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Wie aus einer Leidenschaft ein einsames Lebenswerk wird.

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  #1  
Alt 15.01.2017, 21:39
Benutzerbild von Galax Acheronian
Galax Acheronian Galax Acheronian ist offline
Gargoyle
Ritter der Tafelrunde
 
Registriert seit: 11.2016
Beiträge: 99
Wie aus einer Leidenschaft ein einsames Lebenswerk wird.

(Keine Werbung, viel mehr ein „Erlebnisbericht)

Zu Sciencefiction wurde schon viel gesagt und es wird immer wieder was gesagt werden, soll es doch Warnung und Mahnung zu gleich sein und trotzdem unterhalten.

In den vergangenen Jahrzehnten mauschelte sich die SF meist in die Richtung feuchter Träume pubertierender Jungen, und im Grunde ist die heutige SF-Welt kaum besser. Kommt noch hinzu, dass es ständig explodieren, brennen, scheppern und Krachen muss. (wie zum Beispiel dies unerträglichen und restlos Hirnbefreiten Reboots von StarTrek … )

In diversen Gruppen, in denen ich mich aufhalte wurde z.B. derzeit „diskutiert“, dass man gerne einen gemeinsamen SF-Roman schreiben würde wollen
Und jeder soll mitbestimmen. Um das grundlegende Festzulegen, wurde (direkt nach der Frage des Subgenre) gefragt, welches Geschlecht die Hauptfigur haben soll, und welche Sexualität sie haben müsse.

Anfangs glaubte ich natürlich, es wird die dickbusige Lesbe in Strapse – nein, es wurde natürlich die dickbusige Bi-Sexuelle in Strapse!
Schließlich mag der geeignete (männliche)Leser sich von seiner Heldin begehrt fühlen, während er sie auf ihren niedergeschriebenen Sex-Abenteuern mit anderen Frauen beobachten darf.

Andere schlimmen Dinge in gängiger SF sind, dass irgendwie Aliens alle wie Menschen aussehen – es sei, es sind die Bösen. Dann sind sie aber auch Stumpf-böse.
Und warum sind alle Hauptfiguren immer US-Amerikaner? Und wieso gibt es die universelle Einheit „Lichtjahr“? Und warum ist das meist nicht anders als heute, nur in Space?
Und warum sprechen zwei 40jährige (und offenkundig jungfräuliche) Erwachsenen über das Thema 'Sex', als währen beide 11jährge katholische Mädchen?
Und weshalb ist der Tot eines anderen immer so egal und ein totes Alien nie mehr wert als eine Umverpackung des neuen Laserblasters?
Und warum sind die Technologien nicht konsequent weiterentwickelt? Warum gibt es über all künstliche Gravitation, aber keine Lebensrechte? … ach, millionen Klischees später … viele SF-Autoren können so gnadenlos einfallslos sein :(

Daher kam ich 2005 einmal auf die Idee, es womöglich besser zu wissen.
Ich versuchte mich an einer SF-Geschichte, die nicht im Fokus trägt, wie geil die Menschheit ist, oder wie wichtig die Erde und wie modern Strapse im Alltag sein könnte.

In der Geschichte versuchte ich jedes noch so erdenkliche Klischee zu meiden, was damit anfing, dass Aliens „menschlicher“ als Menschen waren, das die „bösen“ nicht grundlegend böse, sondern einfach nur doof sein können, aber das Beste im Sinn tragen.
Dass es homosexuelle gibt! (Ist ja in gängiger SF immer irgendwie „geheilt“)
Das Mann wie Frau die selben Uniformen (wie in TNG^^) tragen und dass sie eben keine US-Amerikaner sind. Und auch, dass Technik ihre Physikalischen Grenzen hat, gemessen an unserer Realität. Inkl. der astronomischen Richtigkeit

Heute habe ich aus dieser Idee ein Universum geschaffen, dass relativ nahe an unserer aktuellen Politik geknüpft ist. Die Amis haben die halbe Welt ausgebombt, die Menschen flüchten in Religionen und „Wissen“ ist zu „Gottes Feind“ geworden.
Die Hauptfiguren nabelten sich von dieser Erde ab, und das Abenteuer da draußen bietet viel Raum. Aliens, Planeten, Astronomie, Raumschiffe und all das ohne Krieg, ohne Schurken, des Schurkentums willen, und auch frei von perfekten Helden.
Ich denke heute kaum noch an was anderes, bastle meine eigenen Schiffsmodelle (kann ich ggf. hier mal zeigen) und spinne mir immer neue Geschichten aus. Knapp 20 Geschichten auf etwas mehr als 3000 Seiten habe ich inzwischen niedergeschrieben.
Und nun zum traurigen Fazit: Will keiner lesen/verlegen, weil, es werden nicht die gängigen Gewohnheiten verwurstet, die ein Garant für Geld sind. (obwohl eine der Geschichten sogar mal ausgekoppelt veröffentlicht wurde und direkt für nen Preis nominiert wurde ... )

Tja … ScienceFiction:
schreibst du über die glorifizierte Mensch-allmacht, strapsentragender Busenwunder mit amerikanischer Herkunft und christlicher Gesinnung als ballernde Vollzeithelden, so bist du mitten drin im stets aufgewärmten Zeitgeschehen lukrativer SF.

Anders war noch nie ein Ding, mit dem Menschen klar kamen, weshalb Aliens eben doch nur wie eine Umverpackung sind.
__________________
Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!

Geändert von Galax Acheronian (15.01.2017 um 23:34 Uhr)
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  #2  
Alt 16.01.2017, 11:40
Benutzerbild von TKarn
TKarn TKarn ist offline
Dragon of Chaos
Bewahrer des Friedens
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Rhein-Hessen
Beiträge: 5.346
Während meiner Studienzeit hab ich viel Stanislaw Lem gelesen. da war nichts von den Klischees....
Ich bin sowieso nicht mehr überzeugt von den Filmen, die heutzutage gedreht werden, denn das Phänomen, das du beschreibst, kannst du auch auf andere Genre projezieren....
Aber du hast schon Recht, alles, außerhalb des Mainstreams hat es schwer.
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Würfelserver Eldorai
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  #3  
Alt 16.01.2017, 16:01
Benutzerbild von Aztiluth
Aztiluth Aztiluth ist offline
Kobold
 
Registriert seit: 01.2017
Ort: NRW
Beiträge: 15
Deine Bücherreihe klingt interessant. DAs wäre mal Sci-Fi dass ich auch lesen würde...

Leider gehöre ich wohl auch nicht zur "Mehrheit".
Ich glaube mittlerweile, wer gerne kein Mainstream zeichnet/schreibt muss sich erst eine Fanbase aufbauen. Sei es in Form von Onlinecomics oder In Foren und anderen Seiten zum schreiben. Sobald man einige Leute begeistert hat kann man per Kickstarter oder Vorbestellungen geld Sammen um es selbst zu veröffentlichen. Wobei es auch verläge gibt die sich auf die "besonderen" Geschichten spezialisieren. Wie stark wir Homosexualität behandelt? Der Verlag "Der Schwarze Turm" veröffentlich gerne solche Geschichten, wenn sie denn auch gut sind. Allerding kenn ich das vor allem aus Mangas...
__________________
Mach dir keine Sorgen um dein Leben. Du kommst da eh nicht Lebend raus
Wer es immer eilig hat stirbt auch früher.
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  #4  
Alt 16.01.2017, 16:12
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
Registriert seit: 02.2012
Ort: Faerûn
Beiträge: 11.662
Es ist gewissermaßen ein Teufelskreis - Verlage, Filmstudio etc. orientieren sich an dem, was das Volk will. Und was will das Volk?
Das, was man ihm vorsetzt. Kreativität, Improvisation oder einfach mal etwas ganz anderes auszuprobieren ... All das gilt als Risikofaktor,
der unter Umständen eine Menge Geld kosten könnte.
Und da fast alle Verlage, Plattenfirmen, Filmstudios usw. im Grunde Unternehmen und damit marktorientiert sind, haben wir das Problem,
das Du da oben schilderst.

Viele meiner Kunden sind extrem gute Autoren, mit eigenen innovativen Ideen, die endlich mal ein wenig frischen Wind auf den Büchermarkt
bringen könnten - wenn sie denn einen Verlag fänden, der sich ihrer annimmt.
Einige Verlage, die ich kenne, beschäftigen Umfrageinstitute, um herauszufinden, was "man" da draußen möchte. Und entsprechend wird dann
das Programm zusammengestellt.

Dennoch weigere ich mich, die Autoren dahingehend zu beeinflussen, dass ihre Romane dem Mainstream folgen - viele wollen das auch gar nicht.
Es bleibt eben die Hoffnung, doch noch einen Verlag zu finden, der bereit ist, Geschichte abseits der Gewinnmaximierung zu veröffentlichen.
Oft sind das dann Kleinverlage, die zwar ambitioniert sind, aber wenig Kunden und noch weniger Geld für ordentliche Werbung haben. In dem Fall
wird der Roman zwar veröffentlicht, wird aber meistens kaum wahrgenommen.

Letztlich muss man sich als Autor entscheiden, was man will. Und solange man nicht von seiner Gage die Miete zahlen muss, hat man zumindest
einen gewissen Spielraum.
Meine eigenen Geschichten will ja auch niemand lesen. Ich weiß also, was Du meinst. Dennoch: Zwar sollte man als Autor immer auch an sich
arbeiten und folglich bereit sein, Kritik nicht nur anzunehmen, sondern auch umzusetzen. Aber in dem Moment, in dem man sich selbst bzw.
den eigenen Stil komplett umkrempeln soll, um marktkonform zu werden, würde ich jedem empfehlen, zu passen.
Denn auf lange Sicht kann man nichts anderes sein, als das, was man ist - und man kann auch auch nicht ewig Romane schreiben, die einem
selbst nicht gefallen.
__________________

Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
der Samen des Lebens


("Magic")

(Photo: Franz Herzog © 2004)

Geändert von Cassandra (16.01.2017 um 16:17 Uhr)
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  #5  
Alt 16.01.2017, 20:22
Benutzerbild von Galax Acheronian
Galax Acheronian Galax Acheronian ist offline
Gargoyle
Ritter der Tafelrunde
 
Registriert seit: 11.2016
Beiträge: 99
„Das wäre mal Sci-Fi dass ich auch lesen würde“ - ist ein Satz, den ich in der Tat oft höre.
Aber das beeindruckt niemanden in der Wirtschaft. Ich schätze mal, dass ist der Grund, warum so viele zum selfpublishing gehen – und es dauert nicht lange, und die Verlage, die einem noch die Tür zugerammelt haben und lachend den Spruch „Du willst schließlich was von uns“ ausgespien haben, werden zu bittstellern.

Erinnert nur, wie oft Frau Rowling mit ihrer Idee eines Zauberlehrlings an die Luft gesetzt wurde …
Es ist sowieso eine gewisse Konstante in der Verlagswelt.
Jeder einzelne schreit nach Innovation und vertreibt jeden Funken, der nach „neu“ ausschaut mit dem „wissen“, das neu sich nicht verkauft.

Und, ja, es ist ein Teufelskreis, obwohl in den letzten 20 Jahren an die hunderte von Bücher, Filme und mehr den Markt erobert haben, wo die sich selbst als Experten feiernden noch mit einem schelmischen Lachen gesagt haben: „Das wird nie was!“ (und es wurde doch) haben sie absolut NICHTS gelernt …
Und wie viel Schrott wird produziert? Teiles hanebüchener und undurchdachter Murks wie von einem Kleinkind...
Ich sehe Filme im Kino laufen oder Bücher im Regal, die kommen nicht mal im Ansatz an den eigenen Mist aus der Schublade ran (soll jetzt nicht überheblich klingen oder so ...)
Auf jeden Fall scheint irgendwas gewaltig schief zu gehen … :(

Was das Thema Homosexualität betrifft, das ist eine Randnote wie die Farbe eines Fahrzeugs. In jeder Storie taucht mal ein Mann oder eine Frau auf, die dieses Leben lebt. Der Punkt in den Stories ist u.a. diese Situation als so gewöhnlich darzustellen, dass man IN den Geschichten selbst nicht mehr darüber spricht – es ist einfach da. ;)
Für spezialverlage also „zu wenig“
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  #6  
Alt 12.02.2018, 18:08
Benutzerbild von Galax Acheronian
Galax Acheronian Galax Acheronian ist offline
Gargoyle
Ritter der Tafelrunde
 
Registriert seit: 11.2016
Beiträge: 99
Es ist zwar völlig Banane nach so langer Zeit diesen Thread hier wieder auszugraben, aber allem Gejammer zum Trotz habe ich die Reihe nun doch noch angefangen zu veröffentlichen.


Den Anfang macht der in sich geschlossene Roman "Demeter", welcher in 4 Teilen kommt. Jeweils für n Taschengeld.
Dann ist bei nichtgefallen der Ärger nicht so groß

Auf Mod-wunsch kann das hier auch wieder gelöscht werden.
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