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Weibliche Romanheldinnen von männlichen Autoren

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  #21  
Alt 14.12.2014, 19:30
Benutzerbild von deggro
deggro deggro ist offline
Und Igel können fliegen..
Drachentoeter
 
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Also wenn ich da rumüberlege fallen mir nur 5Bücher (4Fantasy) ein..

Das Fantasybuch ist Dohlenwinter von Anders Björkellid. Anfangs noch in der "wir"-Perspektive geschrieben wechselt es dann in die ich-perspektive, aus Sicht eines Mädchens.

Das zweite ist das bereits erwähnte Mara

Dann noch Arkadien und die Wellenreiter von Kai Meyer

Das nicht Fantasybuch ist Galgenmädchen, von zwei Männern geschrieben.


Ansonsten fallen mir noch Bücher mit wechselnden Charakteren ein wie:

Helden des Olymps und die Kane Chroniken (beide von Rick Riordan)
Und die fünf Tore von Anthony Horowitz.

Haben mir aber alle sehr gut gefallen, schlecht sind die also nicht wenn sie Weibliche Protagonisten und männliche Autoren haben...
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  #22  
Alt 06.01.2015, 12:01
Benutzerbild von Julia2000
Julia2000 Julia2000 ist offline
Zera
Kobold
 
Registriert seit: 06.2014
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Also ich habe mich bereits schon ein, zwei Male, an einer Geschichte versucht und an sich, finde ich, kann ich auch wirklich gut schreiben, aber mir fehlt einfach die Geduld und nach ein paar Seiten wars mir dann zu langweilig...leider:(
Im Nachhinein überdacht fällt mir auf jeden Fall auf, dass meine Hauptfiguren, immer, weiblich waren, ich selber bin übrigens auch weiblich, und die Männer...naja, ich kann das schlecht beurteilen, meine letzte Geschichte ist ein klein wenig her, aber ich glaube, ich habe das andere Geschlecht wirklich miserabel geschrieben...0.0 Es ist, zumindest für mich, auch einfacher so, und ich glaube dass das generell so ist, dass man das eigene Geschlecht einfach leichter schreiben kann und dass es, schreibt man als Mann, ne Frau, oder als Frau nen Mann, dann halt passieren kann, dass man entweder, den Mann zu weiblich schreibt, oder die Frau zu männlich. Das ist leider auch sehr schwierig, weil ein Frau weiß ja nicht, wie Männer die Welt sehen und andersrum. Klar, man kann sich an den Klischees orientieren, aber dann wirken die Figuren natürlich oft sehr billig.
Zu der Geschichte, mit dem ganzen Liebe und alles gut, so nach dem Motto: Und am Ende lebten sie glücklich und zufrieden, in Liebe und alles war gut, das ist einfach nach einer Weile sehr, sehr langweilig. Und in so richtig guten, Kriegsromanen oder sowas in der Richtung, finde ich zumindest, sollte Liebe und so nicht so im Vordergrund stehen. Ein Buch kann auch ohne Liebesgeschichte gut sein, aber es ist, zumindest denke ich das so, hab's leider noch nie aus probiert, auch so, dass man Romanzen und so etwas einfach leichter schreiben kann...jedoch, wenn man es sich zuuu leicht macht, kann es passieren, dass man dann ne billige Schnulze hat, was glaub ich, der Alptraum jedes Autors und Lesers ist...
Ich habe mich auch mal ein bisschen in meinem Bücherregal um gesehen und neben den schon genannten Harry Potter - Teilen, die, wie ich finde, eigentlich ganz gut gelungen sind, habe ich sonst nur zwei Bücher gefunden, in denen es eine nicht gleichgeschlechtliche Hauptfigur, wie der Autor, gab.Ich fand diese Bücher sehr gut und ich denke schon, dass der Autor die weibliche Hauptfigur wirklich gut geschrieben hat, allerdings kann ich mich entsinnen, dass die männlichen Figuren immer einen kleinen Tick besser geschrieben worde waren...allerdings handelt das Buch von Vampiren, die verhalten sich sowoieso ziemlich komisch, also könnten die kleinen Makel, die ich in dem Buch gefunden habe, auch, zumindest teilweise, beabsichtigt gewesen sein...man kann ja nie wirklich wissen, was der Autor mit Absicht und was er unwissend geschrieben hat...

Geändert von Julia2000 (06.01.2015 um 12:04 Uhr)
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  #23  
Alt 07.09.2015, 19:25
Benutzerbild von Zorai
Zorai Zorai ist offline
Schülerin von Aklat
Reisender aus der Zukunft
 
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Ich glaube, ich kenne nur ein Fantasybuch, dass von einem Mann geschrieben wurde und in welchem eine Frau die Protagonistin ist.
Es heißt "Klingentänzerin", von Tobias O. Meißner.
Allerdings merkt man ganz eindeutig, dass diese Frau von einem Mann erfunden wurde...
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  #24  
Alt 28.11.2015, 17:45
Benutzerbild von Lilmuffisan
Lilmuffisan Lilmuffisan ist offline
Elfenschreiberling
Waldelfe
 
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Zitat:
Allerdings merkt man ganz eindeutig, dass diese Frau von einem Mann erfunden wurde...
Immer diese Männergedanken XDD
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  #25  
Alt 06.10.2016, 15:11
David Hall David Hall ist offline
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Dieser Thread ist zwar schon etwas älter, da ich aber hier neu bin für mich natürlich immer noch interessant und aktuell. Es wurde schon viel gesagt, aber mir fällt dazu noch Ulrich Kiesow ein, der immer sehr starke Frauentypen als Protagonisten nutzte. Ob diese unbedingt glaubhaft sind, kann jeder für sich entscheiden, aber bei ihm waren die Frauen immer sehr viel stärker und fehlerloser als die männlichen Charaktere. Ansonsten fallen mir gar nicht so furchtbar viele weibliche Autorinnen ein, die eine weibliche Hauptfigur haben.
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  #26  
Alt 14.10.2016, 00:45
Benutzerbild von Hobbyschreiberin
Hobbyschreiberin Hobbyschreiberin ist offline
wieder da ...
Ritter der Tafelrunde
 
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Einige beispiele, die mir so einfallen:

In der Reihe um den Hexer Geralt von Riva spielen zwei Frauen eine bedeutende Rolle. Das ist einmal seine geliebte Yennefer, eine hochkarätige Zauberin, die über lange Strecken höchstens Gelegenheits-Geliebte ist, und ansonsten ihr eigenes Ding macht. Und das zweite ist die Hauptperson im Hintergrund, um die sich der Großteil der Handlung dreht, nämlich das Mädchen Ciri, Enkelin der Fürstin von Cintra, die im Lauf der zwei Anthologien und sechs Romane unter vielen harten Erfahrungen zu einer starken Frau heranwächst, die ihr eigenes Schicksal, das ihrer Freunde und der ganzen kriegführenden Elfen- und Menschheit wesentlich beeinflusst.

In der alten Darkover-Reihe von Marion Zimmer Bradley kommen in vielen Bänden Frauen vor (Freie Amazonen), die sich aus ihrer herkömmlichen Rolle befreit haben, aber trotzdem Frauen sind.

In den "Nebeln von Avalon" scheitern die Pläne der Priesterinnen daran, dass Morgaine sich zu sehr von ihren Gefühlen leiten lässt.

In der Trilogie "Reisende" aus der Isrogant-Reihe von Tian Di gibt es neben den männlichen Charakteren die Magierin Alicia dei Xemotearcz (Hab ich bestimmt wieder falsch geschrieben. Wer denkt sich solche Namen aus?). Sie braucht keinen Mann, und wenn sie sich mit einem einlässt, dann weil sie es will und zu ihren eigenen Bedingungen. Am Ende von Band zwei der Trilogie erklärt sie dem männlichen Hauptcharakter, mit dem sie zwischendurch ziemlich intim war, in aller Freundschaft, dass sie NICHT mit ihm gemeinsam weiter reisen will. Außerdem kommen genz selbstverständlich weibliche Mitglieder des Kriegerordens der She-Bashi vor.

In meiner eigenen Reihe versuche ich die Schwester des Hauptcharakters eine unabhängige Kriegerin sein zu lassen UND eine Frau.
Und in meinem aktuellen Drachenroman entwickelt sich der einzige weibliche Perspektivträger von einem unsicheren jungen Mädchen zu einer umsichtigen und selbstbewussten Fürstin, auch wenn ihr bewusst ist, dass sie weiterhin viel zu lernen hat und auf den Rat Anderer angewiesen ist.

Ich halte es für wichtig, in dieser Diskussion zwischen Kindern und "erwachsenen" weiblichen Hauptcharakteren zu unterscheiden. Ein Mädchen kann in einem Kinder- oder Jugendbuch sehr gut eine Hauptrolle spielen, wie das zum Beispiel die zitierte Mara von Tommy Krappweiss tut, oder auch andere alte und neue kindliche Heldinnen aus Literatur und Film.

Seltener gibt es gelungene weibliche Hauptcharaktere, die nach den Maßgaben des Settings als Erwachsene gelten. Ein aus meiner Sicht positives Beispiel sind etliche "Frauen" aus George Martins "Lied von Eis und Feuer" ("Game of Thrones" für die, die nur die Filme kennen). Mehrere zu Beginn der Geschichte noch sehr junge Mädchen, die aber dem pseudo-mittelalterlichen Hintergrund entsprechend ab dem Eintritt ihrer Menstruation (mit 11 bis 13 Jahren) als erwachsene Frauen gelten, fühlen und handeln auch so, nämlich als Frauen. Sie lieben, fürchten sich, lehnen sich (überwiegend innerlich) gegen die Unterwerfung von Frauen als Pfand für ein geschlossenes Bündnis, als Gebährmaschine und Lustobjekt auf. Mal abgesehen davon, wie wahrscheinlich es ist, dass ein elfjähriges Mädchen (das von seinem älteren Bruder lebenslang psychisch terrorisiert und klein gehalten wurde, sich in einen riesenhaften, barbarischen Krieger verliebt, mit dem sie zwangsverheiratet wurde und der sie auch sofort in der Hochzeitsnacht entjungfert) es ein Jahr später schafft, eine riesige Armee aus verschiedenen Kulturen zu sammeln und zu befehligen, mit dieser mehrere Städte zu erobern und sie zur Rückeroberung eines Reiches zu motivieren, das kaum jemand von dieser Armee überhaupt jemals gesehen hat. Sowas ist auch in einem Fantasy-Setting NICHT plausibel. Genausowenig wie das, was der Autor kleine drei, fünf und 15 jahre alte Jungen tun lässt, by the way. Und was sich erwachsene, gestandene krieger von diesen Kindern gefallen lassen.

ABER ... Der Autor hat es immerhin geschafft, Frauen als nachvollziehbare Hauptcharaktere aufzubauen, die nicht nur aus Liebe zu einem breitschultrigen, testosteronkochenden Kerl handeln und ihren Lebenszweck darin sehen, diesem in die Arme zu sinken. Daenerys, Sansa Arya und Margaery haben jede ihre eigenen Ziele, und die sind nicht emotionaler und irrationaler als die jedes männlichen Charakters in dieser Reihe. Und sie verwenden dabei nicht nur die "Waffen der Frauen".

Die "erwachsene" Cersei dagegen schafft in ihrer anhaltenden spät-kleinkindlichen Trotzphase nichts anderes, als anderer Leute Sandburgen, sprich politische Erfolge kaputt zu machen. Ich, ich, ich, meins, meins, meins. Mit Dir spiele ich nicht, du bist doof! Ehrlich, da ist die kleine, neunjährige Arya erwachsener (auch wenn der Vergleich hinkt, weil die Kleine sich in dem Alter noch kaum für Männer als solche interessiert).

Wenn also in einem Roman für Kinder ein weibliches Kind die Heldin ist, dann kann sie (zumindest in einer Kultur, die ihr das erlaubt,) alles tun, was auch ein gleichaltriger Junge schafft. In einem Roman für Erwachsene muss ein Mädchen/ein Teenager/eine Frau auch als Frau agieren. Physisches Kräftemessen mit einem Mann ist dumm, denn sie geht meist zu Ungunsten der Frau aus. Eine muskelstrotzende Emanze ist i.d.R. immer noch physisch schwächer als ein muskelstrotzender Kerl. Sie muss durch bessere Technik und höhere Intelligenz siegen. Oder unterliegen, weil sie diese Vorraussetzungen nicht besitzt.
Während ein männlicher Prota sich bei einem One-Night-Stand vermutlich wenig Gedanken über Verhütung macht, wird einer weiblichen Prota das Thema wichtiger sein. WILL sie schwanger werden? Nimmt sie es in Kauf? Oder verhütet sie grundsätzlich, weil sie ihren Spaß genauso haben will, wie die Männer? Oder weiß sie, dass sie unfruchtbar ist (wie Daenerys)?
Bei Männern hat Macht auch immer damit zu tun, der "Stärkste" sein zu wollen. Bei Frauen ist Macht dagegen etwas Sachliches, Emotionsloses. (Es ist nichts Persönliches, sondern rein geschäftlich!" Eigentlich eine sehr feminine Art "Geschäfte" zu führen.) Frauen leben ihre Emotionen auf einer anderen Ebene aus, mehr im zwischenmenschlichen Bereich. Sie lassen sich vielleicht durch ihre Emotionen im Geschäftlichen beeinflussen, aber mit dem Verlust der Rationalität beginnt dann auch schon das Scheitern. ERFOLGREICHE Frauen müssen im Geschäftlichen die Gefühle außen vor lassen. Erfolgreiche Männer betreiben Geschäfte wie einen Wettbewerb, in dem sie gewinnen wollen.

Ein Autor, bzw. ein Roman, der diese Unterschiede nicht berücksichtigt, muss immer etwas unecht wirken. Meiner Meinung nach. Und deshalb funktionieren viele Romane mit weiblichen Protagonisten nicht.

Geändert von Hobbyschreiberin (14.10.2016 um 01:14 Uhr)
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  #27  
Alt 18.10.2016, 18:26
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Abyssus abyssum invocat
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Im Großen und Ganzen teile ich Deine Ansicht, was den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg bei Frauen als Helden angeht.
Allerdings bin ich anderer Meinung in Bezug auf den Satz "ERFOLGREICHE Frauen müssen im Geschäftlichen die Gefühle außen vor lassen.
Erfolgreiche Männer betreiben Geschäfte wie einen Wettbewerb, in dem sie gewinnen wollen."

Auf das reale Leben angewandt ist das korrekt. Siehe beispielsweise unterkühlte, äußerst beherrschte, aber auch sehr diplomatische Herrscherinnen
wie Maria Theresia oder ganz besonders Queen Elisabeth I. Ihre Kontrahentin Mary Stewart könnte in ihrem Wesen nicht gegensätzlicher sein.
Und wer von beiden landete auf dem Schafott? Die emotionale. Soweit passt alles.

Nun das große "ABER": In der Literatur finden sich wesentlich mehr Romane, Dramen und Erzählungen, die sich mit Mary Stewart befassen, als mit
Elisabeth I. Warum? Weil sie die "spannendere" der beiden ist.
Vernünftige Menschen, die kluge Entscheidungen treffen, werden im Idealfall als solche anerkannt, aber im Zweifelsfall sympathisieren die Massen
dann doch eher mit den emotionalen Schreihälsen und Kraftmeiern.
Menschen reagieren nun einmal nicht immer logisch (und klug).

Darum sind Figuren wie Tyrion und Arya (meine beiden Favoriten bei GoT) zwar äußerst beliebt, aber Cersei hält den Laden am Laufen.
In den ersten Staffeln intrigierte sie mehr oder weniger erfolgreich im Hintergrund (die Nummer mit dem High Sparrow war so dumm, dass es nicht
zu fassen ist - sie hätte sich ja denken können, früher oder später selbst zum Opfer zu werden), doch ab der 6. Staffel änderte sich das.

Sie ist ein Charakter, der nur Verderben bringt - nicht nur für ihre Feinde, sondern gerade für diejenigen, die ihr wichtig sind.
Und jetzt, nach dem Tod (dieses kleinen Schwachmaten) Tommens hat sie endgültig nichts mehr zu verlieren und ist völlig frei in ihrer Willkür. Doch diese
Freiheit ist erst möglich, nachdem sie alles verloren hat.
Die Nummer mit dem Seefeuer war zwar nicht schlau, aber spektakulär - und dafür lieben die Fans sie.
Cersei ist mit Sicherheit weder weise noch diplomatisch - aber sie ist in ihrer geballten Emotionalität eine Furie, und das macht ihren Charakter mittlerweile
so faszinierend und vor allem unentbehrlich für GoT.

In der realen Welt würde sich jemand wie sie, mit diesen (selbst-)zerstörerischen Tendenzen, nicht lange halten können, aber in der Fantasy-Welt von GoT
schafft sie es hoffentlich bis zum Finale.
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Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
der Samen des Lebens


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  #28  
Alt 24.01.2017, 16:04
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Eine Fantasy-Reihe, in der auch Frauen ihren Mann stehen, ohne unweiblich zu werden, ist die "Reisende"-Trilogie von Tian Di aus der Welt von Isrogant. Einer der Hauptcharaktere ist die Magierin Alicia, die unverheiratet mit einem weiteren Hauptcharakter zusammen lebt. Sehr nett und auch ansonsten im Rahmen der phantastischen Prämissen "realistisch". In der Reihe gibt es zum Beispiel in manchen Ländern auch gleichberechtigte Kriegerinnen. Ich finde die Reihe empfehlenswert.

Geändert von Hobbyschreiberin (06.09.2017 um 08:59 Uhr)
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  #29  
Alt 01.02.2017, 16:47
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Tad Williams hat in seiner Shadowmarch-Reihe ja eine ganze Reihe Protagonisten beiderlei Geschlechts. Briony kommt (fuer mich als Mann) dabei recht glaubwuerdig 'rueber.

Ist nicht ganz Fantasy, aber in Otherland ist mit Renie eine der wichtigsten Figuren ebenfalls weiblich. OK, Olga taucht erst recht spaet als Hauptfigur auf, wird aber auch sehr wichtig. Wuerde ich auch als Protagonistin bezeichnen. (Und ob Otherland jetzt SciFi oder Fantasy mit sonderbarem Anstrich ist, lasse ih einmal dahingestellt.)
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  #30  
Alt 17.07.2017, 22:18
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Ich weiß natürlich, daß Eigenwerbung nicht gewünscht ist, möchte aber trotzdem meine Meinung dazu äußern. Ich persönlich finde es sehr schade, daß Frauen in der Fantasy meist nur Beiwerk sind und immer nur die Heilerin oder Bogenschuetzin darstellen. In meiner Welt wird dieses Bild komplett auf den Kopf gestellt, denn der Frauenanteil ist hier so hoch, wie er in üblichen Büchern von Männern eingenommen wird. Die Hauptcharaktere und viele Nebencharaktere sind vorwiegend weiblich. Natürlich gibt es dafür auch eine Erklärung. In Amaria gelangen fast nur Frauen an magische Kräfte.
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  #31  
Alt 18.07.2017, 15:57
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Was mir gerade einfaellt: Eines der besseren Buecher von Wolfgang Hohlbein (ich weiss nicht, ob Heike Hohlbein da schon mitgeschrieben hat, es stand damals nicht drauf) namens "Die Heldenmutter". Zwei Frauen bekommen fast gleichzeitig ein Kind. Das der spaeteren Heldenmutter stirbt, das andere ist anscheinend die Erfuellung einer alten Prophezeihung; dessen Mutter stirbt bei dem (erfolgreichen) Versuch, das Kind vor Schergen des Magier-Diktators zu retten. Die ueberlebende Frau, deren Kind gestorben ist, adoptiert das ueberlebende Kind und macht sich daran, dafuer zu sorgen, dass es die Prophezeihung erfuellt. So arg viel mehr weiss ich nicht mehr, aber ich hatte den Eindruck, dass die Protagonistin recht glaubwuerdig als Mutter dargestellt wird. (Das Ganze hat zwar einen Anflug hohlbein-typischen Plot-Wirrwarrs, aber weil die ganze Geschichte nur ca. 500 Seiten hat, bleibt es ueberschaubar.)
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  #32  
Alt 16.08.2017, 16:46
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Um diese Diskussion nochmal neu zu beleben: Meine Charaktere und ihre Entwicklung werden als besonders lebendig und nachvollziehbar gelobt, und zwar sowohl die männlichen, als auch die weiblichen.

Die Sache mit der scheinbaren Selbstverwirklichung weiblicher Autoren kann ich in Grenzen bestätigen, würde aber für die männlichen Charaktere männlicher Autoren dasselbe behaupten wollen. Vielleicht projiziert ein Autor gleich welchen Geschlechts in einen Charakter des eigenen Geschlechts eher die Eigenschaften und Verhaltensweisen hinein, die er selber gerne besäße. Und vielleicht gerät das dann leicht ein bisschen zu klischeehaft oder/und zu dick aufgetragen, je nach Fähigkeit des Autors. Bei einem Charakter des anderen Geschlechts gibt sich der Autor möglicherweise mehr Mühe, den/diejenige realistisch aufzubauen. Ist aber nur eine reine (und vielleicht ebenso klischeehafte Vermutung) von mir und darf gerne heftig bestritten werden

@Heiko Hellriegel
Diese Einschätzung, dass Frauen in der Fantasy-Literatur nur (bestimmte) Nebenrollen spielen dürfen, halte ich für überholt. Es gibt zahlreiche Romane mit weiblichen Hauptcharakteren, von Romantasy bis High Fantasy, von den Klassikern bis zu den ganz aktuellen Neuerscheinungen. Und diese Frauen haben auch die verschiedensten Eigenschaften und Funktionen in der Gesellschaft ihres jeweiligen Settings.

Geändert von Hobbyschreiberin (16.08.2017 um 16:53 Uhr)
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  #33  
Alt 16.08.2017, 17:20
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Zitat von Hobbyschreiberin Beitrag anzeigen
@Heiko Hellriegel
Diese Einschätzung, dass Frauen in der Fantasy-Literatur nur (bestimmte) Nebenrollen spielen dürfen, halte ich für überholt.
Soweit ich ihn verstanden habe, bedauert er diesen Umstand. Und ich bin auch nicht ganz sicher, ob ich seiner Einschätzung nicht
zustimmen soll.
Es gibt natürlich Romane, in denen Frauen eine durchaus tragende Rolle zugeteilt wird, doch die sind deutlich in der Minderheit -
vielleicht auch deshalb, weil ich Geschichten, in denen klischeebehaftete weibliche Protagonisten die Hauptolle spielen, nicht mitzähle.

Als positiv hervorzuhebende Beispiele fallen mir auf Anhieb Lisbeth Salander aus der Millennium-Trilogie (ist keine Fantasy, aber
ich nenne die Reihe mal trotzdem) oder die Frauen aus der Wächter-Reihe von Sergei Lukjanenko ein.

Aber ich bin immer offen für Anregungen. Welche Romane mit weiblichen Protagonisten wären denn z. B. empfehlenswert? Ich meine,
dass hier im Forum mal eine Reihe vorgestellt wurde, in der eine Art Assassine ein Rolle gespielt hat (natürlich fällt mir gerade weder
ihr Name noch der Titel des Buches ein ... ).
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  #34  
Alt 20.08.2017, 23:23
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Zitat:
Zitat von Cassandra Beitrag anzeigen
Ich meine,
dass hier im Forum mal eine Reihe vorgestellt wurde, in der eine Art Assassine ein Rolle gespielt hat (natürlich fällt mir gerade weder
ihr Name noch der Titel des Buches ein ... ).
Meinst Du die Reihe "Gilde der schwarzen Magier" von Trudi Cavanan?

Geändert von Hobbyschreiberin (20.08.2017 um 23:34 Uhr)
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  #35  
Alt 20.08.2017, 23:32
Benutzerbild von Cassandra
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Nein, es ging nicht um eine Magierin (glaube ich), sondern um eine Assassine. Aber sie war ebenfalls eine junge Frau.
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  #36  
Alt 29.09.2017, 11:06
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PeryRhodan PeryRhodan ist offline
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Ohhh, da bin ich ja richtig beruhigt, relativ unbedarft an das Thema gegangen zu sein.
Meine weibliche Prota fängt als naives Bauernmädchen an und wird druch die vielen Ereignisse erwachsener, härter und auch böser. Gibt es echt so wenig weibliche Haupt-Protas?
Sehr interessanter Threat hier
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  #37  
Alt 30.09.2017, 13:30
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Zitat:
Zitat von PeryRhodan Beitrag anzeigen
Gibt es echt so wenig weibliche Haupt-Protas?
Nö, aber oft sind sie sehr klischeehaft entweder als Amazone oder als zu beschützendes und in die Arme eines richtigen Kerls sinkendes Prinzeßchen dargestellt.

Zitat:
Zitat von Cassandra Beitrag anzeigen
Aber ich bin immer offen für Anregungen. Welche Romane mit weiblichen Protagonisten wären denn z. B. empfehlenswert?
Argh, wenn ich jetzt anfange, nachzudenken, fallen mir natürlich auf Anhieb keine Hauptprotagonistinnen(möglichst klischeefrei)ein. Mal gucken:

Die Drachenreiter von Pern, eine umfangreiche Reihe von Anne McCaffrey, hier vor allem die Charaktere Lessa, Menolly und Moreta.

Die Nebel von Avalon und die ganze Darkover-Reihe von Marion Zimmer Bradley, MZB ist ja generell eine sehr feministisch orientierte Autorin (gewesen? Ich weiß nicht, ob sie noch lebt)

Natürlich die Reihe mit den Glitzervampieren, Twilight, von Stephenie Meyer. Im letzten Band, versucht die Autorin, die Hauptprota aus ihrem Klischee herauszuholen.

Falls mir noch was einfällt, ergänze ich. Was mir auffällt, ist, dass diese Reihen alle von Frauen geschrieben wurden (wobei die Pern-Reihe von McCaffreys Sohn fortgesetzt wurde).

In Jim Butchers Harry-Dresden-Reihe spielt die Polizistin Karrin Murphy als Sidekick eine bedeutende Rolle.

He, und in meinem letzten Machwerk ist natürlich Isabell von Draepon als einer von vier wechselnden Perspektivträgern von Bedeutung. Ich bin aber auch weiblich.

Geändert von Hobbyschreiberin (30.09.2017 um 13:52 Uhr)
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  #38  
Alt 02.10.2017, 10:59
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sindar sindar ist offline
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In der bereits erwaehnten Reihe "Shadowmarch" von Tad Williams gibt es eine Reihe weiblicher Protagonisten. Neben Briony sind das vor allem Qinnitan und die Koenigin der Qar, deren Namen ich nicht mehr weiss; die Letztere koennte auch eine Antagonistin sein, aehnlich wie Yasammez alias Lady Porcupine, da sind die Rollen nicht ganz klar.
Die wenigen Frauen, die in den Mithgar-Baenden von Dennis McKiernan auftauchen, kommen mir allesamt gut dargestellt rueber; namentlich sind das in den Drachenbaenden Faeril und Riatha und in den Elfenbaenden Arin, Aiko und ... wie heisst die Fuchsreiterin nochmal? Finnarin?

Ganz vergessen: Die Titelheldin von "Sabriel" von Garth Nix gefaellt mir auch sehr gut. In den Nachfolgenbaenden "Lirael" und "Abhorsen" sehen anfangs alle Protagonisten unabhaengig vom Geschlecht eher mies aus, das erklaert sich aber gegen spaeter - und wird dann auch besser.
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  #39  
Alt 23.02.2018, 12:06
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Ein Gedanke zu diesem Thema:

Oftmals nehmen Autoren und Autorinnen Pseudonyme auch des anderen Geschlechts an, weil sie oder ihre Verleger glauben, dass sich die Bücher dann besser verkaufen. So wurde J.K. Rowling auch lange von vielen männlichen Lesern für den Namen eines männlichen Autors gehalten. Wie einige erklärten, hätten sie die Bücher zunächst nicht gekauft, wenn sie gewusst hätten, dass sich hinter "J." eine Joanne verbirgt.

Genauso funktioniert das natürlich auch anders herum. Hinter mancher Romantasy-Autorin verbirgt sich ein Mann und hinter manchem vermeintlichen Autoren und hinter mancher Autorin verbirgt sich ein Team von mehreren Personen beider Geschlechter. So ist "Ini Lorenz", die "Autorin" der grausigen "Wanderhure"-Reihe ein Ehepaar und die Autorin von "Barbie in Afrika" ist Wolfgang Hohlbein. Vielleicht also gibt es mehr männliche Autoren mit weiblichen Protagonisten als man so denkt.

Geändert von Hobbyschreiberin (23.02.2018 um 13:07 Uhr)
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  #40  
Alt 23.02.2018, 16:50
Benutzerbild von Beowe dragon
Beowe dragon Beowe dragon ist offline
Dragonier
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In Falle Holbeins kann man sich ja nicht mal sicher sein, ob er wirklich der Autor ist ;)
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