seinen Berater aus stechenden, schwarzen Augen anstarrte und sich die silberne siebenzackige Krone zu Recht rückte.
«Es geht um Guruk, ich denke ihr wisst von wem ich spreche. Es kann so nicht weitergehen!» Sargulus‘ Augen wurden zu Schlitzen und seine Stirn legte sich in Falten. «Erläutert das!» «Nun.», Onaris machte eine Pause. «Ihr wisst sicherlich schon, dass in letzter Zeit eine große Ansammlung an Damarin sich regelmäßig bei Guruks Haus trifft und sich bereits viele bereit erklärt haben ihn auf seiner nächsten Reise zu begleiten.» «Und?», erwiderte Sargulus. «Was bitte schön soll daran so schlimm sein, als das es meine Aufmerksamkeit erfordert?» «Begreift ihr denn nicht?», sprach Onaris mit ernster Stimme. «Diese Männer und Frauen wissen nicht, was in der Welt dort draußen auf sie wartet. Sie merken gar nicht, welchem Irrtum sie erliegen. Dort draußen können sie innerhalb weniger Augenblicke verschlungen werden. Sie können sterben!» «Das reicht!», sagte Sargulus mit einer Stimme, kalt wie Eisen. «Ich werde mir keine Hetzpredigten anhören. Ich erinnere mich, an die Zeit als wir jenseits des Meeres lebten. Nie wieder will ich etwas Derartiges erleben. Ihr wart mit dabei, ihr solltet wissen, wovon ich spreche. Diese Damarin sind alt genug, um zu wissen was sie tun! Es sind keine Kinder mehr!» Onaris war entsetzt. Merkte denn selbst der König nicht, was hier geschah? «Versteht doch…», versuchte er es erneut, doch wurde von Sargulus unterbrochen: «Nein Onaris, ich verstehe nicht. Ich werde mir dies nicht länger anhören. Euer Rat war mir immer eine gute Stütze gewesen, doch ich dulde keine Zwietracht innerhalb meines Volkes! Ich denke es ist besser, wenn ihr jetzt geht!» Onaris verbeugte sich: «Sehr wohl, eure Hoheit!». Dann verließ er schnellen Schrittes den Raum. Ihr werdet schon sehen, wie euch allen geschehen wird. Dann werdet ihr jammern, warum ihr euch das angetan habt. Aber macht ruhig. Meine Meinung scheint ja niemand hören zu wollen!, dachte er, während er den Palast der Korallen hinter sich zurückließ.
Hallo,
ich will euch gerne den Prolog meiner aktuellen Geschichte (die ich dieses mal hoffentlich fertig bringe) zeigen, damit ich meine schriftstellerischen Fertigkeiten auch verbessern kann. Ich bin für harte Kritik aufgeschlossen und hoffe, dass ihr mir sagen könnt wo meine Schwachpunkte liegen.
Achja, noch was zum Titel. Der folgende Abschnitt ist zwar als Prolog gedacht, ist aber in sich eine Kurzgeschichte, ihr braucht euch folglich nicht fürchten. Damit aber niemand mit Text erschlagen wird, poste ich erstmal den ersten Abschnitt.
Guruk (Version2)
I
I
Guruk
I
In den frühesten Tagen der Sonnenwelt, lebte unter der Meeresoberfläche eine Kreatur, die Guruk genannt wurde. Guruk war durch und durch ein Geschöpf der Tiefe. Nichts liebte er so sehr, wie das Meer zu durchqueren, und seine Geheimnisse zu ergründen.
In seinem Forschungsdrang erkundete er die finstersten Abgründe und Untiefen, besichtigte bei seinen Reisen exotische Korallenriffe und begegnete fürchterlichen Bestien mit zahnbewehrten Mäulern und peitschenden Tentakeln.
Guruks Volk, die Damarin beobachteten ihren Verwandten mit Argwohn, war ihnen doch jener Wissensdurst fremd, von dem ihr Bruder gepackt worden war. Die Damarin nämlich waren, wegen ihrer Unsterblichkeit, kaum noch an rationalen Dingen interessiert. Fürwahr, sie übten sich in der Philosophie, machten sich Gedanken über grundlegende theologische Fragen und rätselten über den Kosmos, aber die Welt außerhalb ihrer Gemeinschaft bot zahlreiche Gefahren, und sie verstanden nicht, weshalb Guruk sich diesen freiwillig auslieferte. In Daminan, der Stadt der Fische herrschte stets Ruhe und Frieden.
Doch obwohl Guruk sich artfremd verhielt, tadelten ihn seine Geschwister nicht, denn solange die Forschungen ihres Bruders keine Gefahr für das Meeresvolk selbst darstellten, duldeten sie seine außergewöhnlichen Launen.
Einzig Fucal, einer von Guruks engsten Freunden, wandte sich schließlich an ihn, weil er sich in letzter Zeit selten bei den Damarin aufhielt und immer isolierter und verschlossener gegenüber seinem Volk wurde. Es kam vor das er für Jahre spurlos verschwand, ohne ein Wort zu sagen.
Fucal suchte seinen Freund nachts auf, als das Licht über dem Wasser bereits erloschen war und Daminan, die Stadt der Fische nur noch vom Schein der Mondquallen und Feuerkorallen erhellt wurde. Nachtbesuche waren nicht weiter außergewöhnlich, denn die Damarin benötigten Schlaf ebenso wenig wie Nahrung.
Der Eingang zu Guruks Haus führte durch einen großen Torbogen aus hellblauem Stein, der keinerlei Flügel besaß. Kein Damarin benutzte Türen. Denn Diebstahl, Mord und ähnliche Gräueltaten waren zwar bekannt, doch das Meeresvolk lebte so im Überfluss, dass sie nie auf den Gedanken kamen einem der Ihren zu schaden.
Auf dem Torbogen zu Guruks Haus waren rotglühende Schriftzeichen eingelassen, wie es bei fast jeder Damarin-Wohnung der Fall war. Die Bewohner von Daminan mochten es, ihre Hauseingänge mit berühmten Sprüchen und Zitaten zu verzieren. «Immerhin.», überlegte Fucal. «Guruk hat sich noch nicht völlig von uns entfremdet. Ich werde ihn wieder zur Vernunft bringen.»
Fucal durchschritt das Portal und folgte dem, aus violett glühenden Kieseln angelegten Pfad, der in den Steinbau mündete, der aus demselben Marmor angefertigt war, wie der Torbogen. Vor dem Gebäude blieb er stehen und sandte seine Gedanken ins Innere. Dies war die einzige Kommunikationsmöglichkeit, die man unter Wasser nutzen konnte: «Guruk? Bist du da?». Tatsächlich erscholl kurz darauf die ruhige Stimme seines Freundes in seinem Kopf: «Komm herein. Ich bin gleich da.»
Fucal betrat den ersten Raum und sah sich erstaunt die spektakuläre Inneneinrichtung an Die meisten Damarin-Zimmer waren sehr karg ausgestattet. Guruks Inneneinrichtung hingegen war eine einzige Kuriosität.
An den Wänden leuchteten orangefarbene Korallengewächse, die sich auch über die Decke weiter ausbreiteten, sodass es ihm fast schien, als hinge ein glühendes Netz über ihm.
Zu Fucals Rechten war ein steinernes Regal angebracht. Dort lagerten exotische Schneckenhäuser und Muschelschalen, in allen Formen und Farben. Interessiert musterte Fucal ein schwarzgraues Exemplar auf dessen Rücken ein glitzerndes, blaues Spinnenmuster prangte, die aber nach kurzer Untersuchung ansonsten keine besonderen Fertigkeiten zu besitzen schien. Er legte sie zurück ins Regal und seine Aufmerksamkeit wurde auf ein übergroßes, gedrehtes Schneckenhaus mit grauer Außenschale gelenkt, das in einer Ecke des Raumes lag. Interessiert näherte sich Fucal, gespannt, welches Geheimnis sich in dieser dunklen Höhle wohl verbergen mochte.
Doch als er seine linke Hand auf das glitzernde Gehäuse legte, begann eine nackte schwarze Kreatur mit gewaltigen azurblauen Augen daraus hervorzukriechen, die entfernt an einen Tintenfisch erinnerte. Erschrocken taumelte Fucal zurück, als das Tier einen Schwall rötlicher Flüssigkeit ausspie, der sich im Raum zu verbreiten begann. Er versuchte ihr auszuweichen, da er sich nicht über die Wirkung im Klaren war. Schnell flüchtete er sich in den nächsten Raum.
War das erste Zimmer bereits obskur, so war dies ein wahrer Dschungel. Unkontrolliert wucherten pulsierende Korallengewächse an den Wänden, buntes Krebsgetier wimmelte über den Boden, eine kleine Gruppe dunkelrot schillernder Fische mit je vier Augen durchquerte den Raum und eine bleiche Knochenspinne vollführte in der Luft einen wilden Tanz.
In diesem Augenblick ertönte hinter Fucal Guruks Stimme, der gerade die Wendeltreppe herabkam.
«Leycha, Fucal! Du scheinst den guten Alophus so sehr erschreckt hat. Es wurde höchste Zeit, dass du einmal meine neuen Räumlichkeiten zu Gesicht bekommst. Na, was sagst du?»
«Leycha Guruk! Obwohl ich bislang nichts von deinen Reiseerzählungen gehalten habe, muss ich zugeben, dass dein Haus mich fasziniert und mich zu neuen Dichtungen inspiriert hat. Langsam glaube ich dich besser verstehen zu können!»
Das entsprach der Wahrheit - Fucal war von der Exotik wirklich beeindruckt worden. Nun begann er auch zu verstehen, warum sein Freund so gerne Reisen unternahm, anstatt sich, wie die übrigen Damarin, in der Philosophie und den Künsten zu üben.
Dennoch änderte dies nichts an der Tatsache, dass sich Guruk immer weiter von den Anderen abgrenzte.
«Guruk!», sprach er. «Wir müssen Ernstes bereden. Du bist jetzt wie lange weg gewesen? Vier Jahre oder fünf?» Guruk seufzte und winkte ab. «Das ist keine lange Zeit für einen Unsterblichen!» «Aber es ist zu viel Zeit außerhalb von Daminan!», antwortete Fucal kalt. «Viele Damarin reden bereits schlecht über dich- als seist du bereits kein Bestandteil unseres Volkes mehr. Merkst du denn nicht, wie du dich immer mehr von deinen Brüdern und Schwestern abwendest? Bei jedem neuem Ausflug dauert es länger bist du wieder auftauchst. Ich flehe dich an, lass es nicht zum Äußersten kommen. Bleibe hier, zumindest ein paar Jahre, bis Alles wieder ins rechte Lot gebracht worden ist!»
Guruk sah ihn mit weltfremdem Gesichtsausdruck an, seine Augen schienen ins Leere zu blicken. Dann fasste er sich wieder: «Vielleicht hast du Recht, mein Freund. Für die nächsten beiden Jahre werde ich in Daminan bleiben, aber aufgeben, werde ich die Forschung nie!»
II
Guruk hielt sein Wort und blieb in der Stadt der Fische. Mit der Zeit kamen immer mehr der jungen Damarin zu ihrem Bruder und sie Alle waren äußerst fasziniert von seinem Haus, in den es von bizarren Lebewesen nur so wimmelte. Besonders von Alophus, dem Belothar, waren sie schwer beeindruckt. Ein paar der Besucher, unter ihnen auch Fucal, Guruks engster Vertrauter erklärten sich bereit, ihn auf seiner nächsten Reise zu begleiten.
Während viele Damarin ihren Verwandten langsam zu verstehen begannen, betrachtete Einer unter ihnen, ihren Bruder mit zunehmender Verzweiflung. Dieser Eine war Onaris, einer der königlichen Berater. Onaris nämlich fürchtete, dass jene Damarin, die Guruk folgten, irgendwann genauso verblendet werden würden, wie ihr Bruder. Sahen sie denn nicht das Unheil, das ihnen drohte?
Außerhalb von Daminan lauerten unzählige fürchterliche Monstren und Ungeheuer, die weitaus weniger harmlos waren, als die Haustiere Guruks. Die Damarin waren so sehr von der Außergewöhnlichkeit und Einzigartigkeit der Flora und Fauna im Haus ihres Verwandten betört, dass sie nicht mehr daran dachten, dass es auch düstere Kreaturen in den Weiten des Meeres gab, welche die Unsterblichkeit eines jeden von ihnen schlagartig beenden konnten.
Onaris durfte nicht zulassen, dass die jungen Angehörigen seines Volkes ihr Leben für Hirngespinste hingaben. Und deshalb musste ein Exempel an Guruk statuiert werden, so Leid es ihm um den forschungsfreudigen Damarin auch tat. Doch natürlich konnte er selbst nur wenig ausrichten. Er musste den König aufsuchen und ihn überzeugen. Also machte sich Onaris auf zum Palast der Korallen. Auf dem Weg legte er sich bereits die richtigen Worte zu Recht.
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Diesesmal nur ein kurzer Abschnitt, werde in den nächsten Tagen auch die verbesserte Version einstellen. Diesesmal erfahrt ihr auch über das Aussehen der Damarin
Der Palast der Korallen war ein wuchtiges Bauwerk, errichtet aus schwarzem Tiefenfels. Drei Türme entsprossen dem Gestein, die sich zur Spitze verjüngend gen Himmel wandten. Skir, der Turm der Weisheit bildete den Sitz der großen Bibliothek, Nin, der Turm der Schlangen, war die Behausung der Priester von Daminan und Gol, der hohe Turm war allein dem Regenten, seiner Familie und seinen Dienern zugedacht. Dieser war Onaris Ziel.
Der ganze Palast war fast vollständig mit Feuerkorallen umgeben, innen wie außen, die ihm mir ihrem schummrigen roten Licht, den Weg durch die Finsternis der Gänge wiesen. Für die im Palast arbeitenden Damarin, war er ein fast täglicher Besucher, sodass er ohne Unterbrechung zum König durchgelassen wurde, der gerade in seinen Räumlichkeiten meditierte.
König Sargulus, der Sechste war ein hellblütiger, großgewachsener Mann. Seine Haut schimmerte in dunklem Türkis und die Schuppen waren so klein, dass sie kaum noch als solche identifiziert werden konnten. Wie die meisten Damarin besaß Sargulus weder Haupt- noch Barthaar, Körpermerkmale, die von Vielen immer noch für eine barbarische Tradition gehalten wurde. Onaris bildete hierbei mit seiner langen, wallenden Mähne eine Ausnahme. Die Kleidung des Königs, aus Seetang und rotem Krabbenpanzer wirkte prächtig und herrschaftlich, wie es einem Mann seines Blutes gebührte.
«Leycha, eure Hoheit!», sprach Onaris ihn direkt an und verbeugte sich vor seinem Herrscher. König Sargulus erhob sich von seinem, aus Tiefenfels geschlagenen Thron. «Was gibt es Onaris?», fragte er, während er seinen Berater aus stechenden, schwarzen Augen anstarrte und sich die silberne siebenzackige Krone zu Recht rückte.
«Es geht um Guruk, ich denke ihr wisst von wem ich spreche. Es kann so nicht weitergehen!» Sargulus‘ Augen wurden zu Schlitzen und seine Stirn legte sich in Falten. «Erläutert das!» «Nun.», Onaris machte eine Pause. «Ihr wisst sicherlich schon, dass in letzter Zeit eine große Ansammlung an Damarin sich regelmäßig bei Guruks Haus trifft und sich bereits viele bereit erklärt haben ihn auf seiner nächsten Reise zu begleiten.» «Und?», erwiderte Sargulus. «Was bitte schön soll daran so schlimm sein, als das es meine Aufmerksamkeit erfordert?» «Begreift ihr denn nicht?», sprach Onaris mit ernster Stimme. «Diese Männer und Frauen wissen nicht, was in der Welt dort draußen auf sie wartet. Sie merken gar nicht, welchem Irrtum sie erliegen. Dort draußen können sie innerhalb weniger Augenblicke verschlungen werden. Sie können sterben!» «Das reicht!», sagte Sargulus mit einer Stimme, kalt wie Eisen. «Ich werde mir keine Hetzpredigten anhören. Ich erinnere mich, an die Zeit als wir jenseits des Meeres lebten. Nie wieder will ich etwas Derartiges erleben. Ihr wart mit dabei, ihr solltet wissen, wovon ich spreche. Diese Damarin sind alt genug, um zu wissen was sie tun! Es sind keine Kinder mehr!» Onaris war entsetzt. Merkte denn selbst der König nicht, was hier geschah? «Versteht doch…», versuchte er es erneut, doch wurde von Sargulus unterbrochen: «Nein Onaris, ich verstehe nicht. Ich werde mir dies nicht länger anhören. Euer Rat war mir immer eine gute Stütze gewesen, doch ich dulde keine Zwietracht innerhalb meines Volkes! Ich denke es ist besser, wenn ihr jetzt geht!» Onaris verbeugte sich: «Sehr wohl, eure Hoheit!». Dann verließ er schnellen Schrittes den Raum. Ihr werdet schon sehen, wie euch allen geschehen wird. Dann werdet ihr jammern, warum ihr euch das angetan habt. Aber macht ruhig. Meine Meinung scheint ja niemand hören zu wollen!, dachte er, während er den Palast der Korallen hinter sich zurückließ.
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