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Moral und Ethik -wie weit würdet ihr gehen?

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  #1  
Alt 22.09.2008, 18:43
Benutzerbild von Deva
Deva Deva ist offline
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Moral und Ethik -wie weit würdet ihr gehen?

So ich erstelle mal einen Thread und eigentlich sagt der Name alles.

Wie steht ihr zu den Thema, wo fängt bei euch die Moral an und wo hört sie auf.


Ich persönlich bin ein, auch wenn man es mir aufgrund meiner grobschlächtigen Äußerung nicht glauben mag, ehrenhafter Mensch. Ich gehe alles mit den Prinzip meines eigenen Ehrencodex an.
Beispielsweise würde ich gefundenes Geld sofort bei einer Polizeistation melden oder in einem Fundbüro abgeben. Natürlich ist die Reaktion unterschiedlich. Manche würden sagen:,, Geschieht den Trottel recht." oder so hätte ich auch gehandelt.
Ich persönlich bin selbst in einem Computerspiel ehrenhaft. Wenn beispielsweise mein geschätzter Gegner, um einen kurzen Aufschub bittet, damit das Spiel wieder interessanter wird, so würde ich ihn den auch gewähren.
Oder beispielsweise gibt es auch Spiele, wo die Balance recht mangelhaft ist. Manche Sachen sind übertrieben stark und manche erbärmlich schwach. Spieler die diese superwaffen nutzen, werden allgemein als Imba-user bezeichnet und haben keinen schlechten Ruf. Ich würde so etwas nicht machen, denn ich spiele wie gesagt fair und würde auch nur eine ausgeglichene Waffe nehmen.
Wenn mein Gegner allerdings unfair spielt, so werde ich dies auch tun, denn hier endet der Ehrencodex.

Ich werde mal ein Punkt wählen, wo ich sicher bin, daß er zu einer Debatte führen wird.


Also in meiner Fahrschule wurde mir folgende Frage gestellt:

Würdest du einen Menschen aus einem brennenden Auto retten, selbst wenn du bemerkst, das bereits Benzin auf die Straße tropft?

Meine Antwort war offen und ehrlich:,,Nein."

Ihr könnt euch vorstellen, daß ich mich dort größer Beliebtheit erfreut habe. Statt ein geheucheltes Natürlich, habe ich einfach die Wahrheit gesagt.

Wie steht ihr zu den Thema.
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  #2  
Alt 22.09.2008, 18:55
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Oha, das ja mal ein richtig grosser Komplex den du hier ansprichst.
Also, ich lebe nach dem Prinzip -wie du mir so ich dir- was nicht immer ein exakt gleiches Verhalten meint. Ich bin erstmal zu (fast) allen Menschen die mir begegnen freundlich, sollte dies nicht so erwidert werden, endet meine Freundlichkeit aber auch. Ich helfe auch fast jedem der Hilfe benötigt nur muss dies auf ehrlicher Gegenseitigkeit beruhen, ausnutzen lasse ich mich einfach nicht. Ja und das gilt auch für die angesprochenen Games, ich verhalte mich ingame genau so.
Gefundenes Geld würde ich nicht zurück geben, es sei denn der Verlierer ist noch unmittelbar in der Nähe, ich sehe z.B. wie jemanden das Portemonait aus der Tasche fällt, dann geb ich es dem Menschen natürlich zurück.
Und die Moral...ja...ist so lange gut wie sie kein Moralismus wird der mit erhobenem Zeigefinger erklärt und richtet.
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  #3  
Alt 22.09.2008, 20:54
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Deva Deva ist offline
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Eine sehr umsichtige Wahl, die Welt um uns herum zu erwidern. Finde ich auch richtig.
Es kommt ja meist auch an, ob man die richtigen Fragen stellt. Wo fängt Moral an und wo hört sie auf.

Ich persönlich sinniere gerne über solche Themen und versuche dann es als allgemeine Weisheit in kurze und prägnante Aussagen zu packen. Zu idesen Thema fällt mir spotan folgendes Werk meines ratternden Geistes ein.

,,Moral ist wie Gummiband. Zieh es in die Länge, es wird nicht reißen, aber pass gut auf, es kann zurückschnellen."


Ich finde, es beschreibt eigentlich ganz gut, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen und auch die politische Lage weltweit. Moralische Fehler rächen sich nun und andere müssen den Preis dafür zahlen.
Also stellen wir uns die Frage, ist Moral nur ein schönes Wort ohne Bedeutung oder nicht?

Tja, man sieht, ich gehe vollkommen in meinen Gedanken auf ;)
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  #4  
Alt 23.09.2008, 07:47
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Fangortholin Fangortholin ist offline
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Na dann versuche ich deinem gedanklichen Zerfliesen noch mal etwas Nahrung zu geben.
Was ist denn eigentlich Moral, diese nebulöse, fast religiöse, Denk- und Verhaltensrichtlinie mit ganz unterschiedlichen individuellen Ausprägungen?
Erstmal ist wohl festzuhalten das Moral nichts starres ist, sondern sich mit der Zeit wandelt, immer wieder neu an den jeweiligen Zustand orientiert - sich stets aktualisiert. Sie ist also durch verschiedene Einflüsse "updatebar". Das sind in erster Linie wohl sehr einschneidende Ereignisse wie Krieg oder der 11. September, die zu sprunghaften Änderungen in der Moral führen zum anderen langsame Prozesse die sich durch mehrere Generationen ziehen und die Moral wandeln. Meine Grosseltern haben ganz andere Moralvorstellungen als ich.
Der 11. September hat z.B. die moralische Verpflichtung zu militärischen Unterstützung der USA im "Kampf gegen Terror" gebracht, ganz konkret der Afghanistankrieg. Nun war es wiederum eine Moral die die Attentäterarschlöcher dazu brachte das zu tun was als 09/11 bekannt ist.
Es war wiederum wohl auch eine Verschiebung der Moral die einen Folterknast wie Guantanamo und die ganze Debatte um Geständnisse unter Folter überhaupt ermöglich hat.
Eine langfristige Änderung von Moralvorstellungen kann man ganz gut an der Sexualmoral festmachen. Heute ist es (zum Glück) nicht mehr moralisch verwerflich wenn eine Frau einen kurzen Rock trägt oder sich öffentlich als homosexuell bekennt. Zumindest meistens nicht.

So, da ich mittlerweile nicht mehr weiss wo hin mein Thread noch abschweifen wird, beende ich ihn einfach und warte auf neue gedankliche Anstösse.
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  #5  
Alt 23.09.2008, 16:47
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Deshalb meine Frage auch, ist Moral nur ein Wort. Moral sollte meiner Ansicht nach, keiner Situation angepasst werden und als ultimativer Wegweiser für soziales Verhalten dienen. Wenn man die Moral einfach so nach Lebenslage oder einen schrecklichen Ereignis verändern kann, ist sie nichts weiter als ein Werkzeug, von dem man Gebrauch machen kann und es wieder weglegt, weil man es nicht mehr braucht.

Ich schätze, mit dieser Meinung stehe ich recht alleine da.


Deshalb ist dieses Thema auch ein schönes, denn man kann es unendlich erweitern ;)
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  #6  
Alt 23.09.2008, 17:31
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Seru Seru ist offline
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Mal schauen, was ich dazu alles schrieben kann...ist ein ziemlich schwieriges
und großes Thema, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll XD
Aber ich liebe solche Diskussionen ^^

Also ich hör eigentlich immer auf mein Gewissen und meine eigenen Vorstellungen von richtig und falsch. Ich bin eigentlich immer fair und bin auch nicht bösartig zu jemandem, weil mir mal danach ist.
Ok, genaugenommen bin ich auch viel zu nachsichtig - selbst wenn jemand mir gegenüber ungerecht ist, nehm ich das meistens hin, wenn es mir persönlich nicht irgendwie schadet oder es in meinen Augen einfach nicht wert ist, darüber nen riesen Terror zu verantsalten.

Moral...ja, was ist das?
Bedeutet für mich eigentlich immer noch mein eigenes Gewissen...
Wenn man den Begriff Moral aber verallgemeinert und auf alle Leute bezieht, dann denke ich auch, dass es irgendwie nur noch ein leeres Wort ist. Denn dann ist es irgendwas Allemeingültiges, was weder auf spezielle Situationen bezogen ist noch einstimmig festgesetzt werden kann.
Auf die Gesamtheit bezogen sollte man anstatt Moral dann vielleicht eher "Werte und Normen" sagen.
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  #7  
Alt 24.09.2008, 07:16
Benutzerbild von Lafàith
Lafàith Lafàith ist offline
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mein rechtsprofessor würde sich über diese diskussion hier freuen, kürzlich erst haben wir 2h damit verbracht zu definieren was denn "sittenwidrig" ist, laut §138 BGB (1) "Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig."

ja und was ist nun sittenwidrig? der § stammt von 18 hundert irgendwann... damals war "sittenwidrig" noch was ganz anderes als heute. beispielsweise konnten angemeldete prostituierte, die einkommenssteuer zahlen durften ihre ausstehenden "schulden" vor gericht nicht einklagen bis vor 2 oder 3 jahren... unter uns: ich bin dafür, dass sie es jetzt dürfen und auch recht bekommen.

naja aber zu meiner persönlichen moral: ich bin kein engel, aber an sich behaupte ich ein guter mensch zu sein. (auch wieder so eine definitionssache..) ich bin grundsätzlich erstmal freundlich zu fremden menschen und je nachdem was mir entgegen gebracht wird, verhalte ich mich auch. geld das auf der straße liegt, würde ich allerdings behalten, es sei denn wie fangor schon sagte, man kann sehen wer es denn verloren hat.

und wie das mit dem unfallwagen ausschaut; ich bin noch nicht in eine solche situation gekommen, aber ich denke ich würde helfen. allerdings muss ich zugeben, dass vor mir schon hin und wieder betrunkene umgekippt sind und ich um diese einen bogen geschlagen habe... oder zumindest geschaut hab das jemand sich um die kümmern kann, der mehr ahnung hat als ich. ein held bin ich definitiv nicht...
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"Heute stehen wir vor dem Abgrund - morgen sind wir einen Schritt weiter."


>> Ich bin nicht die Signatur, ich putz hier nur! <<
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  #8  
Alt 24.09.2008, 13:50
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Fangortholin Fangortholin ist offline
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Ja, das mit den Schnapsleichen kenne ich auch, wobei ich da in fast jedem Fall auch behilflich bin. Jedoch kann ich mich auch an Situationen erinnern wo irgendwer meinte den Helden spielen zu müssen in dem er beweist wie viel er doch vertragen kann (was das auch immer mit einem Helden zu tun haben mag) und sich dann gnadenlos hat vollaufen lassen. Allen Anwesenden war eigentlich klar das der irgendwann einfach umkippt oder sich übergeben muss und sie haben ihn gelassen, ich auch. Dann trat natürlich das ein was alle erwartet haben, er war am reihern und lag anschliessend irgendwo rum und pennte.
Manche wollen es halt einfach nicht anders und da denke ich mir dann, sollen sie doch, so lernen sie wenigstens was fürs Leben als wenn ich sie jetzt endlos vollsabbel das sie doch vernünftig sein sollen. Kann ja auch eine Art Hilfe sein, jemanden einfach mal eine Dummheit machen lassen.
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  #9  
Alt 24.09.2008, 14:46
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Ich hatte erst kürzlich einen Fall, wo ich meine gesamte Moral und Ethik vergessen habe. Ich erzähle mal kurz die Situation.

Bei meiner Arbeit hebt man einen Stapel mit einem hydralischen, luftdruckbetriebenen Kran auf eine Stage, die in eine Maschine führt und das Produkt verarbeitet.
Also arbeitet man dort immer zu zweit. Tja, und mein Kollege, also Herr des Krans meinte er müsste mir das fast 150 kg schwere, vollkommen aus Eisen bestehende Gerät in den Rücken rammen.

Beim ersten Mal habe ich noch gesagt, gut kann passieren, beim zweiten Mal habe ich ihn gewarnt, beim dritten Mal wurde ich laut und als er dann dies ein viertes Mal gemacht hatte, war ich überzeugt es war Absicht, denn er hatte nicht die Notwendigkeit sich zu entschuldigen.
Also habe ich zu einer vollkommen wutentschlossenen Handlung geneigt und einfach mal das Bein angehoben, während er an mir vorbei ging. Das Resulatat war wie folgt, er stürzt nach vorne und knallt mit dem Gesicht frontal auf den Kran.
Ergebnis war ein rotes Gesicht, gefolgt von Nasenbluten.

Tja, es mag zwar seltsam klingen, aber danach hat er mir den Kran NIE mehr in den Rücken gerammt. Ich durfte anschließend noch zum Arzt, wegen der schönen blutroten Prellungen, gemischt mit einem sanften Blauton der blauen Flecken. War sehr schön.

Wenn ich so zurückdenke, dann hätte ich ihn wohl lieber eines in die Fresse gehauen, statt das Bein zu heben.


Gut mein Verhalten war nicht richtig, daß sehe ich ein, aber soweit ich erfahren habe, mochte mich der Herr Kollege eh nicht und die Kranattacken waren scheinbar Absicht. Tja, man könnte sagen Auge um Auge.


Normalerweise bin ich auch nicht so, ich schlucke ne Menge, bevor ich mich zur Wehr setze.

Wie hättet ihr euch verhalten, wäre jetzt meine Frage.
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  #10  
Alt 25.09.2008, 11:56
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Hab ja schon geschrieben das mein Prinzip wie-du-mir-so-ich-dir lautet, von daher wäre meine Reaktion wohl ähnlich gewesen. Kann das gut nachvollziehen.
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  #11  
Alt 26.09.2008, 09:10
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Es läuft ja wirklich gut, hätte allerdings erwartet, daß mehr Leute sich hier einfinden würden. egal, zumindest haben wir eine muntere Disskussion eröffnet.


Ich habe auch mal wieder etwas gefunden, was mich wieder nachdenklich gemacht hat.


Nach Aussage einiger Protagonisten, sind manche Menschen nicht in der Lage ethisch korrekt zu leben, diese Menschen benötigen den Glauben, wobei ich persönlich noch einmal an Elton John erinnern möchte, der durch sein Zitat auffiel:,, Religion verdirbt."


Ich persönlich bin kein gläubiger Menschen, daß hat sich wohl durch manche meiner Bemerkungen wohl herauskristallisiert, deshalb sehe ich die Religion nur als altertümliche Propaganda an, um die Massen gefügig zu machen.
Gut, manch ein religöser Mensch wird mich jetzt als Ketzer bezeichnen oder sonstiges, aber das ist meine persönliche Ansicht.

Wie seht ihr das? Ist die Religion ein Wegweiser für Menschen, die nicht ethisch korrekt leben können oder etwas Anderes?
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  #12  
Alt 26.09.2008, 17:29
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Ich denke, das schwierige ist es, den Glauben richtig zu interpretieren.
Ich denke schon, dass es ein Wegweiser für richtiges Handelns ein soll. Aber es ist halt immer noch die Frage, wie man die Wegweiser versteht.
Ich kannte z.B. wen, der hat nicht wirklich "richtig" gehandelt, sondern andere nur provoziert, geärgert, ... Sonntag gings in die Kirche, um sich seine Sünden vergeben zu lassen und in der nächsten Woche begann alles wieder von vorn.
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  #13  
Alt 27.09.2008, 14:27
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Was Moral und Religion wohl gemeinsam haben ist das sie auf ganz verschiedene Weisen interpretiert werden können, es gibt nicht die Moral, genau so wenig die Religion. Wie Seru beschrieben hat ist es für viele wohl nur Mittel zum Zweck, Gewissenserleichterung und häufig sind die moralischsten und religiösesten auch einfach die beschissesten mit dem meisten Dreck am Stecken, aber sofort mit dem Finger auf andere zeigen sollte, wer mal etwas Individualität erkennen lassen.
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  #14  
Alt 27.09.2008, 19:54
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Deva Deva ist offline
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Herrlich dieses Gespräch. Ich liebe die Philospohie. Gut, man redet viel und kann nichts verändern, aber man wird selbst erleuchtet ;)


Also bis dato ist das eine sehr erheiternde Disskussion. Moral und Ethik ist auch ein sehr breites Spektrum und man kann es beliebig interpretieren, wobei man eigentlich bei der Interpretation schon erkennt, ob man ein guter Mensch ist oder ein schlechter.

Ich kenne das beispielsweise auf der Arbeit. Neulich hat ein Kollege, dem Anderen etwas geklaut. Gut, es war nichts wirklich wertvolles, aber Teppichmesser und die Handschuhe würde ich nicht als Nichts abstempeln.

Ich habe das gesehen und natürlich den Kollegen darauf angesprochen. Das er dazu keine Stellung bezog und mich nur anschrie spricht ja Bände. Also habe ich dem Kollegen geraten die Sachen zurückzugeben oder ich mache Meldung beim Chef. Reumütig hat er sie anschließend zurückgebracht, aber nicht offen, sondern feige wieder in den Rucksack getan, damit sein Diebstahl ja nicht auffiel.

Ich persönlich habe dann noch einmal den Kollegen geraten seine Hände bei sich zu lassen und falls nicht würde ich tatsächlich Meldung über sein schändliches Verhalten machen.

Tja, die Rache folgte von ihm auch sofort, als er mir Holzsplitter/Reste einer Palette in meine Colaflasche tat. Fand er sehr witzig und hat darauf gewartet, daß ich daraus trinke, naja, ich hatte ihn dabei gesehen und sagen wir es so, ich ihn ein Teil der Cola genießen lassen, natürlich nur versehentlich gestolptert ;)

Am Liebsten hätte ich den Kerl verprügelt, aber bedauerlicherweise hätte das ein schlechtes licht auf mich geworfen.

Man kann sich ja vorstellen, daß wir uns nicht ganz grün sind.

Obwohl ich mitunter das Bedürfnis habe, entsprechend zu antworten, stellt sich mir immer die Frage:,, Nach wie viel Jahren man dann wieder draußen sein wird?"

Ich denke mal, in jedem Betrieb gibt es Stinkstiefel, aber der Typ hat wirklich die Krone verdient.

Ich überlege tatsächlich mitunter, ob ich mich gebührend rächen sollte, aber dann fällt mir immer wieder ein, daß es falsch wäre und ich mich nicht auf so ein primites Niveau begeben sollte.

Hatte ihr auch solche Erlebnisse?
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  #15  
Alt 27.09.2008, 21:02
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Kurz mal Offtopic: Deva such dir nen anderen Arbeitsplatz. Wirklich. Ist nur gut gemeint.
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  #16  
Alt 28.09.2008, 11:05
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Du, das will ich auch machen. Ungefähr die Hälfte der Kollegen ist relativ normal, der Rest ist naja, assozial veranlagt.
Allerdings bieten mir die dortigen Erlebnisse eine breite Front an moralischen Interaktionen, weshalb ich gerne auch von dort erzähle.

Was galubst du, warum ich dorthin nie etwas mitnehme, daß ich nicht auch verlieren kann. Geld ohnehin nicht und ein Handy, dann nur am Körper. Rucksack, uraltes modell und getränke, naja, da nehme ich auch nur zeug mit.

Aber anhand deiner Antwort entnehme ich, daß du sowas noch nicht erlebt hast ;)
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  #17  
Alt 28.09.2008, 13:13
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Zitat:
Zitat von Deva Beitrag anzeigen
Aber anhand deiner Antwort entnehme ich, daß du sowas noch nicht erlebt hast ;)
Ja, zumindest im Arbeitsbereich in der Form nicht. In anderen Lebensbereichen schon...
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  #18  
Alt 30.09.2008, 18:58
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Sorry für den Doppelpost.

Spannend finde ich eigentlich die Frage woher so etwas wie Moral eigentlich kommt und welchen Zweck sie erfüllt. Ich würde Moral irgendwo zwischen Religion und Gesetz verordnen. "Unsere" Moral ist, denke ich schon, sehr christlich beeinflusst und regelt zu gleich Angelegenheiten die sich z.T. ausserhalb der Rechtssprechung befinden. Zum Beispiel die sog. Arbeitsmoral, es gibt kein Gesetz das dir vorschreibt fleissig zu sein oder überhaupt zu arbeiten. Jedoch entspricht es einer gewissen Moral sich anzustrengen, nicht "auf Kosten anderer" zu leben, nicht blau zu machen, usw.
Was will ich damit sagen? Keine Ahnung. Ach ja, die Frage nach der Herkunft und dem Sinn von Moral. Vielleicht fällt ja noch wem was dazu ein...
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  #19  
Alt 01.10.2008, 13:01
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Ich denke, Moral ist jedem selbst überlassen und wird zum großen Teil durch den Charakter eines Menschen geformt.
Christlich würde ich Moral nicht definieren, sondern eher beeinflusst. Naja, es gibt halt viele gläubige Menschen. Gut, manche brauchen halt den Glauben, um richtig leben zu können.
Ich finde es nicht so prickelt mich hinter einer Religion zu verstecken, egal, welche es auch ist, eher stehe ich zu dem, was ich tue, und suche nicht Vergebung oder bitte für ein Wunder.
Das ist meines Erachtens der falsche Weg.
Aber das bleibt ja jeden selbst überlassen, wie er seine Moral definiert und wodurch.


Herkunft ist schwer zu bestimmen, denn sie wurde ja über viele Jahrtausende geprägt, aber ich würde sagen, unsere Moral wurde durch die Jahrhunderte immer weiter entwickelt.
Und der Sinn, naja, ohne Vernunft bleibt einen nur noch Wahn. Ich glaube, ohne ein festen Weg, also die Moral, würde die Menschheit sich ausrotten oder wieder zurückfallen in anarchistische Zustände. So sehe ich das Mal.
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  #20  
Alt 01.10.2008, 13:39
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Oha Deva, da haste mir ja nen "Arbeitsauftrag" hinterlassen.
Aber eins nach dem anderen...

Moral ist jedem selbst überlassen und wird durch den Charkter des Menschen geformt. Würde ich mal so bedingt unterschreiben. Ich denke nicht das der Charakter eines Menschen im luftleeren Raum existiert und darauf warten von diesem geformt zu werden. Eher ist der Charakter das Ergebnis von äusserlichen Einflüssen (Gesellschaft, Familie, Moral) und der eigenen Formung. Ich denke also der Charkter formt die Moral und wird du sie selbst auch geformt.
Weiter kann man sich auch hinter Moral verstecken, wie hinter einer Religion. Moral kann ebenso ein Knast für einen Menschen sein wie eine Religion, sie kann genau so ein brutales Regelwerk sein in dem jeglicher Individualität erstickt wird.
Weil Moral ebend auch von aussen auf dich wirken kann und wirkt.

Jetzt wird es richtig spannend für mich, du schreibst über Moral und benutzt aber den Begriff Vernunft. Wieso? Ich sehe nicht das Moral und Vernunft das gleiche sind. Vernunft ist rational, Moral kann höchst irrational sein. Aber ich freue mich bereits auf deine diesgezügliche Ausführung

Ohne Moral würde die Menschheit verfallen und sich ausrotten, da stimme ich mal zögerlich zu, weil ich glaube das dies auch mit (falscher) Moral möglich ist. Man schaue sich nur mal um...aber das dann ein anarchistischer Zustand folgt? Aber das wäre ein eigener Thread über den Begriff des Anarchismus...

Ich hoffe auf eine Weiterführung dieser spannenden Debatte
__________________
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