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Selbstmord: feige? Mutig? Eine Lösung?

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  #141  
Alt 17.01.2013, 20:58
Benutzerbild von Nephthys
Nephthys Nephthys ist offline
Bewahrer des Friedens
 
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Beiträge: 5.745
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich mich zu diesem Thema noch einmal melden sollte, oder nicht.
Nun, jetzt sind vier Tage ins Land gegangen, und da hängt mir noch immer ein gewisses Bedürfnis im Hinterkopf. So what?
(Editieren kann ich ja immer noch ^^)

Die Bardin hat einen wichtigen Punkt angesprochen.
Gedankenkreisel nannte sie es, sofern ich es richtig in Erinnerung habe. Dazu gibts in unterschiedlichen Kreisen unterschiedliche Bezeichnungen. Ich kenne es unter "Kopfkreisen". Das Substantiv ist ja auch egal. Es beschreibt das selbe:
Ein Gedankengang, der immer und immer wiederkehrt. Quasi von allein. Und abstellen lässt es sich auch nicht so wirklich. Sogar durch die Ablenkung hindurch kann es sich Bahn brechen. Und es ist manchmal nur ein Bild. Das kann sich über Tage manifestieren. Und dann tritt genau das ein, was immer eintritt, wenn etwas tausende Male wiederholt wird: ein Lerneffekt.
Wenn dieser Gedankengang dir grade klarmachen will, dass du nutzlos bist. Dass du wertlos bist und dass alles besser wäre, wenn du ... dann ist es wie eine selbstverursachte Gehirnwäsche. Du fängst an daran zu glauben. Über alle Rationalität hinweg. Denn die stellt sich dann ab.
Die ersten Schritte sind übrigens nicht der Suizid an sich. Der erste Schritt ist der Rückzug in sich selbst. Und das ist für Außenstehende nur dann offensichtlich, wenn sie genau darauf achten. Denn - Nichtbetroffene können es sich nicht vorstellen - mit der Intensität dieser Gedanken wird es immer wichtiger, den anderen eine heile Welt vorzugaukeln.
Das hat mehrere Gründe, schätze ich.
Einer davon ist ganz klar der bereits abgefrühstückte. Nichts ist schlimmer, als eine oberflächliche(!!!) Bemerkung nach dem Motto "stell dich nicht so an."
Ich sage bewusst oberflächlich. Zumindest ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein ernstgemeintes, von einer Vertrauensperson stammende "stell dich nicht so an" durchaus "Einnordend" wirken kann.

Wie geht man mit einem potentiellen Suizidenten um?
Das ist eine höchst individuelle Frage.
Weiter oben habe ich gesagt, dass es aufs Zuhören ankommt. Und das stimmt auch.
Ebenso wichtig ist jedoch Ablenkung. Wenn ich einem Suizidienten das Gefühl vermittle, dass ich mich nur für ihn interessiere, weil er grade wieder mal "mies drauf" ist, dann verfestige ich seinen Gedankengang nur noch. Deshalb finde ich zeitlich versetztes Nachfragen ... sehr gefährlich.

Ich kenne jemanden, der mehrere Suizidversuche hinter sich hat. Aber ich weiß auch, dass er jemand ist, auf den die Hypothese mit dem "Hilferuf" zutrifft. Er fühlt sich derartig alleine und einsam, dass er Medies schluckt, um im Krankenhaus zu landen. Und auch um seinen Freunden fast schon freudestrahlend zu berichten, dass er schon wieder eine Überdosis hatte.
Das erste Mal hat mich derartig mitgenommen, dass ich selbst emotional abgestürzt bin. Inzwischen habe ich eine "na und?" - Einstellung ihm gegenüber. Denn jedes Mal, wenn ich den Tanz mitmache, lernt er, dass sich jemand drum kümmert.
Andererseits habe ich - ehrlich gesagt - ohnehin keinen Bock mit meinem Kumpel nur aus seiner suizidalen Absicht heraus befreundet zu sein. Denn er ist nicht "nur" gefährdet.

Und um es deutlich zu sagen: es gehört unterschieden zwischen Suizidenten, die sich tatsächlich das Leben nehmen wollen und solchen, die es eben nur "fast" wollen. In beiden Fällen kann es selbstverständlich den Exitus bedeuten.

Die Menschen, um die es am schlimmsten steht, sagen übrigens nichts. Denn sie wollen nicht vom letzten Schritt abgehalten werden.

Ich denke, das ist für die Hinterbliebenen das Belastenste. Die Frage danach, ob man etwas hätte merken müssen. Und ob man es hätte verhindern können.

Darauf kann ich nur eines sagen:
Bemerken? Vielleicht. Kommt auf die schauspielerische Leistung desjenigen an.
Verhindern? Nein. Man kann nur über gewisse Phasen hinweghelfen. Aber verhindern kann man es nicht, wenn der Suizidient entschlossen ist.

Die Frage nach dem Egoismus ...
Ja, es mag egoistisch erscheinen.
Aber so ist es im Fall der Fälle nicht gemeint. Es geht um eine Erleichterung aller Beteiligten.
Es geht nicht um "Bestrafung" der Überlebenden. Kann ich mir nicht vorstellen. (Juuut, ich glaube aber auch nicht an ein Leben nach dem Tode ... von daher schließe ich einen trotzigen Menschen auf Wolke sieben aus, der da hockt und sich grinsend denkt "das habt ihr nun davon".)

Um noch einmal auf die Logik zurückzukommen, denn das ist ein wichtiger Punkt.
Die Ratio ist in solchen Phasen abgeschaltet. Und selbst wenn sie noch vorhanden ist, dann ist sie zu "leise". Dann sind die eigenen Überzeugungen, die sich in Selbsthass und Selbstekel äußern, viel stärker.
Und ja - da hat die Bardin recht - dann bekommt man einen Tunnelblick. Jede eigene Verfehlung, sei sie tatsächlich gewesen oder nur eingebildet, wird in der eigenen Vorstellung riesengroß. Die liebenswerten Seiten an sich selbst negiert man. Rigeros.

Und ... wie soll man nachvollziehen können, dass andere Menschen einen mögen, wenn man sich selbst nicht ausstehen kann?


So.

Sollte reichen.


Edith schicke ich beizeiten vorbei ...
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Wieso eigentlich ... sind Drachen weise? Das sind Echsen, liebe Leute. Echsen! Habt ihr euch schon mal nen Gehirn von einer Echse angeguckt? Himmel! Da haben meine Meerschweinchen größere Gehirne - und die finden nicht mal den Weg aus ihrem Käfig raus.
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  #142  
Alt 17.01.2013, 21:24
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Darnamur Darnamur ist offline
nicht nach 24 Uhr füttern
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Deine Meinung spiegelt in etwa auch meinen Standpunkt zu diesem Thema wieder. Auch wenn ich (glücklicherweise) noch nicht wirklich viel Erfahrung bezüglich Selbstmord habe- weder bei mir noch bei meinen Vertrauten/Freunden besteht wohl eine ernsthafte Gefährdung.

Das es kein Leben nach dem Tod gibt ist im Übrigen das beste pro-Selbstmord-Argument. Denn mit der Auslöschung deiner eigenen Existenz wird alles zerstört was du jemals gewesen bist. Auch wenn deine Hinterlassenschaften- z. Bsp. hier noch immer zu lesen sind. Für dich hat das keine Bedeutung mehr. Du als Mensch existierst nicht mehr, bist nie da gewesen im Grunde. Das Leben hat nun mal keinen Sinn (überzeugt mich vom Gegenteil- bitte! )

Naja, noch sind nicht alle Rätsel des Universums geklärt- man nehme den Urknall. Vielleicht gibt es ja doch noch die Chance ;) ...auch wenn ich es nicht glaube.

Und nein, nach dieser "Erkenntnis" werde ich mich nicht umbringen, dazu hänge ich doch zu sehr an meinem Leben.

LG,
Darnamur
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  #143  
Alt 17.01.2013, 21:31
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Nephthys Nephthys ist offline
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So?
Das war bisher immer mein Argument pro-Leben
Bin zu neugierig. Will wissen, wie es weitergeht. Wenn dann schon nicht mit mir, dann doch mit allem anderen ... und da nach Einsetzen der Autolyse (sprich: biologisch "programmierte" Selbstauflösung) nix mehr ist, welches das "ich" ausmacht, könnt ich schlecht "stalken"
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  #144  
Alt 17.01.2013, 22:24
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Cassandra Cassandra ist offline
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Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
So?
Das war bisher immer mein Argument pro-Leben
Bin zu neugierig. Will wissen, wie es weitergeht. Wenn dann schon nicht mit mir, dann doch mit allem anderen ... und da nach Einsetzen der Autolyse (sprich: biologisch "programmierte" Selbstauflösung) nix mehr ist, welches das "ich" ausmacht, könnt ich schlecht "stalken"



Bei folgendem will ich mich unter Berücksichtigung eines späteren Editierens Deinerseits ein wenig mit dem zitieren zurück halten bzw. mich auf die eher neutralen Stellen konzentrieren.

Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
Die ersten Schritte sind übrigens nicht der Suizid an sich. Der erste Schritt ist der Rückzug in sich selbst.
Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
Ebenso wichtig ist jedoch Ablenkung. Wenn ich einem Suizidienten das Gefühl vermittle, dass ich mich nur für ihn interessiere, weil er grade wieder mal "mies drauf" ist, dann verfestige ich seinen Gedankengang nur noch. Deshalb finde ich zeitlich versetztes Nachfragen ... sehr gefährlich.
Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
Und um es deutlich zu sagen: es gehört unterschieden zwischen Suizidenten, die sich tatsächlich das Leben nehmen wollen und solchen, die es eben nur "fast" wollen. In beiden Fällen kann es selbstverständlich den Exitus bedeuten.
Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
Die Menschen, um die es am schlimmsten steht, sagen übrigens nichts. Denn sie wollen nicht vom letzten Schritt abgehalten werden.

Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
Aber verhindern kann man es nicht, wenn der Suizidient entschlossen ist.

Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
Es geht nicht um "Bestrafung" der Überlebenden. Kann ich mir nicht vorstellen.
So, ich habe Dein Statements jetzt mal für mich zusammengefasst - solltest Du einige Stellen oder auch alles entfernt haben wollen, wird´s selbstverständlich umgehend editiert.
Im Grunde hast Du alles angesprochen, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. Für mich besonders wichtig war die Stelle mit dem zeitlich versetzten Nachfragen - etwas ähnliches hatte Bardin ja auch schon gesagt.

Ich weiß nicht, aber wäre es eine Taktik, einfach immer wieder den Kontakt zu suchen, so wie man das auch sonst täte und dabei aber für sich auf mögliche Anzeichen etc. zu achten?

Mehr fällt mir hierzu fast nicht mehr ein und eine Art abschließendes "Wort zum Sonntag" dürfte es bei dieser Thematik wohl nicht geben ...
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  #145  
Alt 17.01.2013, 22:51
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Nephthys Nephthys ist offline
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Die eigentliche Frage ist, wie viel Verantwortung willst du als Freund, Angehöriger, Mensch tragen? Und wie viel Verantwortung kannst du tragen?

Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Suizidienten. Es ist sein Leben. Wenn er es beenden möchte, dann darf er es. Wer - abgesehen von ihm selbst und seinen Überzeugungen - könnte ihn aufhalten?
Aus welchen Gründen es auch immer zum Äußersten kommt. Sei es eine Kurzschlussreaktion, sei es eine langfristige Planung. Würde ich es "werten" wollen, würde ich die erste, die kurzfristige Reaktion, für eine unglückliche Entscheidung halten.

Da ich - wie gesagt - jemanden kenne, der gern mal mit Suizid droht (und ich unterstelle ihm keine "böswilligen" Absichten. Er "kann" nicht anders, weil sein Selbstbild verschoben ist.), kann ich sagen, dass es sehr individuelle Grenzen der Verantwortung gibt, die man für Freunde übernehmen kann. Nach einer schlaflosen Woche und dem sehr bedrohlichen eigenen Absturz kann ich für mich sagen, dass ich gern bereit bin zuzuhören. Und ich bin auch bereit dazu, in Krisenzeiten das Handy angeschaltet neben meinen Kopf zu legen. Er darf anrufen. Und ich möchte das auch. Was ich nicht möchte, sind SMS mit dem Grundtenor "ruf an, sonst ...". Denn das ist unfair und es ist schon vorgekommen.
Heute weiß ich, dass er die Nacht auch ohne meinen Anruf überstanden hätte - aber damals wusste ich es nicht. Der Druck unter solchen Umständen ist enorm. Zumal wir 50 km auseinander wohnen und ich kein Auto habe.
Und wenn ich mir nicht sicher bin, dass er nach einem Telefonat "übern Berg" ist, dann steht die Polizei bei ihm auf der Matte. Das weiß er. Das habe ich damals für mich ... äh ... uns entschieden.

Wenn ein Hilferuf dieser Art bei mir getätigt wird, dann muss mein Kumpel auch damit rechnen, dass ihn die Polizei in die geschlossene Abteilung bringt. Zu Profis, die die Zeit, die Geduld, die Erfahrung und auch die biochemischen Mittel haben, ihn aufzuhalten.

Es ist auch zu unterscheiden, ob es sich um eine "rationale" Entscheidung handelt, finde ich. Jemand der einen lethalen Tumor in sich trägt, den verstehe ich, wenn er sagt: nö. Chemo mach ich nicht mit. Und ehe es unterträglich wird, sehe ich zu, dass ...
Das ist übrigens eine Einstellung, von der ich weiß, dass sie in der Öffentlichkeit anerkannt ist. Körperliche Krankheit? Joah, klar. Wird verstanden.

Wo ist dann aber bitte der Unterschied zur psychischen Erkrankung? Suizidale Tendenzen werden zur Diagnose für unterschiedliche Krankheitsbilder herangezogen. Sprich: ein Suizident kann krank sein.
Da dann zu sagen: muss aufgehalten werden ... ich weiß es nicht.
Nicht, dass wir uns misverstehen: ich heiße es nicht gut, wenn man freiwillig aus dem Leben scheidet. Ich kann es jedoch nachvollziehen und möchte nicht darüber urteilen. Denn das steht mir nicht zu.

Wie du erkennen kannst, ob jemand gefährdet ist?
Das ist individuell.
Ich kenne Leute, die sagen, dass sie sich was antun und es dann auch durchführen. Ich kenne aber genausogut Leute, die dieses Thema dann vollkommen aus ihrem Wortschatz streichen - um sich nicht zu verraten.

Allgemein kann es aber ein Hinweis sein, wenn dein Gegenüber "in sich gekehrt" und "nachdenklich" wirkt. Wenn er unkonzentriert ist und dem Gespräch nicht folgen kann (denn dann ist er mit Sicherheit mit seinem Kopfkarussell beschäftigt ^^).
Eine allgemeingültige Regel gibt es dazu aber nicht.

Und Ärzte sind da auch eher ... ratlos. Sie können nur die Geschehnisse der letzten Monate interpretieren (Krisen abschätzen) und nachfragen.
Japp. Sie fragen ihre Patienten danach, ob sie suizidal sind.
Aber im Gegensatz zu Otto-Normal-Verbraucher sind sie darin geübt, Körpersprache zu lesen. Najaaaa ... halbwegs jedenfalls ^^
Und sie sind - sofern es um eine stationäre und/oder ambulante Behandlung in Gruppen geht - auf die Mitarbeit der Mitpatienten angewiesen.
Böse Zungen würden behaupten "petzen", wenn jemand entsprechende Andeutungen gemacht hat.
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  #146  
Alt 17.01.2013, 23:24
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Ich kenne das Problem mit der Verantworung und aus eigener Erfahrung kann ich folgendes sagen: vor etwa zehn Jahren wusste ich vom Verstand her, dass man für die Betroffenen keine Verantwortung übernehmen kann und auch nicht übernehmen darf. Aber damals war ich noch nicht in der Lage, diese Erkenntnis praktisch umzusetzen. Und das Gequatsche von meinen Kollegen, von wegen "Du musst Dich da halt distanzieren" hat mich nur aufgeregt. Das tut es auch heute noch, weil es dummes Zeug ist.
Es geht nicht darum, sich von einem Menschen zu distanzieren, sondern für sich selbst einen Weg zu finden, mit der Situation umzugehen. D.h. ich muss für mich eine Grenze ziehen, die dann auch von mir eingehalten wird - egal was passiert. Mittlerweile habe ich den Dreh mehr oder weniger heraus. Allerdings ist das nichts, was ich mir groß erarbeitet habe, sondern eher etwas (glaube ich), das sich im Laufe der Zeit von selbst entwickelt hat.

Dennoch ist und bleibt es jedes Mal eine Herausforderung. Wird man mit den Absichten eines anderen unmittelbar konfrontiert, muss man schon sehr abgebrüht (oder dämlich sein), um da nicht zumindest feuchte Hände zu bekommen ...
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Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
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  #147  
Alt 17.01.2013, 23:49
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Wenn ich mir das durchlese, komme ich mir so klein, jung, naiv und dumm vor, als wäre ich nur ein kleines, quengelndes Kind, das keinen Plan vom Leben hat. Also, nephtys: großen Respekt meinerseits, dein geschriebenes ist extrem aussagekräftig und treffend. Vielleicht passt das grade nicht ins Thema, aber es muss trotzdem mal gesagt werden: danke, du hast meinen Horizont um Meilen erweitert....

@ topic: ich schließe mich voll und ganz nephtys an!
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Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar
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  #148  
Alt 18.01.2013, 00:03
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Zitat:
Zitat von Cassandra Beitrag anzeigen
Es geht nicht darum, sich von einem Menschen zu distanzieren, sondern für sich selbst einen Weg zu finden, mit der Situation umzugehen.
Ja. Unbedingt.
Jemand hat mal gesagt: "ich bin ich und du bist du".
Dusseliger Satz. Aber er sagt ne Menge aus. Die Probleme des anderen sollte man schon ernst nehmen. Und ich glaube, es lässt sich nicht verhindern, dass man auch auf einer gewissen Ebene mitfühlt. Und es ist gut, dass es so ist. Denn nur so können wir sozial sein.
Aber wir dürfen nicht mit den Problemen des Gegenüber verschmelzen. Denn dann werden wir genauso subjektiv wie der Betroffene selbst. Und damit ist dann niemandem geholfen - ganz im Gegenteil.

Zitat:
Dennoch ist und bleibt es jedes Mal eine Herausforderung. Wird man mit den Absichten eines anderen unmittelbar konfrontiert, muss man schon sehr abgebrüht (oder dämlich sein), um da nicht zumindest feuchte Hände zu bekommen ...
Ja. Das kann ich gut verstehen


Zitat:
Zitat von Alice Beitrag anzeigen
Also, nephtys: großen Respekt meinerseits, dein geschriebenes ist extrem aussagekräftig und treffend. Vielleicht passt das grade nicht ins Thema, aber es muss trotzdem mal gesagt werden: danke, du hast meinen Horizont um Meilen erweitert....
Danke schön.

Auch wenn ich mich über jeden freue, der diesen Horizont nicht aus der eigenen Erfahrung heraus kennt
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  #149  
Alt 18.01.2013, 00:04
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Zitat:
Zitat von Alice Beitrag anzeigen
Wenn ich mir das durchlese, komme ich mir so klein, jung, naiv und dumm vor, als wäre ich nur ein kleines, quengelndes Kind, das keinen Plan vom Leben hat. Also, nephtys: großen Respekt meinerseits, dein geschriebenes ist extrem aussagekräftig und treffend. Vielleicht passt das grade nicht ins Thema, aber es muss trotzdem mal gesagt werden: danke, du hast meinen Horizont um Meilen erweitert....

@ topic: ich schließe mich voll und ganz nephtys an!

Ich finde, dass Dein Statement alles andere als dumm und naiv ist. Reife hängt nicht mit dem Alter oder der Menge an Erfahrung zusammen, die man im Laufe seines Lebens gemacht hat. Entscheidend ist vielmehr, inwieweit wir bereit sind aus unseren Erfahrungen (und denen anderer !!! ) zu lernen bzw. ob wir gewillt sind, stets aufs neue unseren Horizont zu erweitern.
Und wie gesagt: Dein Post zeugt von sehr viel Reife und Verständnis.
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  #150  
Alt 18.01.2013, 00:19
Benutzerbild von Alice
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Zitat:
Zitat von Cassandra Beitrag anzeigen
Ich finde, dass Dein Statement alles andere als dumm und naiv ist. Reife hängt nicht mit dem Alter oder der Menge an Erfahrung zusammen, die man im Laufe seines Lebens gemacht hat. Entscheidend ist vielmehr, inwieweit wir bereit sind aus unseren Erfahrungen (und denen anderer !!! ) zu lernen bzw. ob wir gewillt sind, stets aufs neue unseren Horizont zu erweitern.
Und wie gesagt: Dein Post zeugt von sehr viel Reife und Verständnis.
Danke, auch wenn ich mich immer noch so fühle, als wenn ihr mir alle um längen voraus seid... Aber nun ja, wir alle wachsen mit unseren Aufgaben, und ich habe noch viel Zeit zum wachsen- und erwachsen werden
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  #151  
Alt 18.01.2013, 09:04
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Ich glaube, den meisten ist gar nicht klar, wie Recht Nephthys mit ihrem Beitrag hat. Das kann ich alles nur unterschreiben.

Nur einen Teil noch zitiert (wird ggf. editiert), den ich gern ergänzen würde:

Zitat:
Zitat von Nephthys Beitrag anzeigen
Die ersten Schritte sind übrigens nicht der Suizid an sich. Der erste Schritt ist der Rückzug in sich selbst. Und das ist für Außenstehende nur dann offensichtlich, wenn sie genau darauf achten. Denn - Nichtbetroffene können es sich nicht vorstellen - mit der Intensität dieser Gedanken wird es immer wichtiger, den anderen eine heile Welt vorzugaukeln.
Das wurde ja bisher noch gar nicht erwähnt... woran man das überhaupt erkennt.
Bin selber nochmal in mich gegangen... wo fängt es bei mir an?

Definitiv Rückzug. Weniger gesprächig - und bemüht, Gespräche von Persönlichem wegzuhalten. Kurz angebunden Keine genaueren Angaben zur Gefühlslage. Ausweichen auch vor Kontakt, der normal eigentlich genossen wird. Vergesslich(er). Unausgeschlafen(er). Chaotisch(er). "Durch den Wind". Hinterher mit Aufgaben und Pflichten (da beschäftigt mit Gedankenkreisel oder Ablenkung). Abnehmende Neugierde, weniger wissbegierig, weniger offen. Wiederholtes Lesen von längst bekannten Büchern bzw. Schauen von längst bekannten Filmen - teils zig Male hintereinander. Unwillen vor Neuem. Wenig Geduld. Unkonzentriert. Unaufmerksam. Gleichgültig bei Dingen, die normalerweise als wichtig erachtet werden.

Und immer "Es geht mit gut".

Denke, vieles davon trifft ganz allgemein zu.
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Allein die Existenz von irgendetwas ist das größte Wunder; die Materie, die sich selber formt, das größte Geschenk; die Materie aber, die auf sich selbst herabblickt und denkt, das größte Paradoxon.

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Geändert von Bardin (18.01.2013 um 09:14 Uhr)
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  #152  
Alt 18.01.2013, 12:00
Benutzerbild von Nephthys
Nephthys Nephthys ist offline
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Hallo Bardin,

du hast absolut Recht.
Filme in Dauerschleife ... [Edith war hier]. Und das, ohne dass man sie wirklich mitbekommt. Man sollte meinen, dass man irgendwann die Dialoge rückwärts pfeiffen könnte. Aber dem ist nicht so, denn immer wieder schweifen die Gedanken ab.

Eines möchte ich noch ergänzen, einfach der Vollständigkeit halber:
Es kann auch sein, dass sich der Betroffene in die Arbeit vergräbt.
[Edith war hier]
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Geändert von Nephthys (18.01.2013 um 20:11 Uhr)
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  #153  
Alt 27.03.2016, 12:01
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Und erst recht nicht, wenn es irgendwo einen Menschen gäbe der sich darüber freuen täte.
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  #154  
Alt 27.03.2016, 17:53
Benutzerbild von Cassandra
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... oder die Gelegenheit nutzen würde, sich selbst als ultratrauernde, tragische Person in Szene zu setzen.
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