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Ein kurzer Gedanke zum Thema "Wie werbe ich für mein Buch?"

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  #1  
Alt 11.08.2015, 19:52
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
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Ort: Faerûn
Beiträge: 15.035
Ein kurzer Gedanke zum Thema "Wie werbe ich für mein Buch?"

Aus aktuellem Anlass kam mir gerade der Gedanke, einen kurzen Kommentar zum Thema "Werbung" abzugeben.
Soweit ich weiß, haben wir schon an anderen Stellen ausführliche Diskussionen über dieses Thema geführt, aber ich wollte es
hier noch einmal auf den Punkt bringen.

Ich schreibe selbst, arbeite bei einem Verlag und mit einigen (sehr guten! ) Autoren zusammen und weiß daher ziemlich gut,
wie schwer es ist, Bücher - und hier ganz besonderes Belletristik - an den Mann zu bringen.
Als kleiner Gedankenanstoß: 2012 sind allein in Deutschland ca. 90 000 neue Buchtitel auf dem Markt erschienen ...
Ohne Werbung geht heute so gut wie nichts mehr und die ist teuer - sehr teuer. Es sei denn, man hat das Glück, einen Verlag hinter sich
stehen zu haben, der diese Kosten trägt. Allerdings überlegen Verlage es sich dreimal, ob der Roman die Investition wert ist oder nicht,
denn Verlage sind in erster Linie gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen (mit Ausnahme einiger winziger, idealistischer Klein-Verlage -
aber denen fehlt auch hinten bis vorne das Geld).

Die meisten Autoren sind nun nicht in der oben genannten glücklichen Position und müssen kreativ sein, um wenigstens ein paar Leser
auf sich aufmerksam zu machen.
In diesem Zusammenhang kommen viele auf den Gedanken, sich in diversen Foren anzumelden und dort ihr Buch - entweder offen oder
verdeckt, als "Empfehlung" - vorzustellen.
Hierbei sei gesagt: DAS FUNKTIONIERT NICHT bzw. der Autor erreicht damit nur das Gegenteil. Man darf Mund-zu-Mund-Propaganda nicht
unterschätzen. Ehe er sich versieht, findet sich der Autor als jemand bloßgestellt, der auf Biegen und Brechen den Leuten seinen Roman
unter die Nase reiben will. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack und letztlich erreicht der Autor genau das Gegenteil von dem,
was er erhofft hat: Er ist zwar nun einem kleinen Kreis bekannt, aber eben nicht im positiven Sinne.

Ich habe hier schon eine Menge Autoren ihre Werke vorstellen sehen und einige sind wirklich gut. Nur der Weg, den sie zu Werbezwecken
gewählt haben, war nicht optimal.

Da, wie gesagt, einige Bücher gut SIND und es auch verdienen, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen, könnten hier Vorschläge
gesammelt werden - eine Art Leitfaden - wie man sich als Jung-Autor am geschicktesten in puncto Marketing verhält, was für die eigene
Werbung getan werden und was tunlichst vermieden werden sollte usw.

Allerdings frage ich mich hin und wieder schon, warum viele Jung-Autoren nicht von selbst auf die Idee kommen, erfahrenere Kollegen
um Rat und Tipps zu bitten - vor allem, wenn sie schon sehen, dass sich in einem Forum mehrere von ihnen tummeln ...
Ich glaube nicht, dass Schüchternheit allein der Grund ist - vielen kommt dieser Gedanke einfach nicht. Von daher also dieser Thread
hier.

Selbstverständlich bin ich nicht so naiv zu glauben, dass jeder zu Werbezwecken eingeloggte User diesen Thread liest und sich entsprechend
verhält.
Aber vielleicht gibt dies hier dem einen oder anderen vielleicht einen Denkanstoß und - sollten hier tatsächlich ein paar gute Ratschläge
zusammenkommen - evtl. auch eine neue Richtung die er/sie beim Bewerben des eigenen Romans einschlagen kann.
__________________

Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
der Samen des Lebens


("Magic")

(Photo: Franz Herzog © 2004)

Geändert von Cassandra (11.08.2015 um 20:11 Uhr)
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  #2  
Alt 12.08.2015, 14:17
Benutzerbild von Susanne Gavenis
Susanne Gavenis Susanne Gavenis ist offline
Herausforderer der Weisen
 
Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 133
Da ich vor drei Jahren mit meinem ersten Beitrag hier im Forum auch mit der Tür ins Haus geplatzt bin und sofort meine Buchvorstellung rausgehauen habe, ohne mich zuvor vorzustellen oder erst mal anderweitig gehaltvolle Beiträge zu schreiben, bevor ich mich dem dreisten Selbst-Marketing widme, war ich (zwar nicht in der krassen Form, wie manche andere sich und ihre Bücher in Foren präsentieren) auch einmal eines von den ungeliebten neuen Mitgliedern, die zu sehr auf ihren eigenen Roman fixiert sind, um noch auf eine vernünftige Weise nach links und rechts schauen zu können.

Was ich aus meiner Sicht allen angehenden Autoren raten kann, die sich in derselben Situation befinden wie ich damals, ist, zunächst einmal tief durchzuatmen und sich über ihre eigenen Motivationen und Ängste klar zu werden. Bei mir war es zum einen das Gefühl, plötzlich unheimlich unter Handlungsdruck und Zugzwang zu stehen, ohne eigentlich eine Ahnung zu haben, was genau ich tun sollte. Mein Buch war auf dem Markt, und plötzlich - was für mich selbst in dieser deutlichen Form durchaus unerwartet war - habe ich viel mehr als vorher angefangen, mich durch die Augen anderer wahrzunehmen. Während ich bisher im Grunde ausschließlich für mich selbst geschrieben hatte, um meinen Spaß damit zu haben, habe ich plötzlich die Erwartungen des Verlags im Nacken gespürt, möglichst schnell profitable Verkäufe vorzuweisen, um das Vertrauen in mich zu rechtfertigen. Zum anderen hatte ich das Gefühl, gegen die Zeit zu arbeiten, da ich damals von verschiedenen Seiten gehört hatte, dass ein Buch, das nicht innerhalb der ersten zwei oder drei Monate ein gewisser Erfolg wird, ohnehin schon so gut wie vergessen ist und die Leser sich in ihrem Hunger nach Neuem lieber den aktuellen Neuerscheinungen zuwenden, statt nach den alten Kamellen von vorgestern Ausschau zu halten.

Dieser scheinbare Handlungsdruck hat dazu geführt, dass ich - wie ich im Nachhinein bedauernd zugeben muss - für eine gewisse Zeit in blinden Aktionismus verfallen bin. Die von mir schmerzhaft empfundene Notwendigkeit, mein Buch möglichst schnell möglichst vielen potenziellen Lesern bekannt zu machen, hat meinen Blick auf eine Weise verengt und reduziert, dass ich mich nicht mehr primär als Leser und Geschichtenschreiber wahrgenommen habe, der einfach nur Spaß an Geschichten hat und dieses Vergnügen mit anderen teilen will, sondern mehr als ein Staubsaugervertreter, der mit klopfendem Herzen von Tür zu Tür marschiert, um seine vorgeschriebene Quote zu erfüllen. Mit einer solchen Motivation und solchen Ängsten, die im eigenen seelischen Untergrund wuchern, ist es m.E. schwer bzw. gar nicht möglich, auf eine positive und sympathische Weise für sein eigenes Buch zu werben.

Hier wäre es in meinen Augen für jeden Autor, der sich selbst in Foren vermarkten will, absolut bedeutend, den Gedanken des Selbstvermarktens vollständig wieder aus seinem Kopf zu vertreiben und sich auf das zu besinnen, was ihn - mutmaßlich - erst zum Schreiben eigener Geschichten gebracht hat, nämlich die Freude am kreativen Ausdruck, ohne bei jedem geschriebenen Satz auf das antizipierte Lob oder die Kritik der späteren Leser oder den angepeilten Verkaufserfolg fixiert zu sein. Eine Besinnung auf sich selbst und eine Abkehr von einem irgendwie gearteten Gefühl von Fremdbestimmung und Außensteuerung wäre m.E. sehr wichtig, um für sich selbst den Druck aus der eigenen Buchveröffentlichung zu nehmen. Damit einher sollte auch das Entwickeln einer gewissen Bescheidenheit gehen - was je nach Persönlichkeit des Autors mehr oder eher weniger geboten wäre -, um sich nicht durch seine Veröffentlichung plötzlich als Nabel der Welt zu empfinden, auf den - in positiver wie in negativer Hinsicht - der Rest der Menschheit mit Argusaugen blickt. Würde ich als Autor sowohl an meinem Gefühl der eigenen Grandiosität als auch an meiner Angst, alle Welt würde mein Buch aufs Übelste in der Luft zerreißen, würde ich es nicht wie der Teufel höchstselbst in den höchsten Tönen loben, kritisch und selbstreflektiert arbeiten, würde ich den Gedanken an blindwütige Selbstvermarktungsexzesse in Foren oder anderswo m.E. sehr schnell von allein wieder aufgeben.

Tatsache ist, man hat mit seiner Veröffentlichung weder den heiligen Gral gefunden noch für Weltfrieden gesorgt, ebensowenig wie man damit dem Antichristen den Weg auf die Erde geebnet hat und auf ewig dafür verdammt werden muss. Also sollten weder die eigenen Gedanken allzu intensiv um diese Veröffentlichung kreisen, noch sollte man andere Menschen mit dem Vorschlaghammer zwingen, das veröffentlichte Buch gefälligst wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen. Das ist zwar jetzt noch kein richtiger Werbetipp, aber ich finde, die eigene Einstellung als Autor ist - auch wenn sie nur indirekt dazu führen mag, dass das eigene Buch sich verkauft - auf jeden Fall ein wichtiger Faktor, der einen sympathisch macht und dabei hilft, den eigenen und den Seelenfrieden der anderen zu bewahren. Und wenn man als Autor dazu nicht in der Lage ist, nützen einem auch hohe Verkaufszahlen nichts.
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  #3  
Alt 12.08.2015, 18:12
Benutzerbild von Valas
Valas Valas ist offline
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Eroberer des Universums
 
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Ort: Menzoberranzan
Beiträge: 2.628
Zitat:
Also sollten weder die eigenen Gedanken allzu intensiv um diese Veröffentlichung kreisen, noch sollte man andere Menschen mit dem Vorschlaghammer zwingen, das veröffentlichte Buch gefälligst wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen.
Das ist, wie ich finde, das Allerwichtigste. Denn die Menschen in Foren oder anderswo können ja nicht das geringste dafür, dass jemand auf Biegen und Brechen sein Buch veröffentlichen und jede Menge Exemplare davon verkaufen will / muss. Denn die Veröffentlichung eines Buches oder dessen Vermarktung in Angriff zu nehmen, ist eine Entscheidung, die man selbst trifft.

Und selbst wenn man mit dem aufkommenden Druck, Zugzwang oder was auch immer anfangs nicht rechnet - sich ihm unterwerfen muss man nicht, und jegliche Manieren oder Rücksicht verlieren auch nicht.

Denn wenn man das zu lässt, ist man auch nur jemand, der in der heutzutage ohnehin auf Konsum gedrillten Gesellschaft genau das selbe tut wie viele Firmen - man betreibt gewissermaßen auch Konsumterror, um mit seiner Buch-Werbung andere zum Kauf zu bewegen. Aber genau das geht in 99% der Fälle komplett nach hinten los.
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Lolth will do as she will. I, however,
am loyal to Bregan D'aerthe, and to my city.
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  #4  
Alt 13.08.2015, 12:22
Benutzerbild von Susanne Gavenis
Susanne Gavenis Susanne Gavenis ist offline
Herausforderer der Weisen
 
Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 133
"Konsumterror" trifft es ziemlich gut. Ich denke, ein großes Problem, mit dem viele Autoren, die ihr erstes Buch veröffentlichen, in dieser deutlichen Form nicht rechnen, ist das Gefühl, als Mensch zurückgewiesen zu werden und eine massive Kränkung zu erleben, wenn sich das eigene Buch schlecht oder gar nicht verkauft. Das muss m.E. nicht einmal unbedingt etwas mit einem von vornherein aufgeblähten Riesen-Ego zu tun haben, sondern einfach mit einem plötzlichen Gefühl des Kontrollverlusts, wenn das Werk, an dem man vielleicht jahrelang ganz allein gearbeitet hat und bei dem man letztlich der allmächtige Gott war, der die unumschränkte Gestaltungsmacht besessen hat, mit einem Mal von anderen Menschen für gut oder mangelhaft befunden werden kann. Der jähe Sturz in die Machtlosigkeit und völlige Abhängigkeit vom Urteil anderer (das sich u.a. auch in den Verkaufszahlen zeigt) kann, denke ich, bei dem einen oder anderen zu einer zeitweiligen Überreaktion bzw. Überkompensation führen. Und dann wird mit der Brechstange versucht, sich wieder ein Stück Kontrolle zurückzuholen, indem die gnadenlose Werbelawine fürs eigene Buch losgetreten wird.

Das Problem dabei ist allerdings, dass ein Verhalten, das letztlich in Angst und mangelndem Vertrauen gründet, m.E. niemals zu etwas Gutem führen kann, sondern dass das, wovor man ursprünglich Angst hatte - die Ablehnung der anderen und das Gefühl, abhängig von ihrem Richterspruch zu sein - durch ein solches überzogenes Verhalten erst recht eintritt. Und die Mitglieder in den Foren sind ja zu Recht genervt von Autoren, die ohne das geringste Feingefühl allen ihre göttergleichen Werke um die Ohren hauen und sich nicht im Mindesten um die persönlichen Grenzen anderer scheren.

Was ich allen Autoren, die in sich das Bedürfnis spüren, fünf Minuten nach der Veröffentlichung ihres Buches in 500 Foren mit Donnerhall eine identische Lobpreisung ihres Werks zu verkünden, nur raten kann, ist, stattdessen daran zu arbeiten, ihre Freude am Schreiben und ihrer Kreativität und das Gefühl von Eigenmacht wieder zu sich zurückzuholen. Mein eigenes Mantra nach meiner damaligen Veröffentlichung (und nach meinem zeitweiligen blinden Aktionismus) war: "Wenn nur ein einziger Leser mein Buch kauft und beim Lesen denselben Spaß hat wie ich, als ich es geschrieben habe, dann war es die Geschichte wert, erzählt zu werden."

Wenn man als Autor in dieser Richtung an seinen Einstellungen arbeitet, schafft man es m.E., sich Stück für Stück aus der Eigendynamik des Konsumterrors herauszuziehen. Denn du hast zweifellos recht: Sich diesem Werbezwang mit all seiner Übergriffigkeit gegenüber anderen hinzugeben, ist eine freie Entscheidung, ebenso wie es in den eigenen Händen liegt, eine andere Wahl zu treffen. Das aber würde bedeuten, daran zu arbeiten, sich vom Gefühl der Fremdbestimmung durch den Markt und die Leser so weit zu lösen, dass das eigene Werk wieder als etwas Eigenes wahrnehmbar wird, das nicht durch das Ignorieren, Loben oder Kritisieren anderer Menschen in seinem Wert erhöht oder gemindert wird. Und wenn dieses Gefühl der Abhängigkeit schwächer wird, würde damit m.E. zugleich auch die Angst vor persönlicher Kränkung und Zurückweisung geringer werden, und sowohl der Autor als auch seine anvisierten Leser in den Foren hätten wieder mehr Luft zum Atmen.

Das würde allerdings für jeden Autor eine fortdauernde Übung in Selbstgenügsamkeit und Bescheidenheit bedeuten. Was viele aufdringliche Autoren mit ihren überzogenen Werbeaktivitäten völlig vergessen, ist die schlichte psychologische Wahrheit, dass etwas, das man aus einem Gefühl der Angst tut, niemals zu einem Gefühl der Befriedigung oder Angstfreiheit führen kann, sondern letztlich diese Angst immer nur weiter nährt. Denn was ist, wenn ich mit meiner Buchwerbung alle relevanten Foren überrollt habe? Schon kommt die Angst: Reicht das schon? Sofort werden die Verkaufsränge bei Amazon kontrolliert, ob sich dort etwas tut. Oh Gott, ich werde ja trotz meiner Anstrengungen in den Foren ignoriert! Mein letzter Verkauf ist ja schon zwei Monate her! Das Herz fängt an zu klopfen, und dann schießt mir der rettende Gedanke durch den Kopf: Wenn ich mich in denselben Foren nochmal als Leser ausgebe, der zufällig über mein Buch gestolpert ist, und es als total genial hinstelle, dann wird der Erfolg ganz sicher kommen! Aber woran erkenne ich diesen Erfolg? Sind mir in meiner Angst, ignoriert und für ungenügend befunden zu werden, ein oder zwei neue Verkäufe bei Amazon schon genug? Denn wer weiß, wie es morgen oder übermorgen aussieht? Und warum sind es nur ein oder zwei Verkäufe? Warum nicht 40, 70 oder 100? Andere Autoren haben viel bessere Verkaufsränge als ich! Trotz meines kleinen Erfolges fühle ich mich schon wieder mit dem Rücken zur Wand, und nach dem Motto: Mehr des Gleichen hat noch nie geschadet!, schreibe ich mir meine Leserrezis bei Amazon und in den Foren lieber gleich selbst, damit alle Welt sieht, wie toll ich als Autor bin. USW.

Letztlich hilft aus dieser Angst-Aktivitätsspirale nur der konsequente Ausstieg durch ein radikales Umdenken (wie es in der Psychologie so schön heißt: Man muss "loslassen" - seinen Wunsch, von den Lesern geliebt zu werden, durch ihr Lob im eigenen kreativen Schaffen legitimiert zu werden, durch Fremdbestätigung den eigenen Selbstwert zu vergrößern). Und das Schönste dabei ist: Durch dieses Loslassen holt man sein eigenes Buch auf eine gute und konstruktive Weise zu sich selbst zurück. Davon profitiert nicht nur der Autor, sondern auch seine - vielen oder wenigen - Leser.
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  #5  
Alt 13.08.2015, 12:48
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
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Ort: Faerûn
Beiträge: 15.035
@ Susanne: Ich habe mir schon gedacht (oder besser: gehofft), dass Du etwas hierzu schreiben würdest. Danke Dir für diese ausführlichen und hilfreichen Kommentare.

Wie Du und der Boss bereits geschrieben haben, ist die Entscheidung sich in diversen Foren breitzumachen, oft aus der Hoffnung heraus,
sein Buch auf diese Weise gewinnbringend vermarkten zu können, ganz einfach kontraproduktiv.
Oft geschieht dies nicht aus Arroganz oder Desinteresse gegenüber der Forengemeinschaft, sondern aus Unwissenheit und mangelnder Erfahrung.

Von daher wäre es wichtig, dass sich Jung-Autoren nicht nur allein ins stille Kämmerchen setzen, ihr Buch schreiben, irgendwo drucken lassen und
sich dann Gedanken machen, wie sie es an den Mann bringen könnten.
Auch Ratschläge von Mama, der besten Freundin oder der Tante, die Deutschlehrerin ist, sind i. d. R. nicht hilfreich (und schon gar nicht deren Lektorat!).
Viel wichtiger ist es, sich z. B. in einem Schreibforum anzumelden, den Kontakt zu anderen Autoren sowie den Austausch mit diesen zu suchen.
Auf diese Weise erfährt man viele wichtige Details und erhält wertvolle Tipps rund um's Schreiben UND man kann Auszüge aus seinen Texten vorstellen
und kritisieren lassen. Das mag oftmals nicht angenehm sein, ist auf lange Sicht aber sehr wichtig und dient letztlich der eigenen Entwicklung als Autor.
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Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
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  #6  
Alt 13.08.2015, 16:08
Kaeptn Kaeptn ist offline
Bewahrer der Traenen des Lebens
 
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Beiträge: 168
Zitat:
Zitat von Susanne Gavenis Beitrag anzeigen
Letztlich hilft aus dieser Angst-Aktivitätsspirale nur der konsequente Ausstieg durch ein radikales Umdenken (wie es in der Psychologie so schön heißt: Man muss "loslassen" - seinen Wunsch, von den Lesern geliebt zu werden, durch ihr Lob im eigenen kreativen Schaffen legitimiert zu werden, durch Fremdbestätigung den eigenen Selbstwert zu vergrößern). Und das Schönste dabei ist: Durch dieses Loslassen holt man sein eigenes Buch auf eine gute und konstruktive Weise zu sich selbst zurück. Davon profitiert nicht nur der Autor, sondern auch seine - vielen oder wenigen - Leser.
Wow, eine sehr refektierte Sicht auf die Dinge (der ganze Beitrag). Ich erkenne mich da auch wieder, was das verletzte Ego angeht. Leider ist das mit dem Loslassen nicht so einfach, wobei ich weniger in Werbe-Aktionismus verfalle, sondern in der Tat den Spaß am Schreiben verliere und mir immer öfter die "Wofür mache ich das eigentlich?"-Frage stelle.

Zur Werbung an sich:
Ich finde, wenn es ein entsprechendes Unterforum gibt, ist Werbung per se ok. Es sollte nur nicht der einzige Beitrag zum Forum sein und vor allem sollte man nicht auf die peinliche "Ich hab da ein Buch gefunden"-Masche kommen, denn damit beleidigt man auch noch die Intelligenz der anderen Forenbesucher.
__________________
Kaeptn

...............
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  #7  
Alt 14.08.2015, 12:01
Benutzerbild von Susanne Gavenis
Susanne Gavenis Susanne Gavenis ist offline
Herausforderer der Weisen
 
Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 133
Ja, das mit dem Loslassen ist in der Tat eine schwierige Sache. Worüber sich, denke ich, viele nicht klar sind (Autoren und auch andere, die in irgendeiner Sache lockerer werden wollen), ist, dass das Loslassen keine einmalige Angelegenheit ist, für die man sich ein Mal entscheidet, und dann ist das Thema bis zum Lebensende vom Tisch. Dieses Loslassen ist - sowohl bei mir als auch, wie ich ganz stark annehme, bei anderen - ein kontinuierlicher Prozess, der aus vielen tagtäglichen Entscheidungen besteht, die man jedes Mal aufs Neue treffen muss. Schaue ich mal wieder bei Amazon vorbei, um meinen Verkaufsrang abzuchecken oder zu schauen, ob es vielleicht eine neue Kundenrezi zu meinem Buch gibt, oder lasse ich es bleiben? Besuche ich eine Webseite eines Autoren, der im selben Genre schreibt wie ich, um zu sehen, was er so zu sagen hat, oder schreibe ich stattdessen lieber einen neuen Artikel für meine eigene Webseite? Folge ich den Links zu den - mutmaßlich ziemlich positiven - Rezensionen der Bücher anderer Autoren, mit denen sie in den Foren oder auf ihrer Facebook-Seite werben, oder lese ich stattdessen mal wieder ein paar Seiten in meinem Lieblings-Schreibratgeber, um mein Wissen ein wenig aufzufrischen? Besuche ich ihre Facebook-Seiten, nur um sofort einen Blick darauf zu werfen, ob sie mehr Likes haben als ich selbst?

Dies alles - und noch vieles andere mehr - müssen natürlich keine Entweder-oder-Entscheidungen sein, bei denen es ums eigene Seelenheil oder die ewige Verdammnis geht. Von elementarer Bedeutung ist hier m.E. die Bereitschaft, einigermaßen aufrichtig zu mir selbst zu sein und ehrlich in mich hineinzuschauen, um meine jeweilige Motivation erkennen zu können, mit der ich etwas tun will. Wenn ich in mir - vielleicht auch nur vage und unbestimmte - Angst und Zweifel am Wert meiner eigenen Bücher und mir als Autor spüre, wäre meine klare Empfehlung, mit diesem Gefühl nicht nach links und rechts zu schauen, sondern ganz konsequent bei sich selbst zu bleiben.

Mit einem solchen Gefühl die Arbeiten anderer Autoren, ihre Rezensionen, Verkaufsränge oder Leserrezis bei Amazon zu betrachten, führt m.E. beinahe unweigerlich dazu, dass man sich selbst noch schlechter fühlt, weil man immer etwas entdeckt, das der andere vermeintlich besser kann oder wo er scheinbar mehr Erfolg als man selbst hatte. Wenn man schon von vornherein durch eine düstere Brille in die Welt hinausblickt, filtert das dunkle Glas alles Licht, das sehr wahrscheinlich auch da wäre, so konsequent heraus, dass man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch irgendetwas in seiner negativen Selbstwahrnehmung bestärkt wird.

Eine Zeitlang war es für mich fast eine Art von therapeutischer Notwendigkeit, nicht nach links und rechts auf andere Autoren zu blicken, sondern bei meinen eigenen Büchern und meinem eigenen Selbstverständnis als Autorin zu bleiben, um von diesem außengesteuerten Aktionismus und den antizipierten Erwartungen anderer wegzukommen. Wenn man es dagegen geschafft hat, auf eine konstruktive Weise bei sich selbst zu bleiben (also das Vergleichen mit anderen, das letztlich nur das eigene Mangelgefühl nährt, aufzugeben bzw. so loszulassen, dass man die Kontrolle darüber behält und gedanklich gegenlenken kann, wenn man wieder mal Gefahr läuft, seine innere Mitte zu verlieren), kann es eine schöne Sache sein, sich mit den Arbeiten - und den Erfolgen - anderer Autoren zu beschäftigen und sich mit ihnen zu freuen.

Eine einigermaßen realistische Selbstwahrnehmung bzw. die Bereitschaft, daran zu arbeiten, sollte daher in meinen Augen jeder Autor mitbringen, der sich überlegt, in Foren Werbung für seine Bücher zu machen. Wem der eigene kreative Ausdruck - unabhängig vom Lob oder der Kritik anderer - das Wichtigste ist, verspürt gar nicht mehr ein solches Verlangen, sein eigenes Buch auf eine manchmal groteske Weise in den Himmel zu heben, und er erkennt, wann er Gefahr läuft, mit seiner Werbung über das Ziel hinauszuschießen und gegenüber den übrigen Forenmitgliedern übergriffig zu werden, einfach weil er nicht mehr so machtvoll von Ängsten, Zweifeln und Unsicherheiten getrieben wird.

Voraussetzung ist allerdings, dass man den Wunsch nach einer solchen angemessenen Realitätswahrnehmung in sich verspürt. Ich weiß sehr wohl, dass es in jedem Bereich des Lebens - auch unter Autoren - Menschen gibt, die mit Worten nicht zu erreichen sind. Wer schlicht keine Lust hat, sein eigenes Handeln zu reflektieren und an den kritischen Rückmeldungen der anderen zu überprüfen, wer zudem vielleicht gar nicht von Ängsten und Selbstzweifeln geplagt ist, sondern sich tatsächlich für Gott hält, den kann nichts davon abhalten, in Foren eine übergriffige Werbelawine nach der anderen zu starten und trotz kritischer oder aggressiver Reaktionen der übrigen Forenmitglieder damit weiterzumachen. Wenn nichts mich dazu bringt, einmal in meinem Handeln innezuhalten und mich zu fragen: "Was, zum Teufel, TUE ich hier eigentlich? Und wie fühle ich mich überhaupt dabei?", wenn mich auch der wütendste Proteststurm gegen meine Buchwerbung in einem Forum nicht betroffen macht und erschrocken schlucken lässt, dann bin ich jenseits aller Worte, und selbst der wohlmeinendste und klügste Rat von anderen wird wirkungslos an mir abprallen. Dann allerdings ist jedes Wort an einen solchen Menschen verschwendete Atemluft, und es hilft nur rigoroses Handeln, um sich selbst vor seinem Egoismus und seiner Dreistigkeit zu schützen.
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  #8  
Alt 18.08.2015, 12:57
Benutzerbild von Cliff
Cliff Cliff ist offline
Zwerg
Hueter der Heilenden Quellen
 
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Ort: Emsland
Beiträge: 675
Ich wollte einfach nur ein kurzes Danke hier einwerfen! Habe das Thema interessiert gelesen und fand viele Aspekte sehr gut ... Danke!
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  #9  
Alt 03.10.2015, 11:51
Yuuri Yuuri ist offline
Reisender aus der Zukunft
 
Registriert seit: 10.2015
Beiträge: 5
Hallo.

Ja ich bin einer dieser Jungautoren, aber leider nicht hier um mein Buch anzupreisen. Eigentlich ist es so das ich die Foren nutze um herauszufinden was zur Zeit gerne gelesen wird. Damit ich eine Richtung bekomme, natürlich kann ich schreiben was mir einfällt. Aber was interessiert was beschäftigt? Ich bin kein Hellseher. ;) Ich tausche mich gerne aus, höre zu. Und warum auch nicht? Solltet ihr das nicht mögen, ich weiß ja nicht dann würde ich natürlich gehen. ;) Ohne Werbung, ja ich bin Jungautor aber ich weiß ganz genau was für ein Autor ich sein will. Wenn ich groß bin. ;)
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  #10  
Alt 30.11.2015, 20:05
Benutzerbild von Alihadzi
Alihadzi Alihadzi ist offline
Drachentoeter
 
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Ort: Xandoria
Beiträge: 1.280
Mit großem Interesse und tief beeindruckt habe ich Eure Beiträge gelesen – und mich zu meiner Schande stellenweise wiedererkannt...

Wenn man sich zur glücklichen Kategorie der Hobby-Autoren zählen darf, die zwar Geld verdienen wollen, aber nicht unbedingt müssen, dann genießt man zumindest den Luxus, nicht auf der Welle der aktuellen Bestseller schwimmen zu müssen und sich krampfhaft Vampirgeschichten mit viel Biss und Erotik ausdenken. Und wenn man als Hobby-Autor „eigentlich“ nur für sich und seine Liebsten, eventuell noch für den einen oder anderen Fantasy-Fan aus dem Freundeskreis geschrieben hat, hält man doch mit vor Stolz geschwellter Brust das erste gedruckte Exemplar in den Händen und dann, muss ich als Debütant unverhohlen zugeben, schleichen sich schneller als man denkt die „kommerziellen“ Gedanken ein: Werbetrommel rühren! Facebook! Tägliches Googeln nach Pressemitteilungen! Absatzzahlen des Verlags checken! Leserbewertungen suchen! Man verfällt sichtlich in blinden Aktionismus. Und sukzessive melden sich die Befürchtungen: Was, wenn die Rezensionen nicht wie erwartet ausfallen? Was, wenn keiner mein Buch kaufen will? War dann alles umsonst?

EIGENTLICH wollte man schon längst am nächsten Buch arbeiten, Figuren ausarbeiten, den Plot vervollständigen, ABER man fühlt sich wie gefesselt, gelähmt, steckt fest im Sumpf dieser gemischten Gefühle. Und mit der Zeit wächst die Enttäuschung und es folgt die Ernüchterung, weil der „Durchbruch“, den man sich sehnlichst gewünscht hat, nicht kommt. Spätestens dann wird es höchste Zeit, sich wieder an die Zeit des Schreibens zurückzubesinnen. Mit welcher Freude und Euphorie man ans Werk gegangen ist! Wieviel Spaß es den Lesern aus seinem persönlichen Umfelds bereitet hat! Das ist doch genau das, was man sich ursprünglich zum Ziel gesetzt hat, oder? Warum also hat sich jetzt die Einstellung zum Schreiben geändert?
Stolz, Eitelkeit, Hoffnung, Angst vor Misserfolg? Die Fülle der gemischten Gefühle kann für das nächste Projekt durchaus kontraproduktiv wirken, sogar zu Schreibblockaden führen. Ich weiß, wovon ich rede! Auch ich hatte als stolzer Debütant einige Wochen unter diesen Gefühlen gelitten. Bis ich mir wieder in Erinnerung gerufen hatte, wie unbeschwert und anregend die Schreiberei sein kann, wenn man sich von Gedanken über Pressemitteilungen, Rezensionen, Werbung und Einnahmen wieder befreit. Man muss sich zwingen, den Schalter im Kopf umzulegen, was nicht so einfach ist, wie es sich sagt – sonst gäbe es viel mehr Nichtraucher…

Man sollte sich hin und wieder selbstkritisch den Spiegel vorhalten (was Eure Beiträge übrigens hervorragend geleistet haben) und rechtzeitig die Spur wechseln, sich auf das Besinnen, was man wirklich möchte –kreativ und ohne Zwänge Geschichten zu schreiben.
Ich muss zugeben, dass ich beim Stöbern nach einem Fantasy-Forum auch einen Gedanken an die Möglichkeit der Eigenwerbung verschwendete , aber keine Sorge, ich habe rechtzeitig den Schalter in meinem Kopf umgelegt. Schreiben soll nach wie vor eines meiner Leidenschaften und Hobbys bleiben. Erfolg ist schön, aber nicht die eigentliche Triebfeder.

Ich muss an dieser Stelle auch mal ein dickes Lob aussprechen, denn einige der Beiträge, die ich in den letzten Tagen gelesen habe, sind wirklich interessant und lehrreich – und ich lerne noch gerne dazu.

Danke dafür!
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"Logik wird dich von A nach B bringen, Phantasie wohin du willst"
Albert Einstein
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  #11  
Alt 04.02.2016, 19:56
Benutzerbild von Susanne Gavenis
Susanne Gavenis Susanne Gavenis ist offline
Herausforderer der Weisen
 
Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 133
Ich bin seit einigen Monaten das erste Mal wieder hier im Forum, und es freut mich zu sehen, dass Cassandras Thread doch einige zum Nachdenken gebracht zu haben scheint.

So wie es, denke ich, ein wenig Mut braucht, um öffentlich über die eher unschönen Seiten des Bücher-Veröffentlichens zu diskutieren und sich selbst zu Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen zu bekennen, die nicht wirklich werbewirksam sind (so wie Angst vor Ablehnung, Neid auf erfolgreichere Autoren, Verkaufszahlen-Fixierung u.a.), so wichtig ist es m.E., vor sich selbst diese Gedanken und Gefühle einzugestehen, damit man der damit verbundenen Dynamik mit einer bewussten Willensanstrengung entgegenwirken kann.

Gerade weil das Gefühl, mit etwas, in das man viel Herzblut gesteckt hat - so wie den eigenen Roman - , von anderen Menschen abgelehnt zu werden, eine sehr tiefe emotionale und psychische Ebene berührt, ist in meinen Augen kaum ein angehender Autor davor gefeit, diesen Ängsten in die Falle zu gehen. Und was an Verhaltensweisen folgt, wenn man erst einmal von Angst beherrscht wird, ist in immer größerem Maße defensive Verteidigung, um das Gefühl der persönlichen Kränkung nicht noch größer werden zu lassen, als es durch die geringen Verkaufszahlen ohnehin schon ist. Dann werden Zähne und Klauen ausgefahren, um sich gegen die vermeintlich übelwollende Welt zur Wehr zu setzen, und Rezensenten und Amazon-Kunden, die etwas Negatives über mein Buch schreiben (was ja bei Amazon sehr schnell passieren kann und nicht UNBEDINGT etwas Wahres über die Qualität der Geschichte aussagen muss), werden zu persönlichen Feinden, bei denen ich schon gar nicht mehr hinhöre, was sie eigentlich konkret sagen, sondern sofort in den Abwehr-Modus schalte und mich vielleicht mit eigenen aggressiven Kommentaren auf ihre negativen Rezensionen zu rechtfertigen versuche.

Das habe ich selbst ganz am Anfang bei meiner ersten Buchveröffentlichung ebenfalls getan, weil ich gar nicht glauben konnte, wie irgendjemand die vermeintlichen Qualitäten meines Romans derart ignorant übersehen konnte. Ein paar Tage später - mit ein wenig zeitlichem und emotionalem Abstand - war ich dann so peinlich berührt von meiner heftigen Antwort auf jene Amazon-Lesermeinung, dass ich meinen Kommentar beschämt wieder gelöscht habe. Die - in meinen Augen - zutiefst ungerechte und an der Realität vorbeigehende Kundenrezi einfach so unkommentiert stehen zu lassen, hat mich durchaus Kraft gekostet, für mein eigenes Seelenheil war es allerdings zwingend notwendig.

Sich in solchen rechtfertigenden Diskussionen mit Lesern zu verzetteln, führt einen Autor letztlich immer weiter von sich und seiner eigenen Gefühlsrealität weg und macht es zunehmend schwerer, in konstruktiver Weise an den unter seiner selbstgerechten Empörung liegenden Ängsten und Verletztheiten zu arbeiten, auch wenn es sich im ersten Moment anders anfühlen mag und man glaubt, dem anderen die erlittene Kränkung mit gleicher Münze zurückgezahlt zu haben. Das Wissen jedoch, dass man letztlich nur durch seine Angst motiviert war, lässt sich dadurch nicht beseitigen, sondern bestenfalls für eine gewisse Zeit übertünchen, und die Furcht vor der nächsten ablehnenden Lesermeinung wird größer statt geringer werden. Das nagende Gefühl, sich durch die Veröffentlichung seines Romans angreifbar und verletzlich gemacht zu haben, wird weiter im Untergrund schwelen.

Auch hier hilft m.E. nur das konsequente Loslassen der Überzeugung, sich in den Augen anderer in seinem Wert als Autor und als Mensch beweisen zu müssen. Das gelingt aber nur, wenn man den Mut hat, ehrlich in sich hineinzublicken. Der Wunsch eines Autors, von anderen wertgeschätzt und vielleicht sogar geliebt zu werden, ist an sich nichts Verwerfliches, und Verletzungen und Kränkungen, die man aufgrund dieses Wunsches empfindet, sollten nichts sein, für das man sich schämt oder wegen dem man Schuldgefühle haben sollte. Sich diesen Wunsch einzugestehen und mit den Ängsten und Verletzlichkeiten, die damit einhergehen, konstruktiv umzugehen, ist, denke ich, eine Aufgabe, die sich den meisten Autoren stellt. Öffentlich - wie z.B. in Foren - darüber zu reden, ist, wie ich finde, ein guter Weg für jeden Autor, um die eigene Selbstreflektions-Fähigkeit zu stärken und es sich selbst leichter zu machen, seine Ängste anzunehmen und sich gerade durch dieses Annehmen nicht von ihnen beherrschen zu lassen, sondern gesündere Sichtweisen auf seinen Umgang mit seinen Romanveröffentlichungen zu entwickeln (weshalb ich mich freuen würde, wenn noch mehr Autoren hier von ihren persönlichen Erfahrungen erzählen würden).
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  #12  
Alt 05.02.2016, 09:00
Benutzerbild von Alihadzi
Alihadzi Alihadzi ist offline
Drachentoeter
 
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Hm, der Mensch ist schon ein seltsames Wesen... Wenn er etwas mit Herzblut geschaffen hat, will er es dem Rest der Welt zeigen, will beachtet und gelobt werden. Und dann wächst die Angst, dass sein Werk einfach übersehen wird. Doch je mehr Mitmenschen das Werk betrachten, desto größer ist die Chance, negative Kritik einzuheimsen... und davor hat man ebenfalls Angst. Ein Dilemma!

Wohl dem, der nicht von seinen geschaffenen Werken leben muss! Er unterliegt womöglich (oder sehr wahrscheinlich sogar) den gleichen Ängsten bzgl. Nichtbeachtung oder Tadel, aber diese Ängste sind zumindest nicht lebensbedrohlich. Sie kratzen nur am eigenen Stolz, wenn der erhoffte Geldsegen neben den „normalen“ Einkünften ausbleibt und die Amazon-Sternchen sich an zwei Fingern abzählen lassen...

Aber geht das nicht fast allen so? Egal ob Autor, Maler oder Musiker, ob Hobby-Koch oder Hochgebirgskletterer? Es werden oft überdurchschnittliche Leistungen gezeigt, denen man i.d.R. nicht die Würdigung erweist, die sie verdient hätten – zumindest aus Sicht der Akteure. Aber wie sieht's denn in der anderen Richtung aus? Respektieren und würdigen wir denn stets die Leistungen unserer Mitmenschen? Sind wir objektiv geblieben? Oder sind wir so in unserem eigenen Ego verstrickt, dass wir verlernt haben, Lob zu spenden?

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei Dingen, die ich selber recht gut beherrsche, zunehmend kritischer geworden bin, was die Leistungen anderer betrifft. Wenn man dann nicht aufpasst, driftet man ganz schnell ab in die Überheblichkeit. Und dann ist man nicht anders als der Leser, vor dem man sich als Autor fürchtet. Der Leser, von dem man Kopfschütteln oder Ablehnung erntet...
Oh, jetzt komme ich langsam ins Schwafeln und mein armer Hund wartet schon auf's Gassigehen.

@Susanne: ein ehrlicher Beitrag, der wieder einmal zum Nachdenken anregt – danke!
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"Logik wird dich von A nach B bringen, Phantasie wohin du willst"
Albert Einstein
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  #13  
Alt 05.02.2016, 17:38
Benutzerbild von Susanne Gavenis
Susanne Gavenis Susanne Gavenis ist offline
Herausforderer der Weisen
 
Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 133
Ein interessanter und kluger Perspektivenwechsel! In der Tat habe ich bei mir selbst ebenfalls die Tendenz festgestellt, umso ungnädiger und kritischer mit den Leistungen anderer zu sein, je intensiver ich mich mit bestimmten Wissensgebieten auseinandersetze und meine diesbezüglichen Kenntnisse und Fähigkeiten erweitere. Dies ist bzw. war beim Romane-Schreiben so und ebenfalls - was für mich eine sehr bedeutsame Wahrnehmung war - bei meiner Arbeit als Lehrerin in der Schule.

In beiden Bereichen erfordert es für mich eine ständige Achtsamkeit, nicht zu viel von dem, was für mich an Wissen mittlerweile selbstverständlich geworden ist, bei meinen Schülern bzw. bei angehenden Autoren vorauszusetzen, die sich mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen noch in einem Lernprozess befinden, den ich in dieser Form bereits hinter mir habe. Hier hilft mir nur das kontinuierliche Bemühen um einen Perspektiven-Wechsel weg von mir selbst und hin zu dem anderen, damit ich seinen gegenwärtigen Kenntnis- und Fähigkeitsstand nicht aus dem Blick verliere und ungerecht über Dinge urteile, die mir selbst aufgrund langjähriger Übung leichtfallen, für andere hingegen noch neu und unvertraut sind. Ansonsten rutscht einem schnell ein ungeduldiger "Was ist denn daran so schwer?"-Stoßseufzer heraus (bzw. zeigt sich - auch wenn man sich sein Teil lediglich denkt - in seiner Körpersprache), der dem anderen Unrecht tut und ihn demotiviert. Die Grenze zur Überheblichkeit ist hier sicherlich relativ leicht überschritten, wenn nicht aus böser Absicht, so doch aus diesem Gefühl der eigenen Mühelosigkeit heraus, das man nicht mehr genug hinterfragt, wenn man dieselben Leistungen auch von anderen erwartet.

Das Problem bei den brutalen Ein-Sterne-Verrissen auf Amazon ist allerdings, dass die Beziehung zwischen kritisiertem Autor und ungnädigem Leser in der Regel nicht von dem konstruktiven und empathischen Wunsch getragen wird, zu helfen (auch wenn man dabei vielleicht manchmal zu hart urteilt und sich selbst zurückpfeifen muss), damit ein anderer lernt, es besser zu machen, sondern oft lediglich das Bedürfnis des Lesers ausdrückt, den Autor zu verletzen, einfach weil er die Macht dazu hat, und diesen Unterschied spürt man, denke ich, sehr deutlich.

Auch wenn das natürlich nicht die einzige Motivation für negative Rezensionen ist und ich jetzt nicht zu sehr vereinfachen möchte, sind es doch m.E. in besonderem Maße jene oft nur in zwei oder drei lapidaren Sätzen dahingeworfenen Totalvernichtungen des Werkes eines Autors, die die oben erwähnte destruktive Angst-Abwehr-Spirale auf Seiten des Autors wenn nicht ursächlich ins Leben rufen, so doch zumindest mit Energie befeuern und mit dazu führen, dass die Leser in den Augen des Autors zu Feinden werden, mit denen man nicht offen kommuniziert, sondern gegen die man sich verteidigen muss, um nicht gänzlich von ihnen zermalmt zu werden. Wenn eine solche negative Rezension bei dem Autor dann noch auf einen durch Selbstzweifel und eigene biographische Unsicherheiten ohnehin bereits fruchtbar gemachten Boden fällt, entsteht schnell ein Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust, und der Autor fühlt sich mehr wie ein Mobbing-Opfer, das vor Furcht zitternd auf den nächsten feigen Angriff wartet, als wie jemand, der mit seiner eigenen Leistung das Leben anderer auf eine positive Weise zu bereichern vermag - geschweige denn das eigene.

Gerade wenn eine extrem negative Rezension nicht begründet, sondern einfach in den Raum gestellt wird, ist m.E. das Gefühl des hilflosen Ausgeliefert-Seins beim Autor besonders groß, und der Autor reagiert (um es mal angeberisch in der Sprache der Transaktions-Analyse zu sagen) mit seinem verletzten Kindheits-Ich, statt reflektiert mit seinem Erwachsenen-Ich damit umzugehen, weil das in diesem Moment für ihn oft einfach nicht erreichbar ist.

Bei allem empathischen Verständnis für die Seelennöte der armen Autoren möchte ich jetzt allerdings nicht zu einseitig sein. Manche Autoren haben ihre negativen Roman-Verrisse aufgrund ihrer eigenen Inkompetenz und ihrer gegen jede Kritik immunisierenden Hybris mehr als verdient, und wer als Autor DIESEN Anteil an seiner momentanen Erfahrung nicht sehen will und den bösen Lesern die alleinige Schuld zuweist, geht damit ebenso am Wesentlichen vorbei wie ein Autor, der sich nach jeder negativen Meinung über sein Buch innerlich wie ein zerschnittener Regenwurm krümmt und sich selbst für den letzten Abschaum auf der Welt hält.

Da ich gerade merke, dass ich anfange, mich zu wiederholen (was bei Themen, die mir am Herzen liegen, leider schnell passiert), sollte ich lieber aufhören, bevor meine Monologe noch langweilig werden (was der Sache ja wenig dienlich wäre).
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  #14  
Alt 23.11.2016, 14:17
Benutzerbild von Galax Acheronian
Galax Acheronian Galax Acheronian ist offline
Gargoyle
Zauberlehrling
 
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Ja, ich habe den selben Fehler begangen, mich hier unter Fantasyfans zu begeben, und ein wenig mein Buch zu bewerben. Nun ergeht vom Threadersteller der Hinweis, dass dies kein besonders cleverer Schachzug war.

Aber womöglich kann man trotzdem ein wenig "Aufmerksamkeit" erhaschen ohne in die Ecke des nervtötenden abgeschoben zu werden - und sei es nur durch ein wenig Zurückhaltung.
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  #15  
Alt 23.11.2016, 14:22
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Cassandra Cassandra ist offline
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Für sich zu werben ist an sich kein Problem. Melde Dich an, stell' Dich am Marktplatz vor, damit wir wissen, wer Du bist (ist nicht nur höflich,

sondern auch taktisch recht schlau, denn i. d. R. ist man bei sympathischen Leuten eher bereit, mal einen Blick auf deren Roman zu werfen)

und beteilige Dich hin und wieder am Forengeschehen (was diesem bei der aktuellen Flaute sowieso nicht schaden würde).
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Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
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  #16  
Alt 23.11.2016, 14:47
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Valas Valas ist offline
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*Cass zustimm*

Und ansonsten ist ein Link zum Buch oder einer Beschreibung desselben in der Signatur wohl ausreichend, zumindest fürs Erste denn Threads mit Buchvorstellungen sind hier erst wirklich erwünscht, wenn auch ansonsten beständige Aktivität vorhanden ist. Daher sollte es auch vermieden werden, hier immer nur dann rein zu schauen, wenn man ein neues Werk promoten will.
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Lolth will do as she will. I, however,
am loyal to Bregan D'aerthe, and to my city.

Geändert von Valas (23.11.2016 um 14:50 Uhr)
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  #17  
Alt 23.11.2016, 14:49
Benutzerbild von Galax Acheronian
Galax Acheronian Galax Acheronian ist offline
Gargoyle
Zauberlehrling
 
Registriert seit: 11.2016
Beiträge: 109
Danke für die Antworten.

Beitragen kann ich sicher auch was. Ist ja nicht so, dass ich keine Ahnung von Fantasy oder diversen phantastischen Wesen hätte ;)
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  #18  
Alt 21.01.2020, 11:12
frankh frankh ist offline
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Zitat:
Zitat von Cassandra Beitrag anzeigen
...Aber vielleicht gibt dies hier dem einen oder anderen vielleicht einen Denkanstoß und - sollten hier tatsächlich ein paar gute Ratschläge
zusammenkommen - evtl. auch eine neue Richtung die er/sie beim Bewerben des eigenen Romans einschlagen kann.
Nun, ich bin bestimmt kein "Jungautor" mehr, aber für gute Ratschläge bin ich immer dankbar. Bis jetzt habe ich leider den Eindruck, dass die meisten empfohlenen Instrumente, das eigene Buch zu bewerben, nicht funktionieren.

Das gilt für Facebook und die sozialen Medien insgesamt als auch für Buchtrailer und Pressemitteilungen, die keinerlei Echo erzeugen.

Ich hätte den Hinweis auf meinen neuen Roman wahrscheinlich auch hier eingestellt, wenn ich jetzt nicht gelesen hätte, dass dies weder klug noch erwünscht ist.

Aber eine Idee, wie man mehr Leser erreichen könnte, habe ich immer noch nicht...
__________________
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  #19  
Alt 21.01.2020, 11:56
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TKarn TKarn ist offline
Dragon of Chaos
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Zitat:
Zitat von frankh Beitrag anzeigen
Ich hätte den Hinweis auf meinen neuen Roman wahrscheinlich auch hier eingestellt, wenn ich jetzt nicht gelesen hätte, dass dies weder klug noch erwünscht ist.
Leider ist es in den letzten Jahren zur Unsitte geworden, dass Autoren wie Spambots auftauchen, einen: "Kauft mein Buch!"-Post hinterlassen und dann nie wieder gesehen wurden. Das empfinden die meisten hier halt als sehr unhöflich. Wenn sich jemand wirklich für das Forum interessiert, sich ein wenig vorstellt, auf das eine oder andere Thema eingeht und sich einfach am Forenleben beteiligt, dann ist es etwas anderes, wenn er dann auch mal sein Buch vorstellt. Ein Forum ist ein Geben und Nehmen, leider vergessen das viele, weil ja alles so anonym ist.
__________________
But you, you're not allowed.
You're uninvited.
An unfortunate slight.
(Alanis Morisette)
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  #20  
Alt 21.01.2020, 22:08
frankh frankh ist offline
Kobold
 
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Beiträge: 10
Zitat:
Zitat von TKarn Beitrag anzeigen
Leider ist es in den letzten Jahren zur Unsitte geworden, dass Autoren wie Spambots auftauchen, einen: "Kauft mein Buch!"-Post hinterlassen und dann nie wieder gesehen wurden. Das empfinden die meisten hier halt als sehr unhöflich. Wenn sich jemand wirklich für das Forum interessiert, sich ein wenig vorstellt, auf das eine oder andere Thema eingeht und sich einfach am Forenleben beteiligt, dann ist es etwas anderes, wenn er dann auch mal sein Buch vorstellt. Ein Forum ist ein Geben und Nehmen, leider vergessen das viele, weil ja alles so anonym ist.
Na ja, anonym ist es wohl weniger (der Autor hat ja einen Namen), aber natürlich gibt es da unterschiedliche Sichtweisen. Ich hätte es eigentlich als Information gesehen, für die man sich als Forist interessieren kann oder nicht (zumeist vermutlich eher nicht). Aber ein Buch wird nicht dadurch besser, dass der Autor Dutzende oder gar Hunderte Beiträge im Forum geschrieben hat.

Aber ich verstehe natürlich, dass man als Forenbetreiber oder überhaupt aktiver Teilnehmer nicht mit Dutzenden von Buchvorstellungen wildfremder Leute behelligt werdeb will. Im Self-Publishing-Zeitalter ist das leider ein Problem.

So, und jetzt gehe ich weiter Rezensenten suchen.
__________________
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