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Für Rezensionen bezahlen !?

Umfrageergebnis anzeigen: Würdest du für eine gute, event. gefakte Rezension bezahlen?
Ja, klar! 0 0%
Ja, aber nur, wenn sonst keine oder nur schlechte Rezis kommen. 0 0%
Nein, auf keinen Fall! 12 80,00%
Kann ich noch nicht sagen. Vielleicht. 3 20,00%
Teilnehmer: 15. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #1  
Alt 28.05.2013, 16:38
Benutzerbild von Orendarcil
Orendarcil Orendarcil ist offline
Drachentoeter
 
Registriert seit: 01.2010
Beiträge: 1.079
Für Rezensionen bezahlen !?

Sooo....noch ein schönes Thema aus meinem Forum... aber das wars dann auch damit, sonst blute ich ja meins aus Vielleicht bringt das ja ein wenig Schwung in den Laden....neben den üblichen Kommentierenden




Es ist ja schon seltsam genug, dass es Autoren gibt, die für die Veröffentlichung ihres Buches viel Geld bezahlen wollen. Klar, es gibt BoD, aber die mein ich jetzt nicht
Es gibt Autoren, die selbst nach der Warnung "Achtung, DKZV (oder etwas ähnliches)" sagen "na und, ich bezahl dafür und dann hab ich mein Buch wenigstens endlich veröffentlicht".

Getürkte Rezensionen gibts schon länger, aber es ist doch schon echt dreist, dann man sich gute Rezensionen für ein wenig Geld kaufen kann, damit das Werk bei z.B. Amazon gut dasteht. Ich selbst würde das eindeutig nicht machen! Das hätte immer einen faden Beigeschmack.

Rezensionen sollen eine möglichst unabhängige Meinung vermitteln und keine Heuchelei von bezahlten Leuten sein. Als Leser verlässt man sich ja auch oft genug auf Rezensionen. Hat das Buch diverse Rezensionen, die ausführlich darlegen, warum das Buch so gut ist, kauft man es sich manchmal trotzdem, obwohl man vielleicht ein klein wenig skeptisch ist. Interessiert ist man trotzdem und so kauft man... und das nachher obwohl es totaler Schrott ist. Betrug in meinen Augen^^
Der Leser hat sein Geld grundlos verballert, der Autor muss sich u.U. (gabs schon ein paar mal auf Amazon) der kritik aussetzen ala "Die Rezensionen sind sicher getürkt, so schlecht wie das Buch ist". Peinlich, peinlich.
Der einzige, der freudestrahlend rausgeht ist der Rezensent


Wo kommt man denn hin, wenn für Rezis Geld verlangt wird (und sich das nachher noch mehr oder weniger verbreitet/etabliert)? Traut ihr einer Rezension, die saftig Kohle kostet? Für nen Hunderter mehr wird die Rezi bestimmt auch nochmal positiver ...

Bin auf eure Meinungen gespannt.

Hier was dazu zum Nachlesen: Literaturmarkt.info - Buchmarketing: Rezensionen bestellen
Zitat:
Autoren (und Verlage) können bei literaturmarkt.info ein Buch zur Rezension anmelden. Dafür wird eine Redaktionsgebühr erhoben (€ 178,00 inkl. MWSt). Das einzureichende Buchexemplar verbleibt in der Redaktion. Autoren und Verlag eines besprochenen Buchs können den Rezensionstext für ihre Buchwerbung frei zum Nachdruck etc. verwenden. Mit der Zahlung der Redaktionsgebühr erwerben Autor oder Verlag alle Rechte am Text, um ihn beliebig für die weitere Buchwerbung einzusetzen.
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"Vieles geht dahin und stirbt, doch die Wahrheit bleibt,
auch wenn sie oft im Verborgenen liegt und schweigt."

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  #2  
Alt 28.05.2013, 17:31
Benutzerbild von Orendarcil
Orendarcil Orendarcil ist offline
Drachentoeter
 
Registriert seit: 01.2010
Beiträge: 1.079
Noch ein interessanter Artikel dazu. Zwar ebenfalls nichts neues, aber immerhin einen Kopfschüttler wert

Gekaufte Rezensionen: Das Spiel mit der Gutgläubigkeit der Leser | Literaturjournal
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  #3  
Alt 28.05.2013, 17:51
Benutzerbild von Lazarus
Lazarus Lazarus ist offline
Advocatus Diaboli
Drachentoeter
 
Registriert seit: 10.2005
Ort: Rheinland Pfalz
Beiträge: 1.450
Ich als begeisteter Leser verlass mich überhaupt nicht auf Rezensionen und dabei ist es jetzt unerheblich ob sie von der New York Times kommt, oder von einem mir unbekannen Menschen. Ich schau mir die Inahltsangabe eines Buches an und beurteile dann ob das Buch was für mich ist oder nicht, bwz. frage Freunde/Bekannte/Kollegen die das Buch gelesen haben nach ihrer Meinung, bzw. ob sie ein Buch kennen, welches mich eventuell interessiert. Aber da die Geschmäcker ja nun mal bekanntlich verschieden sind (ich mag z.B die Herr der Ringe Bücher überhaupt nicht, obwohl ich sie zu Hause habe) geb ich selbst auf deren Ratschlag nur bedingt was. Ob eich Buch was taugt oder nicht, seh ich spätestens nach den ersten hundert Seiten die ich gelesen hab und von daher hab ich entweder Glück gehabt oder die Inhaltangabe hat mich in die Irre geführt. Aber ich würde niemals etwas für Rezensionen bezalen (wobei ich die Probleme als Nichtschreiberling ja gottlob nicht habe )
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Endlich jemand der aussieht als ob er helfen könnte. Die ganzen Idioten und Blödmänner hier waren bisher irgendwie keine große Hilfe.
Ich fürchte Ihr habt uns verwechselt. Ich bin Dummkopf, dies ist mein Freund Trottel und hinter mir steht Hirnlos und Stümper. Wie geht es Euch?
(Baldurs Gate)

Ich bin kein Misanthrop, ich hasse einfach nur Menschen (Jochen Malmsheimer)
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  #4  
Alt 28.05.2013, 19:16
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
Registriert seit: 02.2012
Ort: Faerûn
Beiträge: 15.018
Im Großen und Ganzen schließe ich mich da Lazarus an: meistens lese ich ein Buch, weil mich der Inhalt anspricht (oft à la "kannst' ja mal reinlesen und Dich überaschen lassen") oder wenn es mir von Freunden etc. empfohlen wurde bzw. diese sich begeistert über das Buch ausgelassen haben.

So nebenbei: manchmal werden in Romanen Bezüge zu Biographien oder Werken anderer Autoren hergestellt. Auch dies ist eine Möglichkeit, auf neue und interessante Bücher zu stoßen.

Was die Rezensionen angeht: ich vermute mal, der Büchermarkt ist ein ebenso heiß umkämpftes Pflaster wie so manches Kriegsgebiet und die Vorgehensweise der Beteiligten oftmals sehr ähnlich.
Von daher wundert es mich nicht, dass viele Autoren auf Biegen und Brechen mit jeder noch so fragwürdigen Methode versuchen, ein paar Exemplare mehr an den Mann zu bringen.

Ich würde gerne mal eine solche gekaufte Rezension lesen. Wie ist sie aufgebaut und inwiefern unterscheidet sie sich von einer "echten"?
Oder geht es garnicht so sehr um die Qualität der Rezension an sich, sondern vielmehr um die Quantität an positiven Kritiken, die einem Roman einen höheren Stellenwert verschaffen sollen?
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Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
der Samen des Lebens


("Magic")

(Photo: Franz Herzog © 2004)
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  #5  
Alt 28.05.2013, 19:42
Benutzerbild von Orendarcil
Orendarcil Orendarcil ist offline
Drachentoeter
 
Registriert seit: 01.2010
Beiträge: 1.079
Die Quantität ist glaub ich entscheidend...viele 4 oder 5 Sterne Rezension suggerieren für Käufer: ist gut.
Wie die Qualitativ aussehen weiß ich auch nicht

Hab vorhin im TV gehört, dass statistisch etwa 1/3 aller Rezensionen im Netz gefakted sind...pöse Welt Allerdings war mir schon klar, dass so etwas immer populärer wird.
Aus dem Grund lese ich (bei der Suche nach einem neuen, mir bis dato unbekannten PC-Spiel oder Elektrogeräten) auf diversen Seiten nach, lese immer postive aber vor allem negative (die 1-Stern Rezensionen!) um herauszufinden, wie das Gerät nun wirklich ist. Manchmal sind einfach Dinge aufgelistet in der 1-Stern Rezension wo man denkt "ach, das ist mir wurscht wenn das so ist " oder "ach das betrifft eh nicht mich, weil ich es anders benutze oder weil ich woanders Wert drauf lege" Hilft ungemein bei der Entscheidung

Da Bücher aber viel durch den eigenen Geschmack als gut oder schlecht empfunden werden, lege ich da nicht so viel Wert drauf. Ich stöbere gern mal im Netz nach mir unbekannten, aber guten Büchern und so lese ich aber auch da hin und wieder die Rezensionen quer. Sowohl die guten, als auch die ganz schlechten.
Auf diesem Weg bin ich zu "Weg der Könige" gekommen... ich denke in einer Buchhandlug wäre mir das Buch nie über den Weg gelaufen. Buchhandlungen sortieren mir ihre Auswahl mittlerweile zu sehr nach Popularität des Autors und Themas...ich will nicht diktiert bekommen, was ich lesen kann
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  #6  
Alt 28.05.2013, 19:52
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
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Ort: Faerûn
Beiträge: 15.018
Bei Rezensionen - idR von Gebrauchsgegenständen o.Ä. - lese ich meistens nur die negativen bzw. 1-Stern-Kritiken. Oftmals wird da explizit auf ein ganz konkretes Manko hingewiesen und wenn sich dieser Punkt dann auch noch öfter findet, ist das für mich ein Grund, den Gegenstand nicht zu kaufen.

Bei Büchern ist das selbstverständlich schwieriger, weil Geschmack - wie Du schon sagtest - immer subjektiv ist. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die doch hilfreich sein könnten. Sei es ein Hinweis auf flache Charaktere, mangelhafte Orthographie oder generell platte Dialoge wie " 'Ich liebe Dich!' - 'Ich liebe Dich auch!' - 'Schön!' - Und dann küssten sie sich. Sehr leidenschaftlich. Es war toll!' " (Übrigens stammen diese Zeilen tatsächlich aus einem Roman ... ).
In diesem Fall würde ich allein schon aufgrund dieser Beschreibung von dem Lesen des Buches absehen.

In die großen Buchhandlungen gehe ich überhaupt nur noch dann, wenn ich etwas Bestimmtes suche - aus dem gleichen Grund wie Du: ich will mir nicht permanent die "Bestseller" des Monats unter die Nase reiben lassen.
In Antiquariaten stöbere ich allerdings gerne und ausgiebig - leider werden diese immer seltener und müssen mehr und mehr dem Mainstream weichen ...
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  #7  
Alt 28.05.2013, 20:07
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
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Ort: Faerûn
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Man verzeihe mir den Doppelpost, aber mir ist da gerade noch etwas eingefallen: diese Fake-Rezensionen müssten ja theoretisch unter einem jeweils anderen Namen verfasst werden, also von Fake-Lesern. Eigentlich läuft so etwas ja fast schon unter ... wie heißt das doch gleich? "Vorspiegelung falscher Tatsachen"? Es ist schon interessant, wie viele Praktiken sich in einer Grauzone zwischen legalen und illegalen Handlungen bewegen.
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Geändert von Cassandra (09.07.2013 um 11:28 Uhr)
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  #8  
Alt 29.05.2013, 14:01
Benutzerbild von Hobbyschreiber
Hobbyschreiber Hobbyschreiber ist offline
Drachentoeter
 
Registriert seit: 05.2010
Ort: Zumindest nicht mehr hier!
Beiträge: 1.048
Soweit ich weiß, haben auch große Verlage eine lange Liste von Rezensenten an der Hand, denen sie ein paar Euro für ihre freundliche Stellungnahme zu einer Neuerscheinung zahlen. Ob und wieweit diese Stellungnahmen auf den Verlegerwunsch abgestimmt sind, weiß ich nicht.Vermutlich werden diese Rezensenten sich nicht negativ über die Waren ihrer Arbeitgeber äußern. Wenn es (wie in einem Fall bei Amazon gesehen) zum Erstlingswerk einer bis dato unbekannten Autorin binnen zwei Wochen nach dem Erscheinen drei Dutzend 4- und 5-Sterne-Rezensionen gibt, in denen noch dazu vielfach dieselben Formulierungen verwendet wurden, dann ist das vermutlich kein Zufall mehr. Das Buch könnte noch so gut sein, ich würde es nicht lesen wollen. Selbst "Leserbriefe" in manchen (auch seriösen) Zeitschriften werden zum Teil hausintern erstellt, damit der Verlag die Möglichkeit hat, gezielte Stellungnahmen zu verfassen.

Wo hört korrektes Marketing auf? Wo fängt das dreiste Lügen an? Neulich habe ich mir die DVD des Films "Männer" gegönnt. Darin sagte der Chef eines Marketing-Unternehmens sinngemäß: "Der Mann ist ein Betrüger? Wunderbar! Betrug ist unser Geschäft." Scheint also allgemein akzeptiert zu sein.

Verwerflich ist so etwas offenbar nur beim Self-Publishing oder bei Klein-Verlagen. Mit den Großen wollen ja auch Fairlag und Co. (sind schließlich fast alles Autoren und Verlagsangestellte, die dort schreiben) es sich nicht verderben.

Ich darf sagen, dass ich nicht auf eine einzige Rezension zu einem meiner Bücher Einfluss genommen habe. Im Gegenteil ich habe jeden, dem ich ein Rezensionsexemplar überlassen habe, gebeten, ehrlich und kritisch zu urteilen. Darauf, dass es trotzdem überwiegend mittelprächtige bis positive Rezensionen sind, auch von mir völlig Unbekannten, bin ich deshalb sehr stolz.

Aber mein Mann, der BWL studiert hat, sagt, dass Wirtschaftsethik an den Unis nur theoretisch unterrichtet wird. Konzerne wirtschaften nun einmal, um Geld zu verdienen, und zwar möglichst viel davon. Auch Verlagshäuser sind Wirtschaftsunternehmen, die nicht produzieren um die deutsche Literaturszene zu fördern, oder Jungautoren, sondern um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Dazu wenden sie natürlich jedes legale Mittel an, ebenso wie ein Chemiekonzern oder ein Autoproduzent.

Geändert von Hobbyschreiber (29.05.2013 um 21:19 Uhr)
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  #9  
Alt 30.05.2013, 09:09
Benutzerbild von Tjured
Tjured Tjured ist offline
Devanthars Kind
Hueter des heiligen Grals
 
Registriert seit: 03.2011
Beiträge: 4.061
Also ich persönlich achte mehr auf die Rezensionen als auf die Inhaltsangaben. Komischerweise achte und lese ich auch nur hauptsächlich die 1-Stern Bewertungen wie Orendarcil Weil die Angaben sind so kurz gehalten, dass sie kaum etwas über das Buch aussagen und sich alle gleich anhören. Zudem habe ich so schon ziemlich oft einen Fehlgriff gemacht. Obwohl mir das auch schon passiert ist, wo ich auf die Rezensionen geachtet habe, aber schon weniger häufig. Ist aber auch natürlich nicht immer den gleichen Geschmack zu haben.

Bei Amazon habe ich aber tatsächlich schon viele Bücher von neuen Autoren(viele, die ihre Bücher auch hier vorgestellt haben und danach wieder verschwunden sind) gesehen, wo man sofort sieht, dass die Rezension von irgend einem Freund geschrieben wurde.
Wenn ich solche Fake-Rezensionen kaufen würde, hätte ich echt ein schlechtes Gefühl dabei. Aber 1/3 ist wohl schon gerade etwas übertrieben

Wenn ich ein Buch fertig schreiben würde und es nun veröffentlichen möchte, würde ich bei verschiedenen Rezensionenblogs anfragen, ob die es bewerten möchten und ihnen ein gratis Exemplar zuschicken wenn sie einverstanden sind. Ich vermute, dass wenn das Buch tatsächlich gut ist, so am schnellsten grosse Aufmerksamkeit erringen kann und es auch schnell in Internet verbreitet wird ohne selbst in jedem Forum eine unbeliebte Vorstellung schreiben zu müssen.
__________________



Zitat:
Zitat von kyria Beitrag anzeigen
...hat ein Federvieh in der Signatur
Zitat:
Zitat von deggro Beitrag anzeigen
Hat ein Federvieh in der Signatur
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  #10  
Alt 09.07.2013, 10:35
Waldfreund Waldfreund ist offline
Waldelfe
 
Registriert seit: 07.2013
Beiträge: 41
Ich denke es gut, wenn man sich wirklich ein gutes und eventuell teures Buch zuzulegen gute Rezessionen vorher zu lesen allerdings bin ich mir selbst unschlüssig, ob ich dafür Geld bezahlen würde. Ich denke das kommt auf den Betrag an.
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  #11  
Alt 10.07.2013, 13:58
Golem Golem ist offline
Reisender aus der Zukunft
 
Registriert seit: 07.2013
Ort: Hannover
Beiträge: 4
Hallo,
danke schön für diesen Beitrag, das ist etwas worüber ich mir noch keine Gedanke gemacht habe, deswegen gibt es noch kein klares Statement.

Das Rezessionen gekauft sind ist mir aber seit es Amazon mit den Bewertungen gibt schon klar, warum sind sie sonst so ähnlich geschrieben, jetzt wo ich mal drüber nachdenke,
Gruss,
der Golem
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  #12  
Alt 17.07.2013, 19:24
Benutzerbild von Susanne Gavenis
Susanne Gavenis Susanne Gavenis ist offline
Herausforderer der Weisen
 
Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 133
Als Leser halte ich es im Grunde wie Orendarcil und Tjured. Bin ich auf der Suche nach neuen Büchern bei Amazon unterwegs, lese ich vor allem die 1-Sterne-Rezensionen, da ich davon ausgehe, dass dort die Mängel eines Romans am objektivsten und unabhängig von irgendwelchen gekauften oder von Freunden verfassten 5- Sterne-Gefälligkeitsrezensionen ans Licht gezerrt werden.

Natürlich ist beim Lesen vieles eine Frage des persönlichen Geschmacks, deshalb sind für mich lediglich solche Rezensionen relevant, die nicht nur in wenigen emotional aufgeladenen Sätzen ein Pauschalurteil fällen, sondern dieses Urteil auch mit konkreten Beispielen aus dem Buch begründen. Seit ich mich als Autor mit meinen eigenen Büchern ebenfalls dem unbarmherzigen Richtspruch der Leserschaft stellen muss, stehe ich meinem bisherigen Auswahlverfahren allerdings ein wenig ambivalenter gegenüber. Als mir ein Leser bei Amazon lapidar völlige handwerkliche und konzeptionelle Inkompetenz unterstellte und dieses vernichtende Urteil mit in meinen Augen vollkommen absurden und aus dem Kontext der Geschichte gerissenen Belegen untermauerte (die allerdings gleichwohl sehr gewichtig und überzeugend klangen), musste ich konstatieren, dass ich, würde ich meinen eigenen Kriterien als Leser folgen, mein eigenes Buch anhand dieser Lesermeinung vermutlich nicht gekauft hätte.

Dennoch hat man, will man den gekauften Fake-Rezensionen mit ihren unkritischen und überschwänglichen Lobeshymnen nicht in die klebrigen Fangarme geraten, wohl trotzdem kaum eine andere Wahl, als sich gerade an den Negativ-Rezensionen zu orientieren. Als Autor, der sich im Augenblick seiner Veröffentlichung darauf eingelassen hat, dass von nun an viele verschiedene Menschen mit vielen verschiedenen Meinungen ihr Urteil zum eigenen Buch zum Besten geben können, würde ich - trotz der Gefahr von nicht wirklich verkaufsfördernden Verrissen - dennoch niemals gekaufte oder Gefälligkeitsrezensionen von Mutter, Vater und den besten Freunden ins Netz stellen lassen.
Unabhängig davon, dass man als Leser solche Rezensionen durch die Art ihrer Formulierungen oft sehr schnell als Fälschung erkennt oder zumindest einen mehr oder weniger vagen Zweifel an ihrer Echtheit verspürt (was auch nicht unbedingt sehr werbewirksam ist), könnte ich mir als Autor nicht mehr ins Gesicht sehen, wenn ich eine Geschichte, von der ich selbst überzeugt bin, mit derart unlauteren Methoden an den Kunden zu bringen versuchte. Wenn ich wirklich daran glaube, eine Geschichte geschrieben zu haben, die nicht nur mir selbst, sondern auch anderen Menschen Freude bereiten kann, dann muss ich auch darauf vertrauen, dass sie - aller möglichen negativen Rezensionen zum Trotz - diese Menschen auch erreichen wird. Mit gekauften Rezensionen würde dieses Vertrauen in die Qualität der eigenen kreativen Leistung m.E. so sehr erschüttert und untergraben werden, dass es zu einer völligen Verschiebung der Prioritäten käme - vom Spaß am Schreiben (der sich immer wieder aus dem schlichten Tun als solchem mit neuer Energie auflädt) zum ängstlichen Fixiert-Sein auf die Verkaufszahlen des veröffentlichten Romans. Und auch wenn mit geschönten Fake-Rezensionen diese Verkaufszahlen ein wenig gesteigert werden mögen, so wäre mir persönlich der Preis, den ich als Autor dafür zahlen würde, doch entschieden zu hoch. Rezensionen kann man kaufen, Würde und Selbstachtung nicht.
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  #13  
Alt 17.07.2013, 19:35
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
Registriert seit: 02.2012
Ort: Faerûn
Beiträge: 15.018
Bisher hatte ich auf amazon ausschließlich Bücher etc. rezensiert, die mir ausgesprochen gut gefallen haben. Entsprechend fiel natürlich auch meine Bewertung aus. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich mich nicht auf ein "Tolles Buch! Total spannend, ey! Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen!" beschränke, sondern begründe, was genau mich an dem Roman angesprochen hat.

Ich denke mal, man ist am ehesten auf der sicheren Seite, wenn man die Rezensionen gemäß ihrer Objektivität gewichtet und danach, wie gut die Argumente begründet sind. Leider kann es passieren (so wie Dir Susanne), dass jemand sehr fundiert ein komplett falsches Bild eines Romans zeichnet und ihn damit völlig ungerechtfertigt verreisst. Das ist dann freilich sehr ärgerlich. Aber ich hoffe mal, so etwas stellt eher eine Ausnahme dar.

Fazit: nicht alle positven Bewertungen müssen (gekaufte) Fakes sein oder von gutmeinenden Freunden stammen. Es hängt immer auch von der Qualität der Rezension ab und wenn sie den Kern trifft, dann passt es doch - selbst wenn sie gekauft sein sollte.

Notiz an mich: evtl. auch mal negative Kritiken auf amazon abgeben, damit ich nicht irgendwann unglaubwürdig wirke ... ^^
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(Photo: Franz Herzog © 2004)
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  #14  
Alt 18.07.2013, 11:45
Benutzerbild von Susanne Gavenis
Susanne Gavenis Susanne Gavenis ist offline
Herausforderer der Weisen
 
Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 133
Ich denke auch, dass es fatal wäre, allen positiven Leserrezensionen per se eine betrügerische Absicht zu unterstellen, zumal es ja wirklich sehr viele sehr gute Bücher gibt, von denen auch ich begeistert bin. Diese Bücher dann aus Sorge, unglaubwürdig oder, noch schlimmer, manipulativ zu wirken, nicht zu loben, würde ja ebenfalls einen komplett falschen Eindruck erzeugen.

Aus diesem Grund halte ich es allerdings für wichtig, auch seine positive Meinung über ein Buch dezidiert zu begründen und mit guten Argumenten zu untermauern, um einer solchen Unterstellung von vornherein entgegenzuwirken. Sicherlich kann das auch auf gekaufte oder bei der Verwandtschaft in Auftrag gegebene Rezensionen zutreffen, das Hineinspielen wirtschaftlicher Interessen oder emotionaler Erwartungen macht es m.E. allerdings schwer, diesbezüglich eine gewisse unvoreingenommene objektive Sichtweise einzunehmen. Wenn ich von Anfang an mit dem festen Entschluss an die Lektüre eines Romans herangehe, ihn auf jeden Fall toll zu finden (bzw. finden zu müssen, um auch weiterhin lukrative Aufträge zu erhalten oder meine beste Freundin nicht vor den Kopf zu stoßen), dann färbt das, so denke ich, ganz sicher auf meine Wahrnehmung und Gewichtung seiner möglicherweise vorhandenen Mängel ab (nach dem Motto: "Die Figuren handeln zwar an der einen oder anderen Stelle ein klein wenig unvernünftig, da aber die Story so unglaublich spannend und mitreißend war, ist das überhaupt nicht ins Gewicht gefallen, und nur ein völliger Pedant würde sich daran stören.").

Das Problem ist, dass Rezensionen ja etwas anderes sind als die Rückmeldungen eines Probelesers während eines work-in-progress-Prozesses, wenn der Roman noch weit von einer potentiellen Veröffentlichung entfernt ist und vom Autor noch überarbeitet werden muss. Während dieser Zeit ist ein kritisches und sachlich fundiertes Feedback wichtig und notwendig, um die Qualität der Geschichte zu verbessern. Ist der Roman aber erst einmal auf dem Markt, ändern sich die Rahmenbedingungen radikal, und dann nimmt die Kritik eines Lesers nicht mehr konkreten Einfluss auf die Entstehung der Geschichte, sondern entscheidet lediglich noch über ihren Verkaufserfolg oder -misserfolg. Und da sie ja ansonsten nichts mehr bewirken können (außer vielleicht dabei zu helfen, dass der Autor bei seinem nächsten Buch bessere Arbeit leistet, aber das ist m.E. erst einmal ein relativ abstraktes Fernziel und bei extrem positiven Auftragsrezensionen ohnehin irrelevant), können gekaufte oder Freundschaftsrezensionen, auch wenn sie sachlich gut begründet scheinen, diese Ebene der damit verknüpften sinkenden oder steigenden Verkaufszahlen in meinen Augen niemals gänzlich hinter sich lassen.

Natürlich gibt es hier riesige Unterschiede in der Qualität, aber wenn ich sicher wüsste, dass die einzige 5-Sterne-Rezension eines neuen Romans bei Amazon von der besten Freundin der Autorin stammt, würde ich sie, auch wenn sie auf mich differenziert und sachlich wirken würde, dennoch mit anderen Augen sehen, als wenn sie von einem völlig neutralen Leser geschrieben worden wäre. Das mag ungerecht sein (und ist es wahrscheinlich in dem einen oder anderen Fall auch), aber ich fürchte, ich könnte mich von dem Wissen um die Interessenvermischung, die in diese Rezension hineingespielt haben könnte, nicht völlig freimachen.
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