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Zu dem Punkt "Prota, stirb!" ... auch seeeehr interessant. Ab wann kann/ muss eine Figur sterben, um das ganze Ding nicht in eine rosarote Heilewelt-Wolke mit Watteplüsch abdriften zu lassen ... ab welchem Punkt dreht sich - durch den Tod einer wesentlichen Handlungsfigur - die Geschichte selber knirschend den Hals um?
Wie entsetzlich schön war der Tod von Gandalf (erinnert ihr Euch, wie es beim ersten Lesen dieser Stelle Euch erging ... die Erinnerung jagt mir immer noch eine Gänsehaut über den Rücken ...), zum Beispiel ... nicht nur im Bereich Jugendroman, finde ich, muss mit diesem Element sehr behutsam umgegangen werden ... gefühlvoll eingesetzt ist es allerdings der HAMMER!
Den einzigen Prota selber sterben zu lassen, geht meiner Meinung nach erst zum Schluss der Geschichte. Oder ganz am Anfang, und dann die Geschichte als Rückblick zu erzählen, wie z.B. in "Lawrence von Arabien". Wenn der Prote, immerhin der plottragende Charakter, nach der Hälfte der Geschichte stirbt, dann muss der Autor ja praktisch an dem Punlkt anfangen, die Geschichte eines/einer Anderen zu erzählen. Das geht theoretisch auch, ist aber ein sehr eigenwilliger Stil.
Stellt Euch for, nicht der wichtige Nebencharakter Gandalf (und immerhin taucht der ja sogar wieder auf) wäre gestorben, sondern Frodo. Oder nicht Dumbledore oner Obi-Wan Kenobi wären gestorben, sondern Harry Potter, bzw. Luke Skywalker. Das wäre irgendwie nicht gegangen, denn die Geschichte, in der das geschehen wäre, wäre danach natürlich nicht mehr ihre Geschichte gewesen.
Einen wichtigen Nebencharakter umzubringen, kann dagegen eine Geschichte sehr fördern. Der Prota bekommt ein starkes Rachemotiv, er ist eventuell ohne seinen Mentor/besten Freund/Bruder, Vater o.ä. gezwungen, seine eigenen Fähigkeiten stärker zu entwickeln oder dieses Ereignis setzt die Geschichte überhaupt erst in Gang, bzw. ermöglicht erst das geplante Ende.
