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Liebgewonnene Märchenklassiker - und wie Filmemacher sie verhunzen!

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  #1  
Alt 27.08.2012, 14:48
Benutzerbild von Nephthys
Nephthys Nephthys ist offline
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Beiträge: 5.745
Liebgewonnene Märchenklassiker - und wie Filmemacher sie verhunzen!

Märchen

Oder:

was Film"schaffende" mit den heiß geliebten Geschichten der Kindheit anstellen ...
Von Nephthys.



Ich nehme mal stark an, dass wir alle mit ihnen groß geworden sind.
Hänsel und Gretel, die sieben Geißlein, Aschenputtel, die kleine Meerjungfrau, Schneeweisschen und Rosenrot, Schneewittchen und die sieben Zwerge... die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern. Ich bräuchte nur den Elan aufbringen, mich von meiner Couch zu erheben (bei meiner Motivation allerdings unvorstellbar), mich zu meinem Bücherregal schleppen und schon hätte ich locker einen Post ... ach was! einen ganzen Thread! ... voll geschrieben.
Aber das wäre ohnehin zweitrangig.

Was hat mich dazu bewogen meine Zeit zu verjuxen und euch auch noch mit in die Sache hineinzuziehen?

Was mich schon immer schrecklich genervt hat ist die Umsetzung der Märchen durch Hollywood. Und um das Übel beim Namen zu nennen: Disney.
Vor zwei Jahren habe ich mit meiner Großbase (11 Jahre) und meinem Großvetter (14 Jahre) zusammen gesessen und wir haben uns über Märchen unterhalten.
Ich war sehr überrascht davon, dass die Kurzen davon überrascht waren, dass die kleine Meerjungfrau eben nicht den lieben langen Tag mit Krebsen und Fischen singt – und schon mal gleich gar nicht am Ende den Prinzen heiratet.
Für diejenigen, die entweder nur die Verfilmungen kennen oder nur die Märchen, bin ich mal so frei und gebe zwei kleine Zusammenfassungen zum Besten:

1939: Schneewittchen und die sieben Zwerge
Die Unterschiede sind eigentlich gar nicht so groß – was vielleicht daran liegen mag, dass man so kurz nach (und kurz vor) dem Weltkrieg nicht so zimperlich war. Wer weiß?
Bleibe ich mal beim Auffälligsten:
Im Film wie im Märchen wird das niedliche, hübsche, liebreizende Schneewittchen von der Stiefmutter gehasst, weil es ihr den Rang als schönste im Land abläuft. Im Film wie im Märchen wird das Mädchen vom Jäger in den Wald geführt um getötet zu werden. In beiden Fällen bekommt der Jäger Mitleid und lässt es mit dem Versprechen ziehen, dass es sich zu Hause nicht mehr blicken lässt. Der Film verzichtet im Übrigen darauf, dass die Stiefmutter die vom Jäger als Beweis gebrachten Lunge und Niere verspeist (oh ja, liebe Freunde der FantasyForen: die Stiefmutter plant einen kanibalistischen Akt! Ist das nicht herzallerliebst?). Schneewittchen erreicht in beiden Versionen das Haus der Zwerge, nistet sich ein und die Männer freuen sich über die willkommene Haushaltshilfe. Während im Märchen die Stiefmutter gleich drei Mal einen Mordversuch startet (Korsett, vergifteter Kamm, vergifteter Apfel) ist es im Film nur das Obst, welches Schneewittchen letzten Endes das Leben kostet. Wie in jedem anständigen Märchen (und Film) kommt natürlich der Prinz.

1950 Cinderella (Aschenputtel)
Jaa, Aschenputtel. Wenn es eine Disney-Verfilmung gibt, die mir so richtig auf den Keks geht, dann diese!
(Inzwischen gibts ja zwei neue Realverfilmungen ... wenn ich denn mal Lust habe, nehme ich auch diese liebendgern auseinander - oder hat jemand von euch Interesse? ...)
Mal sehen: was haben wir sowohl im Märchen als auch im Film? Ein liebreizendes Mädchen, dessen Vater nach dem Tod der leiblichen Mutter des Mädchens eine neue Frau ins Haus holt, die dummerweise eigene Gören mit in die Ehe bringt. Die Gören sind verzogen, gemein und launisch. Aschenputtel wird als Haushaltshilfe im eigenen Anwesen missbraucht und muss sich die Schikanen der Stiefschwestern nebst Stiefmutter gefallen lassen („die guten ins Töpfen, die schlechten ins Kröpfchen“). Heute würde man sagen, sie wird gemobbt. Aber statt in Depressionen zu verfallen, fügt sie sich ihrem Schicksal und erträgt alles geduldig (woah! Was für eine dumme Nuss!). Im Märchen besucht sie das Grab ihrer Mutter, auf dem ein Bäumchen steht, welches sie anstupst. („Bäumchen rüttel dich und schüttel dich, wirf XXX über mich“). Das Bäumchen tut ihr den Gefallen und Aschenputtel kann auf einen Ball des örtlichen Herrschersohnes gehen. Wie es der Zufall so will verliert sie beim überstürzten Verlassen der Festivität ihren gläsernen Schuh (übrigens auch im Film). Ich habe mich schon immer gefragt, wie man mit so einem Pumps laufen kann – aber das tut jetzt erstmal nichts zur Sache. Der Herrschersohn findet den Pumps, von Aschenputtel ist jedoch nichts zu sehen. Also startet er eine Suche. Wem der Schuh passt... man kennt das ja.
Als die Suchmannschaft bei Aschenputtel vor der Tür steht, sieht die Stiefmutter ihre Chance gekommen, die verwöhnten Gören unter die Haube zu bringen. Sie unterschlägt Aschenputtel und nötigt die erste ihrer eigenen Töchter dazu sich ihre Zehen abzuschneiden, damit ihre Quadratlatschen in das zierliche Schühchen passen. Der Suchtrupp lässt sich zunächst täuschen, aber da kommt eine Taube geflogen und verkündet: „Ruckediruh, ruckediruh, Blut ist im Schuh.“ (olle Petze ^^) und die Sache fliegt auf. Die Mutter gibt sich jedoch nicht geschlagen. Schließlich hat sie ja noch eine zweite Tochter. Die passt natürlich ebenso wenig in den Schuh. Also muss eine Lösung her. Dieses Mal darf die Ferse dran glauben und wird abgeschnitten. Gleiches Spiel: der Suchtrupp ist zunächst zufrieden – trifft dann aber erneut auf die geschwätzige Taube.
Schließlich wird Aschenputtel im Versteck aufgestöbert und siehe da: der Schuh passt. Es wird selbstverständlich geheiratet.
Im Film wird gänzlich auf die Verstümmlung der Schwestern verzichtet. Ebenso fehlt das Grab der Mutter mitsamt des Bäumchens. Dafür gibt es drei Feen, die der armen Cinderella unter die Arme greifen. Alles mit einer zuckersüßen Glasur versehen – selbstverständlich.


Gibt es aus eurer Sicht Märchen, die von Hollywood und Co. so rrrrrrrrichtig vermurkst wurden? Weichgespült? Verniedlicht?

Oder gibt es hier in unseren Reihen auch Leuts, die die Sache ganz anders sehen als ich?

Oder - was mich am meisten freuen würde - hättet ihr eigene Beispiele, die ihr unbedingt mal ausführen wollen würdet?
(Selbstverständlich darf / sollte sich hier auch über die neuen Verfilmungen ausgetobt werden.)


Es grüßt euch eine heute extrem mitteilungsbedürftige

Nephthys
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  #2  
Alt 27.08.2012, 17:35
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Du hast noch vergessen, das im Ur-Schneewittchen die Böse Königin in magischen Schuhen bis zum Tode tanzen musste.

Also mir fällt da auf Anhieb "Die Schöne und das Biest" ein: äh ... ja ... und jetzt muss ich die Geschichte mal ganz schnell nachlesen. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass es da mehrere Versionen gibt, von denen die älteste (und vermutlich ursprüngliche) aus dem Frankreich des 18. Jh. stammt.

So, aber zu der Disney-Verfilmung kann ich schon mal sagen, was mich da am meißten genervt hat: dieses ganze be*** Zeug (angefangen bei der Teekanne), das unbedingt herumsingen musste.
Die Geschichte in ihrer ursprünglichen Form hatte etwas zu vermitteln: die Bedeutung innerer Werte gegenüber Äußerlichkeiten. Der Zeichentrickfilm ist einfach nur *** und das Biest sieht wie etwas aus, das jedes Kind vermutlich zu Hause haben will; nicht die Bohne von abschreckend.
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  #3  
Alt 27.08.2012, 23:49
Benutzerbild von Ravenchant
Ravenchant Ravenchant ist offline
Waldelfe
 
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Die Frage ist, ob man wirklich zur anvisierten Zielgruppe gehört.

Weichgespült? Verniedlicht? Klar, das ist Disneys "Markenkern", das hat sie berühmt gemacht.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass schon die Gebrüder Grimm beim sammeln Ihrer Hausmärchen so einiges abgeschwächt haben, was in den Überlieferungen teilweise noch heftiger war.

Wenn Disney familienfreundliche Filme produzieren möchte, wäre es grob fahrlässig, kleine Kinder so zu erschrecken, dass ihnen das Popcorn im Halse stecken bleibt. Die dadurch ausgelöste Prozesslawine würde gerade in den USA in den sicheren Ruin führen.

Wenn ich einem kleinen Kind ein Märchen vorlese, kann ich zumeist abschätzen was ich genau diesen Kind an Dramatik zumuten kann. Ganz wichtig ist auch, dass das Kind jederzeit eingreifen kann um beispielsweise die berühmten "Warum-Fragen" zu stellen.
Einen Kinofilm muss das Kind wohl oder übel über sich ergehen lasse, ohne Einfluss auf das Geschehen zu haben. Hinzu kommt noch, dass die explizite Darstellung von Gewalt in einem Film wesentlich direkter wirkt als die eher abstrakte Form der Erzählung.

Weil also Disney die bestmögliche Massenwirkung erzielen möchte, muss selbst der größte "Schisser" das Kino mit einem guten Gefühl verlassen.

Bin persönlich auch kein großer Disney Fan. Besonders auf das Singen habe ich schon als Kind allergisch reagiert. Fand es übrigens großartig, dass "Shrek" im gleichnamigen Film , neben all den Seitenhieben auf Disney auch das Singen unterbindet!

Andererseits finde ich aber auch dass man kleine Kinder nicht mit Problem überhäufen muss.

Ich erinnere mich an einen Mittelaltermarkt, es war zufällig noch Familientag, wo während des Ritterturniers einer der "guten" Ritter erschlagen und ein Weiterer bei lebendigen Leib verbrannte. Am nächsten Tag konnte man im Forum Einträge empörter Eltern lesen, die sehr lange brauchten um ihren kleinen Kindern klarzumachen, das das nur "Spaß" war und der Ritter nicht wirklich verbrannte!

Andererseits kam es bei dem Turnier aber auch zur folgenden, schönen Begebenheit:

Nachdem der "Bösewicht" den "guten" Ritter heimtückisch erschlagen hatte, wollte er für diese "Heldentat" auf einer Ehrenrunde gefeiert werden. Plötzlich tönte aus der Menge die Stimme eines ca. 6-7 jährigen Kindes, vor Empörung bebend: "Faaaahr zur Hööölle!"

@Nephthys:

Worte wie Base und Vetter klingen für einen Norddeutschen wie aus der Zeit gefallen, wie z.B. zappalot oder blümerant.
Sind diese Begriffe in anderen Regionen noch üblich oder kommst Du vielleicht aus Österreich? ;-)
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  #4  
Alt 28.08.2012, 00:15
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Zitat:
Zitat von Ravenchant Beitrag anzeigen
Wenn Disney familienfreundliche Filme produzieren möchte, wäre es grob fahrlässig, kleine Kinder so zu erschrecken, dass ihnen das Popcorn im Halse stecken bleibt. Die dadurch ausgelöste Prozesslawine würde gerade in den USA in den sicheren Ruin führen.
Grundsätzlich hast Du da natürlich recht, aber es muss doch ein Mittelding geben zwischen einer Umsetzung, die ein Kind bis ans Lebensende traumatisiert und dem, was Disney da veranstaltet. Ich denke mal, dass Kinder sehr viel mehr begreifen, als man ihnen im Allgemeinen zutraut. Und wenn Andersens Meerjungfrau am Ende stirbt, mag das für ein Kind traurig sein, aber es lernt auch etwas über Liebe, Verzicht, Großmut und dergleichen. Ich könnte mir nichts besseres als ein Märchen vorstellen, um einem Kind diese Dinge nahezubringen.
Wobei mir an dieser Stelle einfällt, dass beispielsweise die Grimm´schen Märchen ja ursprünglich gar keine Geschichten für Kinder waren, sondern eine Sammlung von Erzählungen, mit denen sich die Erwachsenen am Herdfeuer teilweise gegenseitig erschreckten.

Zitat:
Zitat von Ravenchant Beitrag anzeigen
Weil also Disney die bestmögliche Massenwirkung erzielen möchte, muss selbst der größte "Schisser" das Kino mit einem guten Gefühl verlassen.
Leider. Aber das liegt nur wieder daran, dass die Kasse klingeln muss, damit der Laden nicht pleite geht. Ansonsten würde die Filmindustrie (genauso wie die Musikbranche) sich vielleicht mal trauen, gegen den Strom zu schwimmen und etwas "unpopuläres" auf die Leinwand zu bringen, anstatt jeder blöden Zielgruppe in den *** zu kriechen.

Äh, und meine angefangene "Die Schöne und das Biest" - Zusammenfassung habe ich nicht vergessen ...

Geändert von Cassandra (28.08.2012 um 00:18 Uhr)
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  #5  
Alt 28.08.2012, 01:53
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Nephthys Nephthys ist offline
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Zitat:
Zitat von Cassandra Beitrag anzeigen
Äh, und meine angefangene "Die Schöne und das Biest" - Zusammenfassung habe ich nicht vergessen ...
Ich freu mich schon drauf :-)


Zitat:
Du hast noch vergessen, das im Ur-Schneewittchen die Böse Königin in magischen Schuhen bis zum Tode tanzen musste.
Yeah! Stimmt ... das nenn ich doch mal ne angemessene Strafe für ihr hinterhältiges Treiben ^^



@ Ravenchant:

Ich freue mich sehr über deine ausführliche Reaktion auf meinen Post.
Soetwas hatte ich mir erhofft :-)


Anmerkung zu Disney:
Es sollte nicht aus den Augen gelassen werden, dass abendfüllende Disneyfilme zumindest in der Anfangszeit (ungefähr in den 1940iger Jahren) nicht für das Zielpublikum "Kinder" erstellt wurden. Diese Zielgruppe hat sich erst später herauskristalisiert. Urspünglich ging es um Erwachsenen-Unterhaltung.

Anmerkung zur Gewalt in Märchen:
Auch die Märchen sind an und für sich nicht primär für Kinder entstanden.
Daher sind sie nicht sonderlich "feinfühlig".
Wenn ich Kinder hätte, würde ich mich hüten, ihnen etwas über Mord (z.B. eine Hexe im Backofen, Hänsel und Gretel), Nötigung und/oder Kuppelei (diverse "Zangsverheiratungen", soll heißen: "der König verspricht seine Tochte an einen dahergelaufenen Prinzen"), Körperverletzung (Zehen und Fersen abschneiden), usw. usw. ... zu erzählen. ;-)

Anmerkung Cousin / Cousine:
Ich stamme nicht aus Östereich. Ich komme ausm Pott und lebe zur Zeit in Norddeutschland - kanns ja mal zum Kaffee vorbei kommen ;-)
Ich fand die von mir verwendeten antiquierten Bezeichnungen einfach zur Thematik passend ...


Grüße

Nephthys
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Geändert von Nephthys (28.08.2012 um 01:56 Uhr) Grund: Edith fügt Adressaten ein...
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  #6  
Alt 28.08.2012, 02:33
Benutzerbild von Ravenchant
Ravenchant Ravenchant ist offline
Waldelfe
 
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Fairerweise muss man aber zugestehen, das Disney niemanden mit Waffengewalt ins Kino zwingt, sondern dass sehr viele Menschen das Verlangen nach eine Auszeit in einer simplen, überschaubaren Traumwelt haben und Disney dies perfekt bedient.

Das abschreckende Gegenstück bildet die deutsche Film und Fernsehwirtschaft. Hier braucht sich niemand am Zuschauer zu orientieren. Das Geld kommt von der GEZ oder der Filmförderung. Ganz im Gegenteil, wer viele Zuschauer ins Kino lockt, setzt sich sehr schnell den Verdacht aus, durch " widerwärtige Anbiederung an den Hollywood-Mainstream" die "Hohe Kunst" zu verraten. So würde es zumindest das deutsche Feuilleton ausdrücken.

Doch auch die Cassandras und Nephthyses (schreibt man die Mehrzahl so? ;-) ) dieser Welt haben noch Verbündete. So hatte beispielsweise der Chef des Disney-Animation Department auch keinen Bock mehr auf den Einheitsbrei und beteiligte sich an der Gründung von DreamWorks. Das erklärt die vielen Seitenhiebe auf Disney in "Shrek".

Nachdem Disney durch das Verschlafen des computergenerierten Animationsfilms mächtig unter Druck geriet, kaufte man kurzerhand Pixar. Ein Studio des für Produktionen wie: Toy Story, Monster Inc., Nemo, Ratatouille und Oben steht.

So treffen sich Disney und Cassandra praktisch auf dem Mittelweg!


@Nephthys

In den Anfangszeit nicht für das Zielpublikum Kinder ...
Dazu fiel mir spontan folgendes ein:
„Ich schenke dem Führer 12 Micky-Maus-Filme zu Weihnachten. Er freut sich sehr darüber. Ist ganz glücklich über diesen Schatz.“
(Joseph Goebbels, Weihnachten 1937)

Auf die "gewalttätige Vergangenheit" der Märchen hatte ich ja auch schon hingewiesen. Eine inhaltliche "Optimierung" erscheint mir aber im Sinne der Disney-Strategie trotzdem logisch.


Da hätte ich jetzt fast : Gehabt Euch wohl ! gesagt.

Also dann ganz norddeutsch: Moin Moin!
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  #7  
Alt 28.08.2012, 03:30
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Nephthys Nephthys ist offline
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Moin Moin,

ganz kurze Antwort nur, weil echt so langsam Schlafenszeit ist ^^

Zitat:
Zitat von Ravenchant Beitrag anzeigen
Nephthyses (schreibt man die Mehrzahl so? ;-) )
Da ich einzigartig bin, hat sich mir diese Frage noch nie gestellt xD

Zitat:
So hatte beispielsweise der Chef des Disney-Animation Department auch keinen Bock mehr auf den Einheitsbrei und beteiligte sich an der Gründung von DreamWorks. Das erklärt die vielen Seitenhiebe auf Disney in "Shrek".
Stimmt. Davon habe ich auch gehört.
Zitat:
In den Anfangszeit nicht für das Zielpublikum Kinder ...
Dazu fiel mir spontan folgendes ein:
„Ich schenke dem Führer 12 Micky-Maus-Filme zu Weihnachten. Er freut sich sehr darüber. Ist ganz glücklich über diesen Schatz.“
(Joseph Goebbels, Weihnachten 1937)
Dazu passt dann etwas, das ich zuvor schon mal im Kopf hatte, weil es tatsächlich nichts mit "Kinderunterhaltung" (stattdessen mit Propaganda) zu tun hat - und aus dem Hause Disney stammt: Der Fuehrers Face


Bis die Tage

Nephthys (Singular ^^)
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  #8  
Alt 28.08.2012, 17:29
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Beowe dragon Beowe dragon ist offline
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Ihr wisst schon das die Geschichten von Gebrüder Grimm nur Mund überlieferte Märchen waren die sie gesammelt haben?
Und bei Mündlich überlieferten Geschichten, ändert sich bei Jeder Erzählung immer etwas, somit kann man hier nicht Disney vorwerfen eine eigene Interpretation der Geschichten heraus gebracht zuhaben und sie herauszubringen. Da NIEMAND mehr die wahre Geschichte kennt.

Wenn ihr über einen Fall Meckern wollt wo man sich nicht an die Vorlagen gehalten hat, dann könnt ihr das bei Herr der Ringe, oder Eragon machen.

Aber das die Jüngeren die Gebrüder Grimm Geschichten nicht kennen, würde ich eher den Eltern vorhalten, das diese ihren Kindern nichts vorlesen. Aber da kommt dann auch wieder die Frage welche Version des jeweiligen Märchens man Vorließt, den es sind nicht nur die GB Märchen in Umlauf.
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  #9  
Alt 28.08.2012, 18:15
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Zitat:
Zitat von Beowe dragon Beitrag anzeigen
Ihr wisst schon das die Geschichten von Gebrüder Grimm nur Mund überlieferte Märchen waren die sie gesammelt haben?
Und bei Mündlich überlieferten Geschichten, ändert sich bei Jeder Erzählung immer etwas, somit kann man hier nicht Disney vorwerfen eine eigene Interpretation der Geschichten heraus gebracht zuhaben und sie herauszubringen. Da NIEMAND mehr die wahre Geschichte kennt.
Ist klar. Aber das Problem ist ja nicht, das Disney etwas verändert, sondern es geht vorallem darum, wie die Märchen präsentiert werden. Würde man sich nur an eine der vielen Vorlagen halten, wäre das schon prima. Ich denke nicht, dass man Kinder im zarten Alter schon mit den Realitäten des Lebens bombadieren muss. Aber es muss ja nicht jeder Film als Barbie-Version daher kommen. Darüber rege ich mich auf.

Zitat:
Zitat von Beowe dragon Beitrag anzeigen
Wenn ihr über einen Fall Meckern wollt wo man sich nicht an die Vorlagen gehalten hat, dann könnt ihr das bei Herr der Ringe, oder Eragon machen.
Naja, darüber wurde schon so viel gesagt ... Und solange es Fans gibt, die die Kinos stürmen, wird sich vermutlich so bald nichts dran ändern (gilt natürlich auch für die Disney-Filme); siehe "Der Hobbit" ...

Zitat:
Zitat von Beowe dragon Beitrag anzeigen
Aber das die Jüngeren die Gebrüder Grimm Geschichten nicht kennen, würde ich eher den Eltern vorhalten, das diese ihren Kindern nichts vorlesen.
Das sowiso. Mir wurden als Kind schon keine Märchen mehr vorgelesen und ich kenne auch sonst keine Eltern in meinem Bekanntenkreis, die das täten.
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  #10  
Alt 28.08.2012, 21:19
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Ist klar. Aber das Problem ist ja nicht, das Disney etwas verändert, sondern es geht vorallem darum, wie die Märchen präsentiert werden. Würde man sich nur an eine der vielen Vorlagen halten, wäre das schon prima. Ich denke nicht, dass man Kinder im zarten Alter schon mit den Realitäten des Lebens bombadieren muss. Aber es muss ja nicht jeder Film als Barbie-Version daher kommen. Darüber rege ich mich auf.


Und warum regst du dich auf? Du tust ja so, ob nur Disney Märchen verfilmen, aber dem ist nun mal nicht so und glaub mir die mit Barbie sind noch viel schlimmer und Pinker^^
Ne aber Disney hat das recht Märchen so wieder zugeben wie sie wollen, wens nicht gefällt braucht deren Version nicht anschauen, gibt ja noch andere Verfilmungen und somit ist für jeden was dabei ;-)
Wäre es nun eine feste Vorlage die gänzlich falsch wiedergegeben wird, kann ich es ja verstehen wenn man sich aufregt (Wie Eragon und Die drei Musketiere 3D), aber doch nicht bei einer Vorlage die selbst nicht der Vorlage widerspricht.

Zitat:
Das sowiso. Mir wurden als Kind schon keine Märchen mehr vorgelesen und ich kenne auch sonst keine Eltern in meinem Bekanntenkreis, die das täten
Da hatte ich ne schöne Kindheit, mir wurden Märchen, Dino Fachzeitschriften und die Griechischen Mythologien vorgelesen (Nur die Harten kommen in den Garten^^). Aber du siehst selbst das es nicht Disneys Fehler ist, das Kidis nichts von den GB Märchen kennen.


Also ich sehe das so, bei Festen Vorlagen (Büchern, Comics, Viedeospielen, Geschichte) habe ich ein Problem, wenn man sich nicht genau wieder gibt (Klar kann nicht alles haar genau verfilmt werden, abstrich lassen sich nicht vermeiden, solange sie an der Geschichte nichts wichtiges ändern). Aber bei nicht festen Vorlagen, habe ich nichts dagegen wenns eine Neue Interpretation gemacht wird.
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  #11  
Alt 29.08.2012, 00:06
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@Beowe dragon

Die Gebrüder Grimm als die "Schöpfer" der deutschen Märchenwelt zu bezeichnen finde ich jetzt nicht soweit hergeholt. Gerade weil sie im wahrsten Sinne des Wortes "festschrieben", was sie aus den mühevoll gesammelten Fragmenten "destillierten".

Diese Essenzen waren es doch, die in den grimmschen Hausmärchen weltberühmt wurden und die jedes Kind kennt, das mit dem Vorlesen von Märchen aufgewachsen ist.

Denke, viele sehen auch das, was Tolkien beispielsweise über Elfen, Zwerge und Orks schrieb, als unumstößliche Wahrheit an. Wenn jetzt ein nachgeborener Autor im Bereich der High Fantasy diese Völker abseits einer Parodie vollkommen anders beschreiben würde, könnte das Probleme geben. (Naja, sicherlich gibt es das heutzutage auch. Um diesen Autor werden dann aber bestimmt Glaubenskriege geführt.)

Vielleicht wurden ja auch Modifikationen durch Disney bewusst vorgenommen um sich den Erwerb der Rechte zu sparen.
"Aschen ... whaaat? No, this is Cinderella, stupid !

Wie man es auch dreht, der "Disney-Style" ist einzigartig, egal ob man ihn als öde oder perfekt empfindet. Glücklicherweise hat jeder Mensch die freie Wahl!

Eltern die ihren Kindern keine Märchen vorlesen, erfüllen ja schon fast den Tatbestand der Kindesmisshandlung !

Geändert von Ravenchant (29.08.2012 um 09:27 Uhr)
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  #12  
Alt 29.08.2012, 19:30
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Zitat von Ravenchant Beitrag anzeigen
@Beowe dragon

Die Gebrüder Grimm als die "Schöpfer" der deutschen Märchenwelt zu bezeichnen finde ich jetzt nicht soweit hergeholt. Gerade weil sie im wahrsten Sinne des Wortes "festschrieben", was sie aus den mühevoll gesammelten Fragmenten "destillierten".
Das ist sogar sehr weit hergeholt, die Grimms haben die Menschen in ihrer Nähe gefragt ob sie Märchen kennen und diese so aufgeschrieben, wie sie von diesen Menschen erzählt wurde. Die Grimms haben also nur die Märchen gesammelt, aber deswegen sind sie keine Schöpfer der deutschen Märchenwelt. Aber dieser Irrtum wird heutzutage gerne verbreitet, aber dagegen kann man nichts machen.

Aber darum geht es auch nicht, sondern darum das die Grimm Märchen nicht die Ursprung Geschichten sind, sondern seit Generation zuvor veränderte weiter Entwicklungen, weshalb man nicht sagen kann das Disney Märchen verhunzt, nur weil sie die Märchen anders als die Grimms wieder geben. Von verhunzen können wir erst reden wenn wir die Ursprungs Geschichten kennen. Es ist leider so, das erst mit den Grimms diese Märchens aufgeschrieben wurden.
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  #13  
Alt 29.08.2012, 19:46
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Disney war leider schon immer sehr versiert darin, Weltliteratur (Robin Hood, Dschungelbuch, Der Glöckner von Notre Dame und viele weitere Opfer) zu Comics für Vorschüler zu verbraten. Allerdings würde ich nicht Pinoccio, Alice oder Arielle (=die kleine Meerjungfrau) als echte Märchen bezeichnen. Als Kunstmärchen stehen diese der Fantasy näher als etwa die Grimm`sche Sammlung oder 1001 Nacht.
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  #14  
Alt 29.08.2012, 20:19
Benutzerbild von Cassandra
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Stimmt - "Der Glöckner von Notre Dame" hatte ich ganz vergessen, oder verdrängt. Am Ende des Romans hätte ich heulen können (und ich bin nun wirklich nicht nahe am Wasser gebaut) und bei dem Film hätte ich kotzen können ...
Und hier ist es mir wirklich wurscht, dass man das Ganze "kindertauglich" umsetzen wollte oder was auch immer. Es gibt einfach ein paar Dinge, denen man sich zum richtigen Zeitpunkt nähern sollte. Da der Roman wirklich nichts für (die meißten) Kinder ist, müssen die eben warten bis sie älter sind. Warum mit Gewalt ein Stück Weltliteratur versauen?!

P.S. Die Verfilmung mit Anthony Quinn ist übrigens absolut sehenswert!

Geändert von Cassandra (29.08.2012 um 20:24 Uhr)
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  #15  
Alt 29.08.2012, 23:00
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@Beowe dragon

Deine Argumentation klingt für mich schon fast spitzfindig im juristischen Sinne.

Das Ganze würde aber ne prima Grundidee für eine Folge "Boston Legal" abgeben.

Die Gebrüder Grimm wollen ihre Märchen zurück und Disney schickt seinen besten Mann - Denny "Beowe" Crane!

Das wird definitiv mein letzter Beitrag zu dieser Thematik, da wir hier wohl nicht auf einen Nenner kommen.

Deiner Argumentation ist ja praktisch, dass sich Disney die Freiheit herausnimmt, eine Geschichte, der kein eindeutiger Urheber mehr zugeordnet werden kann, anders zu interpretieren als in der von den Gebrüdern Grimm "konservierten" Version.

Ich hingegen vertrete die Auffassung, dass die von Nephthys im Eingangspost angeführten weltberühmten "Märchenklassiker" ohne die Gebrüder Grimm überhaupt nicht existieren würden sondern weiterhin nur als wenigen bekannte regionale Geschichten. Gerade weil diese Klassiker weltweit soviel Beachtung fanden, nahm sich Disney ihrer an und modifizierte die weltberühmten "GRIMMSCHEN MÄRCHEN".

Die Märchen aus "1000 und einer Nacht" mögen sich auch aus uralten Quellen speisen. Zu Irritationen wird es vorzugsweise dann komm wenn die weltbekannte Version von Filmemachern "verbogen" wird.

Eine ausführliche Abhandlung über die Entstehung der "Grimmschen Märchen" würde mich mal interessieren, gibt es da schon etwas?

Wikipedia weist zumindest darauf hin das die "Echt hessischen Märchen“, welche ihren Ursprung in altnordischen und urdeutschen Mythen hätten, vielfach auf andere Weise entstanden sind.

Zitat Wikipedia:

Nach Ansicht vieler Forscher war die Pose der sorgfältigen Sammler alter Traditionen, die die Brüder einnahmen, weitgehend eine der Zeitstimmung der Romantik geschuldete Fiktion: Die Märchensammlung stellt vielmehr eine Mischung aus neuen Texten, Kunstmärchen und teils stark bearbeiteten und veränderten Volksmärchen dar.

Bei anderen Märchen wird vermutet, dass sie aus der Feder der Grimms selbst stammten.

Wer weiß, vielleicht schreibt ja Dan Brown schon an seinem nächsten Bestseller: "Der Gebrüder Grimm Code oder " Das Blendwerk"

Geändert von Ravenchant (29.08.2012 um 23:26 Uhr)
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  #16  
Alt 30.08.2012, 05:21
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Wenn ich mich nicht sehr täusche, sind es ebenfalls die Grimms, denen wir unsere "Arabian Nights"- Version verdanken; eine stark gekürzte Version übrigens. Der Originaltext ist, wie die meisten traditionellen Urformen der Grimm`schen Märchen, hochpornographisch.
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  #17  
Alt 30.08.2012, 12:05
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Nephthys Nephthys ist offline
Bewahrer des Friedens
 
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Wenn ich mich nicht sehr täusche, sind es ebenfalls die Grimms, denen wir unsere "Arabian Nights"- Version verdanken; eine stark gekürzte Version übrigens. Der Originaltext ist, wie die meisten traditionellen Urformen der Grimm`schen Märchen, hochpornographisch.
*sinier*

Also mehr was für Hentai denn für Disney ...
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Wieso eigentlich ... sind Drachen weise? Das sind Echsen, liebe Leute. Echsen! Habt ihr euch schon mal nen Gehirn von einer Echse angeguckt? Himmel! Da haben meine Meerschweinchen größere Gehirne - und die finden nicht mal den Weg aus ihrem Käfig raus.
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Wer sich für Fantasy, Kurzgeschichten, Betrachtungen zur Sci-Fi, darstellerisches Handwerk, Computerkunst, Rezensionen, Biologie, Histologie, Taxonomie ... interessiert, der wird hier fündig: Marinas (fantastische) Welt
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  #18  
Alt 30.08.2012, 15:59
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Formorian Formorian ist offline
Dunkler Wanderer
Drachentoeter
 
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Muahahahahh!
(c) 2012 Formorian

Eine Kostprobe von dem, was die Grimms uns unterschlagen haben?
(alle unter 12 bitte ausloggen)

Der Kalif Harun al Raschid lag eines Nachts zwischen zwei Sklavenmädchen; das eine war aus Medina, das andere aus Kafra. Das aus Kafra rieb ihm die Hände, während das aus Medina ihm die Füße rieb und sein *** zum Stehen brachte.
Sagte die aus Kafra: "Ich sehe es kommen, dass du die ganzen Betriebsmittel an dich reißt. Gib mir meinen Anteil davon." Die aus Medina antwortete: "Man hat mir berichtet, dass der Prophet gesagt hat: Wer einen Toten wieder zum Leben bringt, dem gehört der Tote als sein Eigentum."
Aber die aus Kafra fiel überraschend über sie her, stieß sie fort, nahm die Sache ganz in ihre Hände und meinte: "Man berichtete mir auch, dass der Prophet gesagt hat: Die Beute gehört dem, der sie an sich nimmt, nicht dem, der sie hochhält."

Quelle: Allen Edwardes - The Jewell in the Lotus
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Geändert von Formorian (30.08.2012 um 16:20 Uhr)
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  #19  
Alt 30.08.2012, 17:18
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Ravenchant Ravenchant ist offline
Waldelfe
 
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Laut Wikipedia wurde die ursprüngliche Version von "1000 und eine Nacht" in Indien niedergeschrieben. Über Persien gelangte die Geschichte dann nach Arabien.

Die gewollt harmlose Anmutung erhielt sie dann durch die erste europäische Übersetzung des französischen Orientalisten Antoine Galland. Sein Vorgehen wird gern mit dem der Gebrüder Grimm verglichen. Galland entschärfte oder tilgte dabei die religiösen und erotischen Komponenten des Originals, fügte Geschichten wie Sindbad hinzu und bereicherte das Ganze vermutlich mit selbstkreierten Werken wie Aladin und Ali Baba.
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  #20  
Alt 20.09.2012, 10:46
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Laura Laura ist offline
Valar Dohaeris
Erforscher der Welten
 
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Ích habe noch ein Beispiel in welchem ein Grimsches Märchen "etwas verändert" wurde. Hänsel und Gretel neu verfilmt in Hänsel und Gretel, die Hexenjäger. Wenn ein Märchen verändert wurde, dann ist das wohl die radikalste aller Veränderungen obwohl ich sagen muss irgendwie hat es schon was, wenn man mal von der Misshandlung des Märchens absieht, hat irgendwie ein bisschen was von Matrix. HÄNSEL UND GRETEL - HEXENJÄGER | Trailer german deutsch [HD] - YouTube
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