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Der Wanderer von Richard Schwartz

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Alt 12.10.2019, 12:01
Benutzerbild von Tomelot
Tomelot Tomelot ist offline
Vampirjaeger
 
Registriert seit: 10.2019
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Der Wanderer von Richard Schwartz

Ich behandle hier die beiden Reihen "Das Geheimnis von Askir" und dessen Fortsetzung "Die Götterkriege"! Dazu gibt es noch 2 außen stehende Bücher die den beiden Serien nicht direkt angehören jedoch im selben Handlungsrahmen spiele und für mich die beiden besten Bücher der Reihen darstellen da sie auch storyrelevant sind und einige offene Fragen behandeln von denen es bei Schwartz leider zu viele gibt. Dies sind die Bücher "Die Eule von Askir" sowie "Der Inquisitor von Askir", wobei es beim Inquisitor 2 Fassungen gibt. Eine lektorierte Fassung und dann die viel bessere Urfassung die auch um einiges länger ist!


Leider hat Richard Schwartz es versäumt die Geschichte abzuschließen. Zahlreiche Enden und Handlungsstränge verlaufen im Nichts. Fast scheint es als wäre der Autor vom Umfang seines Werks überfordert gewesen. Er erklärt es auf seiner Seite damit, dass es im realen Leben auch zahlreiche Handlungsstränge gibt die man nur streift, aber nie zu Ende führt. Ein Beispiel das mir persönlich die größten Rätsel aufgibt ist Furchtbann. In einigen Bänden wird fieberhaft nach dem Schwert gesucht. Ohne die Suche jemals abgeschlossen zu haben besitzt Zokora (sry ich kenne die richtige Schreibweise nicht da ich nur das Hörbuch zur Verfügung habe, dies betrifft alle Eigennamen!) plötzlich das legendäre Schwert.
Im Hammerkopf im Band 1 ist Havald verwundert über die Tatsache dass Menschen baden, In "Die Macht der Alten" schwärmt er darüber immer schon Bäder geliebt zu haben. Im Buch "Die Macht der Alten" erklärt Havald die Möglichkeit mittels Seraphines Fähigkeiten den Weltenwurm zu zähmen. Im darauffolgenden Band fällt dies auch Harnik ein und Havald freut sich erneut über diese Möglichkeit. Die Geschichte der Schwester von Lanzenmajor Blix verläuft ähnlich, sie wird ausführlich angefangen und endet plötzlich. Auch sind zahllose logische Fehler im Laufe der Geschichte zu finden. Auch das größte aller Rätsel, die Prophezeihung der Tochter des Drachen, wird nie zu Ende geführt. Der Autor ändert im Verlauf der Reise merklich öfters die Richtung. Es ist als würden verschiedene Geschichten mit den Namen der Protagonisten versehen und zu einer einzigen zusammengeflickt!
Das war erstmal grob die negative Kritik. Es gibt gottseidank auch sehr viel Positives so dass das Gesamtwrrk trotz Mängeln zu einer meiner Lieblingsfantasiewerken zählt. Fangen wir mit dem Sprecher an. Ich glaube dass es kaum ein Werk gibt in dem Michael Hansonis so glänzen darf. Obwohl auch ihm mehrere Fehler unterlaufen ( Havalds Heiratsantrag im Hammerkopf z.b. sticht da besonders heraus. "Jetzt bist DU in der Pflicht", dabei hätte das "DU" betont werden da ja Leandra schon einen Antrag an Havald hinter ihr hatte. Dies ist jedoch nur eine Kleinigkeit und schmälert die Gesamtleistung nicht wirklich. Im Gegenteil, wenn man den Umfang des Werks nüchtern betrachtet wundert man sich dass es nicht öfter zu solchen Ausrutschern kommt. Seine Stimme passt sich perfekt an Charakter und Situation an und er liest mit einer angenehmen Geschwindigkeit. Vor allem Armin und Wiesel drückte er einen unverkennbaren Stempel auf, deren Schicksal übrigens genauso im Sand verläuft wie das vieler Anderer.
Nun zur Geschichte im Allgemeinen. Der Anfang im Hammerkopf war sozusagen eine Kostprobe dessen was Richard Schwartz so drauf hat. Eine perfekte Story mit gut gesetzten Spannungsbögen, logisch war kein Fehler zu finden und alle Handlungsstränge, bis auf den Cliffhanger, den Roten Faden der die Gruppe bis Askir führt, waren abgeschlossen. Schwartz malt eine bunte Welt mit fantastischen Charakteren , dunklen Bösewichten und strahlenden Helden, die ihresgleichen sucht. Viele kleine, spannende Kleinhandlungen fügen sich problemlos zu einem Großen, Ganzen zusammen. Man erkennt dabei die Ursprünge des Autors bei Pen anderen Paper Rollenspielen. Die Protagonisten steigern ihre Fähigkeiten von Band zu Band, bis Havald am Ende zum Gott wird, was mir etwas zu viel war genau genommen. Das Ende war, ehrlich gesagt, verglichen mit dem Rest der Geschichte des Autors unwürdig. Als Gesamtwerk, ich nehme da alle Bände der Askir und der Götterkriege Reihe zusammen, ist es großartig und verdient 4 1/2 Sterne. Der letzte Band aber enttäuscht mit einem ungeduldigen, abrupten Ende das viel zu viele Fragen offen lässt und einen enttäuschten Leser zurücklässt.

Ich hoffe dass sich Richard Schwartz dazu hinreißen lässt eine Fortsetzung zu schreiben und all diese Fragen zu lüften! Der Kampf gegen Kollaron Malorbian fand nicht statt. Ihm wurde, obwohl der Grund für sämtliche Ereignisse, so gut wie kein Raum gegeben. Ich hätte mir einen epischen Kampf gewünscht! Außerdem hätte ich gerne über das Schicksal Zokoras, Wiesels und noch einiger mehr gehört/gelesen! Wie gesagt, Schwartz hört im "Wanderer" plötzlich auf zu erzählen und fängt zu schweigen an!

Falls Herrn Schwartz seine Fans am Herzen liegen, ist hier unbedingter Fortsetzungs- und Ergänzungsbedarf gegeben!

Wiki Link zum Autor: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Richard_Schwartz
__________________
Alle Menschen werden als Unikat geboren, doch die meisten sterben als Kopie.

Geändert von Tomelot (12.10.2019 um 13:17 Uhr)
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