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Hohlbein-Fluch und Segen zugleich

Umfrageergebnis anzeigen: Hohlbein- gut oder schlecht?
gut 2 50,00%
schlecht 2 50,00%
Teilnehmer: 4. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #1  
Alt 14.08.2017, 19:44
Benutzerbild von Dagon
Dagon Dagon ist offline
Kobold
 
Registriert seit: 08.2017
Ort: Koblenz
Beiträge: 24
Hohlbein-Fluch und Segen zugleich

Hallo, Freunde der Fantasy!

Wie ich bereits in meiner Vorstellung im Marktplatz erwähnte, bin ich bekennender Hohlbein-Fan und habe eine Sammlung von 102 Büchern.
Selbstverständlich habe ich mir besonders in diesem Hohlbein-Forum die bereits dick eingestaubten Beiträge durchgelesen und fühlte mich dabei in eine andere Zeit zurückversetzt.
Eine Zeit, in der sich dunkle Abründe auftaten und der Horror Gestalt annahm.
Die damalige Jugend wurde plötzlich von einem übermächtigen Virus befallen, vor dem es kein entrinnen gab. Jeder war in irgendeiner Form infiziert und versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
Das "Modern Talking-Phänomen" nahm seinen dramatischen Verlauf.
Alle fanden es grässlich, keiner hat die gerne gehört und selbstverständlich hat auch keiner die Platten gekauft, aber in unbeobachteten Momenten konnte jeder die Melodien mitsummen oder Pfeifen. Wie konnte MT nur solch einen Erfolg haben und wo sind die ganzen Schallplatten?

Ich denke das Wolfgang Hohlbein auch ein solches Phänomen ist, insbesondere wenn man im Netz Meinungen und Rezensionen liest. Alle finden in schrecklich, können aber Rezensionen über einzelne Bücher verfassen die einer Doktorarbeit gleichkommen und deren Inhalt schon hunderfach zu finden ist.
Eigentlich machen sie genau das, was sie dem Autor vorwerfen. Es werden ganze Texte aus fremden Beurteilungen geklaut, eins-zu-eins Kopien aus eigenen Beiträgen übernommen und des öfteren Sätze wiederholt.
Meiner Meinung nach werden Holbein-Bücher bewusst analysiert und zerlegt, in der Hoffnung Fehler zu finden (das dürfte auch nicht schwer sein).
Wenn jemand W.H. und seine Bücher so grottenschlecht findet, warum liest er sie dann?
Naja, ist ja auch egal, jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung.

Aber was macht Wolfgang Hohlbein so erfolgreich?
Die Antwort ist simpel, denn er hat eines mit Modern Talking, der Kelly Family und Trio gemeinsam.
Die Einfachheit ( Kritiker nennen es Anspruchslosigkeit)!
Das lässt sich in alle Bereiche übertragen, die musik, die bildende Kunst, die Literatur usw..
Warum umständlich kompliziert ( Flug einer Biene um einen Granatapfel eine Sekunde vor dem Aufwachen-Salvador Dali), wenn es auch einfach geht ( Das schwarze Quadrat-Kasimir Malewitsch).
Da W.H. ein Kinder- und Jugendbuchautor ist, hat er genau das richtige Konzept für seinen Erfolg und in einem Zeitalter in dem Terror, Katastrophen, und vor allem Zeitmangel ein großes Problem sind, sind seine Bücher einfach perfekt.
Sie lassen sich schnell und einfach lesen und entführen den Leser in fremde Welten, fernab der Realität.
Auch als Fan schließe ich mich den sachlichen und objektiven Kritiken an, die ständige Satzwiederhohlung und Buch-zu-Buch-Kopie betreffend, obwohl es mich nicht wirklich stört, denn ich "lese" seine Bücher nicht, sondern "erlebe" sie.

Abschließend noch ein Apell an Holbein-Leser und solche die es werden wollen:
Lasst euch nicht entmutigen und bildet euch eine eigene Meinung!!

Und jetzt haut in die Tasten und lasst dieses Forum wieder aufleben!!

Gruß, Dagon
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  #2  
Alt 14.08.2017, 20:15
Benutzerbild von Morwen tar Carnil
Morwen tar Carnil Morwen tar Carnil ist offline
Stolzer Reiter
 
Registriert seit: 08.2017
Ort: Krefeld, NRW
Beiträge: 73
Hallo Dagon.
Mir gefällt Hohlbein nicht.
Die Gründe, warum nicht, hast du in deinem Text teilweise selber genannt.
Habe 2 Bücher von ihm gelesen und mich mit diesen auch sehr schwer getan.
Mir fehlte definitiv eine gewisse Tiefe und in sich schlüssige Welt, in die ich eintauchen könnte. Fühlte mich beim Lesen wie beim Essen in einer grossen Burgerkette. Schnell konsumiert, schmechte so la la und anschliessend bin ich nicht richtig satt.
Zum Glück haben wir Fantasy Fans einen unterschiedlichen Geschmack. Für mich ist Hohlbein nichts, aber ich freue mich immer wenn andere Leser eine Leidenschaft haben. Denke das du wahrscheinlich auch nicht alles mögen würdest was ich so lese, aber für mich ist das ok.
Denke das der Austausch wichtig ist und auch andere Meinungen zu zulassen.
Einen Autor/Autorin zu mögen oder nicht ist ja nun mal Geschmackssache. Hoffe trotzdem das wir einen netten Austausch haben werden.
Grüsse Morwen
__________________


Oh Gott, ich könnte in eine Nussschale eingesperrt

sein und mich für einen König von unermesslichem

Gebiete halten ...


Shakespeare, Hamlet, 2. Aufzug, 2. Szene
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  #3  
Alt 14.08.2017, 20:49
Benutzerbild von Dagon
Dagon Dagon ist offline
Kobold
 
Registriert seit: 08.2017
Ort: Koblenz
Beiträge: 24
Hi Morwen
Erst mal danke für deinen ehrlichen Kommentar.
Ich gebe dir gerne Recht, die Bücher sind schnell zu lesen und haben wenig Tiefe.
Aber um deinen Vergleich aufzugreifen, Currywurst mit Pommes macht dick, ich esse sie aber trotzdem.
Natürlich "lese" ich auch andere Autoren wie Dan Braun, Ken Follet oder Umberto Eco, nur das bringt mir nicht die erhoffte Entspannung weil ich nicht in die Bücher eintauchen kann. Anders war es mit Herr der Ringe, wobei das Kopfkino fleißig mitgearbeitet hat.
Das ist auch der Grund warum ich immer wieder zu Hohlbein zurückkehre.
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  #4  
Alt 14.08.2017, 20:52
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
Registriert seit: 02.2012
Ort: Faerûn
Beiträge: 10.618
Ich hab' schon auf diesen Eintrag gewartet.

Ich bin ein großer Fan von Leuten, die zu ihrem Geschmack stehen und sich nicht eine Liste mit z. B. "intellektuell
anspruchsvollen" Büchern oder Filmen oder CDs zulegen, die sie bei Bedarf abspulen können, um die Leute zu beeindrucken.
Zwar teile ich Deine Meinung was Modern Talking angeht nicht so ganz () (gegen die Musik habe ich gar nichts,
aber die beiden Typen sind einfach zum Kotzen), aber in allem anderen stimme ich Dir zu.

Warum liest man Bücher? Um anderen zu imponieren, oder weil man etwas braucht, damit man die Welt um sich herum für
einen Moment vergessen kann? Jeder Roman, der es schafft, den Leser in eine andere Welt zu entführen, ist per se schon
einmal gut. Alles andere - die Technik, der Aufbau, Rechtschreibung, Grammatik usw. - ist sekundär.
Klingt komisch, gerade aus meinem Mund. Aber ich trenne das: Beruflich bin ich Lektor, aber privat bin ich "nur" Leser -
und letzterem sind technische Feinheiten schnurz, solange die Handlung fesselt.

Ich hatte Mitte/Ende zwanzig mal eine recht ausgiebige Hohlbein-Phase. In diese Zeit fielen Romane wie "Der Greif", "Dreizehn"
oder "Schattenland": Mir hat ganz besonders dieser eine Roman gefallen (kann mich nicht mehr an den Titel erinnern), in dem
ein Junge quasi in seine Computerspiele-Welt eindringen konnte, um von den dort lebenden Wesen zu erfahren, dass diese es
gar nicht prima finden, wenn er als Zocker ihre Welt auf den Kopf stellt und nach Belieben tötet. Ein interessanter Gedanke.
Und am Rande ein ungewöhnlicher Hohlbein-Roman als Empfehlung: "Die Flut".

Doch ein ABER muss ich hier noch hineinpacken (nein, hat nichts mit Schreibtechnik zu tun ^^): Er hat weit über hundert Romane
geschrieben und das ist eine Menge! Selbst ein leidenschaftlicher Vielschreiber, der mehr in der Welt in seinem Kopf als in der realen
lebt, schafft das nicht so ohne Weiteres.
Da stellt sich schon die durchaus berechtigte Frage, ob hier nicht Quantität zulasten von Qualität geht - und dies auch vom Autor
selbst billigend in Kauf genommen wird, denn Hohlbein muss sich seit Jahren keine beruflichen/finanziellen Sorgen mehr machen
(im Gegensatz zu so manch anderem Autor da draußen).
Auch ist es ein offenes Geheimnis, dass er Ghostwriter beschäftigt, seine Familie ebenfalls rege eingebunden wird und er des Öfteren
gerne mal eigene Texte "recycelt".

Da ich selbst schreibe, stellt sich mir natürlich die Frage nach dem Warum. Wieso macht jemand so etwas? Natürlich ist es seine
Sache, aber ich finde, dass gerade in der Fantasy - die immer ein wenig von den "ernsthaften" Lesern belächelt wird - versucht
werden sollte, ein gewisses Niveau zu erreichen, damit endlich einmal klar wird, dass auch solche Geschichten eine Bereicherung
über (den Eskapismus hinaus) sein können. Und es gibt durchaus Autoren, die das schaffen.
Und da Hohlbein nun einmal der bekannteste deutsche Fantasy-Autor ist, hat er da - meiner Meinung nach - eine gewisse Verpflichtung.
Wenn es ihm wirklich ernst ist.
Und er kann ja auch gute Bücher schreiben (siehe z. B. "Die Flut"). Was soll also dieses zwanghafte "bevor ich tot umfalle, schaffe
ich noch den 1.000sten Roman"?

So, das war's mal wieder in aller Ausführlichkeit von moi.
__________________

Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
der Samen des Lebens


("Magic")

(Photo: Franz Herzog © 2004)

Geändert von Cassandra (14.08.2017 um 20:55 Uhr)
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  #5  
Alt 14.08.2017, 21:16
Benutzerbild von Dagon
Dagon Dagon ist offline
Kobold
 
Registriert seit: 08.2017
Ort: Koblenz
Beiträge: 24
Hallo Cassandra

Ich denke mal er ist ein Oper seiner selbst geworden.
Der ständige Druck seines Verlages und vor allem seiner Fans fordet irgendwann einen Tribut.
Man könnte glatt auf den Gedanken kommen, er hat seine Seele verkauft.
Den letzten beiden Absätzen deiner Ausführlichkeit kann ich nur zustimmen.
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  #6  
Alt 14.08.2017, 22:21
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
Registriert seit: 02.2012
Ort: Faerûn
Beiträge: 10.618
Zitat:
Zitat von Dagon Beitrag anzeigen
Man könnte glatt auf den Gedanken kommen, er hat seine Seele verkauft.
An wen bloß und wie viel gibt's wohl dafür? ^^

Aber es wäre schon cool von den Fans (egal, von wem), wenn sie nicht immer "MEHR!" schreien würden,
sondern auch mal weniger groupiemäßig auftreten und ihren Idolen eine Auszeit gönnen würden.

Allerdings glaube ich, dass man ab einem gewissen Punkt vielleicht selbst gar nicht mehr aufhören kann.
Ich könnte mir vorstellen, dass es vielen Schauspielern oder Opernsänger genauso geht, die ihr halbes Leben
auf der Bühne verbracht haben und es überhaupt nicht begreifen, warum sie aufhören sollen, bloß weil sie
ständig ihre Texte vergessen oder die Töne nicht mehr treffen.
Ich glaube, echte Leidenschaft wirkt irgendwann wie eine Droge und man kommt genauso schwer davon weg.

Boah, bin heute wieder weise ...
__________________

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der Samen des Lebens


("Magic")

(Photo: Franz Herzog © 2004)
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  #7  
Alt 14.08.2017, 22:29
Benutzerbild von Dagon
Dagon Dagon ist offline
Kobold
 
Registriert seit: 08.2017
Ort: Koblenz
Beiträge: 24
Da könntest du durchaus Recht haben.
Wieviele Schauspieler sind schon abgestürzt, nur weil sie plötzlich nicht mehr gefragt waren und keine Verträge bekamen.
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  #8  
Alt 11.09.2017, 17:47
Benutzerbild von Hobbyschreiberin
Hobbyschreiberin Hobbyschreiberin ist offline
wieder da ...
Stolzer Reiter
 
Registriert seit: 07.2016
Ort: Südheide
Beiträge: 51
Wenn man die aktive Zeit Hohlbeins mit der Anzahl der unter seinem Namen oder einem seiner Pseudonyme veröffentlichten Bücher ins Verhältnis setzt, müsste er etwa alle sechs Wochen ein Buch geschrieben haben.
Möchte jemand selber nachrechnen? Guckst Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...fgang_Hohlbein
Selbst wenn diese Bücher in sehr großer Schrift gedruckt sind und Bilder enthalten, auch wenn sie inhaltlich sehr schlicht gestrickt sind, auch wenn er nachweislich ganze Kapitel von einem Buch ins andere kopiert hat, so umfassen sie doch in der Regel über 200 Seiten. Das sind eine ganze Menge Worte und Buchstaben, vor allem, wenn man, wie Hohlbein gerne von sich behauptet, von Hand schreibt und dabei in Kette raucht. Das ist allein quantitativ gar nicht zu schaffen. Und wenn man dann noch bedenkt, wie sehr "seine" Bücher in der schriftstellerischen Qualität schwanken, dann kann man sich beinahe vorstellen, was schon lange gemunkelt wird: dass Hohlbein seine Bücher gar nicht mehr selber schreibt, sondern Manuskripte von unbekannten Autoren kauft und diese vertraglich zum Stillschweigen verpflichtet. Wenn man ein gutes Buch schreiben kann, sollte man doch denken, dass das nächste (technisch zumindest) ebenso gut ist, oder?

Jedenfalls mag ich Hohlbeins Bücher nicht nur nicht, sondern schätze ihn auch als Persönlichkeit nicht. Er sollte sich mal ein Beispiel am Auftreten Bernhard Hennens bei BuCons etc. nehmen! Der ist immer da, hat immer Zeit für Gespräche, ist immer nett. Hohlbein dagegen kommt nur, wenn es einen Preis abzuholen gibt, muffelt rum und redet möglichst nur mit Journalisten.

Geändert von Hobbyschreiberin (11.09.2017 um 18:06 Uhr)
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