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Ein wildes Pseudonaut erscheint …

Pseudonaut

New member
Registriert
27. Juni 2026
Beiträge
12
Ort
Wuppertal
Hallo zusammen,

ich bin Pseudonaut, 37, aus Wuppertal, und ich schreibe seit einigen Jahren an düsteren, fantastischen Geschichten herum — meistens irgendwo zwischen Dark Fantasy, seltsamen Akademien, alten Geheimnissen, kaputten Figuren und Welten, in denen man besser zweimal hinsieht, bevor man eine Tür öffnet.

Zum Schreiben gekommen bin ich nicht über einen geraden Weg, sondern eher über viele kleine Pfade: Fantasy-Romane, Anime, Manga, Light Novels, Webnovels, RoyalRoad, Wuxiaworld, Gravity Tales und all diese kapitelweise wachsenden Geschichten, bei denen man irgendwann merkt, dass man nicht nur ein Buch liest, sondern eine laufende Welt begleitet.

Ich mag Geschichten mit Atmosphäre, Figuren mit Rissen, höfische Intrigen, düstere Magie, seltsame Regeln und Humor, der gelegentlich aus dem Keller winkt.

Aktuell beschäftige ich mich viel mit deutschsprachigen Webromanen und serieller Fantasy — also Geschichten, die online Kapitel für Kapitel wachsen. Mich interessiert besonders, wie sich solche Erzählformen im deutschsprachigen Raum entwickeln könnten.

Ansonsten lese und schreibe ich gern, denke vermutlich zu viel über Begriffe wie „Webroman“ nach und freue mich auf Austausch mit Leuten, die Fantasy nicht nur konsumieren, sondern auch darüber nachdenken, warum sie eigentlich wirkt.

Viele Grüße
Pseudonaut
 
Auch von mir ein herzliches Willkommen aus Faerûn!

düsteren, fantastischen Geschichten herum — meistens irgendwo zwischen Dark Fantasy, seltsamen Akademien, alten Geheimnissen, kaputten Figuren und Welten, in denen man besser zweimal hinsieht, bevor man eine Tür öffnet.
Das klingt sehr interessant. Düsternis und Verfall als Katharsis funktioniert prima, wenn einem die richtigen Texte, Medien etc. unterkommen.

Ich mag Geschichten mit Atmosphäre, Figuren mit Rissen, höfische Intrigen, düstere Magie, seltsame Regeln und Humor, der gelegentlich aus dem Keller winkt.
Hast Du ein paar Beispiele parat?
 
Auch von mir ein herzliches Willkommen aus Faerûn!


Das klingt sehr interessant. Düsternis und Verfall als Katharsis funktioniert prima, wenn einem die richtigen Texte, Medien etc. unterkommen.


Hast Du ein paar Beispiele parat?
Danke dir!

Bei Büchern wären für mich Robin Hobb und Patrick Rothfuss zwei naheliegende Beispiele — weniger, weil sie unbedingt „düster“ im oberflächlichen Sinn sind, sondern weil sie Figuren mit Brüchen, Schuld, Sehnsucht und innerer Verwundbarkeit sehr ernst nehmen.

Ansonsten mag ich auch Geschichten, in denen das Fantastische nicht nur Kulisse ist, sondern fast wie ein seelischer Zustand wirkt: seltsame Akademien, alte Regeln, Rituale, Verträge, vererbte Schuld, Häuser oder Orte mit Gedächtnis. Also eher Fantasy, bei der man das Gefühl hat, dass unter der Oberfläche noch etwas Älteres atmet.

Bei Webnovels/Light-Novels haben mich früher auch viele kapitelweise erzählte Geschichten geprägt, etwa über RoyalRoad, Wuxiaworld oder Gravity Tales. Da fand ich spannend, wie sich Welten über lange Zeit entfalten können — manchmal rauer und weniger glatt als klassische Romane, aber dafür mit sehr viel Sog.

Humor mag ich dabei gern trocken oder leicht makaber. Nicht als Klamauk, sondern eher als kleines Licht in sehr dunklen Räumen.
 
Bei Büchern wären für mich Robin Hobb und Patrick Rothfuss zwei naheliegende Beispiele — weniger, weil sie unbedingt „düster“ im oberflächlichen Sinn sind, sondern weil sie Figuren mit Brüchen, Schuld, Sehnsucht und innerer Verwundbarkeit sehr ernst nehmen.
Mit Rothfuss bin ich erst relativ spät in Berührung gekommen, aber ich mag seine Sprache. Er schreibt noch so, wie man es von einem Autor erwartet, der Schreiben als Kunst versteht. Auch vermeidet er weitgehend Stereotype, sondern setzt eher auf - wie Du schon geschrieben hast - vielschichtige Charaktere.
Keiner von uns ist nur dies oder das. Warum also wollen immer so viele simpel gestrickte Figuren präsentiert bekommen? Egal, ob im Roman oder im Kino?
Aber wenn ich jetzt anfange, mich darüber aufzuregen, drifte ich in Spam ab und dann kommt der Boss und dreht mich auf Links. :elkgrin:

Bei Webnovels/Light-Novels haben mich früher auch viele kapitelweise erzählte Geschichten geprägt, etwa über RoyalRoad, Wuxiaworld oder Gravity Tales. Da fand ich spannend, wie sich Welten über lange Zeit entfalten können — manchmal rauer und weniger glatt als klassische Romane, aber dafür mit sehr viel Sog.
Wie sind da Deine Erfahrungen? Die Übersetzungen sind doch meistens nicht von professionellen Übersetzern, oder? Das heißt, die Qualität ist oft Glückssache?
 
Mit Rothfuss bin ich erst relativ spät in Berührung gekommen, aber ich mag seine Sprache. Er schreibt noch so, wie man es von einem Autor erwartet, der Schreiben als Kunst versteht. Auch vermeidet er weitgehend Stereotype, sondern setzt eher auf - wie Du schon geschrieben hast - vielschichtige Charaktere.
Keiner von uns ist nur dies oder das. Warum also wollen immer so viele simpel gestrickte Figuren präsentiert bekommen? Egal, ob im Roman oder im Kino?
Aber wenn ich jetzt anfange, mich darüber aufzuregen, drifte ich in Spam ab und dann kommt der Boss und dreht mich auf Links. :elkgrin:


Wie sind da Deine Erfahrungen? Die Übersetzungen sind doch meistens nicht von professionellen Übersetzern, oder? Das heißt, die Qualität ist oft Glückssache?
Meine Erfahrungen waren damals größtenteils ziemlich gut.

Gerade bei Wuxiaworld hatte ich den Eindruck, dass die Qualität für Fan-/Community-Übersetzungen erstaunlich hoch war. Der Betreiber hatte, soweit ich weiß, einen diplomatischen Hintergrund, und das merkte man den frühen Übersetzungen auch an. Die wirkten nicht einfach hastig übertragen, sondern oft sehr lesbar und mit Gefühl für Ton, Rhythmus und Verständlichkeit.

Auch I Shall Seal the Heavens in der Übersetzung von Deathblade fand ich damals hervorragend. Das war für mich ein gutes Beispiel dafür, dass solche Übersetzungen keineswegs automatisch minderwertig sein mussten, nur weil sie nicht aus einem klassischen Verlagsumfeld kamen.

Natürlich gab es auch Projekte, bei denen man merkte, dass die Übersetzung schwächer war. Auf solche Geschichten ist man schon gestoßen. Aber mein Eindruck war: Die wirklich schlecht übersetzten Sachen sind meist auch nicht so groß geworden. Wenn eine Serie langfristig viele Leser gehalten hat, lag das oft nicht nur am Inhalt, sondern auch daran, dass die Übersetzung lesbar genug war, um diesen Kapitelsog überhaupt tragen zu können.

Für mich war daran spannend, dass diese Geschichten nicht perfekt poliert sein mussten, um zu funktionieren. Sie hatten manchmal Ecken und Kanten, aber dafür eine enorme erzählerische Energie. Man wollte einfach wissen, wie es weitergeht.
 
(Lustiger Trollmodus ein)
Wer immer du sonst auch noch sein magst. Rette dich, solange du noch kannst. Wenn du noch irgendwas in deinem Leben erreichen willst, kehre um. Du hast es hier mit einem Drow, einem halbwahnsinnigen Bullen und einem schwerkranken Drachenweibchen zu tun. Nun gut, wenn du auch nicht mehr weist, wohin du sonst hingehen sollst, dann bleibe. Aber sage nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!
(Lustiger Trollmodus aus)

Hallo Pseudonaut,

willkommen bei uns. Lass dich von uns inspirieren und wir geniesen den frischen Wind, der durch dich hinein geweht wird.
Auf zu neuen Abenteuern!

Gruß Mad Bull

Hier ein paar Überlegungen zu deiner brilianten Vorstellung:

und ich schreibe seit einigen Jahren an düsteren, fantastischen Geschichten herum — meistens irgendwo zwischen Dark Fantasy, seltsamen Akademien, alten Geheimnissen, kaputten Figuren und Welten, in denen man besser zweimal hinsieht, bevor man eine Tür öffnet.
Ausgezeichnet! Ganz nach meinem Geschmack. Kannst ein paar Empfehlungen zum Besten geben.

Ich mag Geschichten mit Atmosphäre, Figuren mit Rissen, höfische Intrigen, düstere Magie, seltsame Regeln und Humor, der gelegentlich aus dem Keller winkt.
Und endlich mal wieder einer, der weis, was er will.
 
(Lustiger Trollmodus ein)
Wer immer du sonst auch noch sein magst. Rette dich, solange du noch kannst. Wenn du noch irgendwas in deinem Leben erreichen willst, kehre um. Du hast es hier mit einem Drow, einem halbwahnsinnigen Bullen und einem schwerkranken Drachenweibchen zu tun. Nun gut, wenn du auch nicht mehr weist, wohin du sonst hingehen sollst, dann bleibe. Aber sage nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!
(Lustiger Trollmodus aus)

Hallo Pseudonaut,

willkommen bei uns. Lass dich von uns inspirieren und wir geniesen den frischen Wind, der durch dich hinein geweht wird.
Auf zu neuen Abenteuern!

Gruß Mad Bull

Hier ein paar Überlegungen zu deiner brilianten Vorstellung:


Ausgezeichnet! Ganz nach meinem Geschmack. Kannst ein paar Empfehlungen zum Besten geben.


Und endlich mal wieder einer, der weis, was er will.
Danke dir für die schöne Begrüßung. :)

Wenn hier Drow, Bulle und Drachenweibchen lauern, klingt das weniger nach Warnung und mehr nach einer ziemlich guten Ausgangslage.

Bei Empfehlungen würde ich die ganz großen Fantasy-Klassiker fast ausklammern — Robin Hobb, Das Rad der Zeit, Das Lied von Eis und Feuer, Der Name des Windes usw. kennen hier vermutlich viele zumindest dem Namen nach.

Spannender finde ich gerade die Ecke, aus der ich in den letzten Jahren viel gezogen habe: Webromane/Webnovels.

Mother of Learning wäre für mich eine der besten Brücken zwischen klassischer Fantasy und Webnovel-Struktur: Magieschule, Zeitschleife, Lernkurve, Progression und ein erstaunlich sauber aufgebauter Plot.

Lord of Mysteries ist ebenfalls stark, aber ganz anders: Mystery, Okkultismus, viktorianisch angehauchte Atmosphäre, Geheimgesellschaften und ein Magiesystem, das eher wie ein okkultes Regelwerk funktioniert. Nicht klassisch „Magier wirft Feuerball“, sondern Pfade, Rituale, Tränke, Stufen und viel Welt im Hintergrund.

Viele chinesische Webromane sind leider lange nur auf Englisch gut zugänglich gewesen, aber das ändert sich langsam. Es werden immer mehr Titel aus dieser Ecke ins Deutsche gebracht, gerade weil diese langen, seriellen Geschichten offenbar auch hier ein Publikum finden.

Mich reizt daran vor allem, dass diese Geschichten oft mit Konzepten arbeiten, die in klassischer High Fantasy seltener so extrem ausgespielt werden: riesige Welten, Machtstufen, Systeme, Sekten, Wiedergeburt, Schleifen, Prüfungen, bizarre Regeln und Figuren, die sich über hunderte Kapitel verändern.

Wenn du also nach etwas suchst, das nicht nur „klassische Questgruppe zieht los“ ist, würde ich tatsächlich zuerst in Richtung Mother of Learning oder Lord of Mysteries zeigen.
 
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