Thema: Alzheimer
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Alt 06.09.2012, 14:17
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Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
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Ich denke, nur wenn man selbst miterlebt hat, was mit einem Menschen im Zuge seiner Erkrankung geschieht, wie er sich verändert und in welchem Maße er nach und nach seine Würde verliert - naja, nur dann ist man sich der Konsequenzen vermutlich voll bewußt.
In unserer Familie gab es auch einen solchen "Fall" und die letzten eineinhalb Jahre waren sehr schlimm. Trotzdem ist das mit der aktiven Sterbehilfe so eine Sache. Im Grunde sollte die Entscheidung von dem Betroffenen selbst und nicht von dessen Angehörigen getroffen werden. Soweit ich weiß, hat Terry Pratchett im Zuge einer von ihm produzierten BBC-Doku Menschen begleitet, die außerhalb Großbritanniens Ärzte finden wollten, damit diese ihnen helfen, die Sache mit Anstand über die Bühne zu bringen.
Aber wieviele Menschen sind schon bereit, einen so entscheidenden Schritt zu tun, solange es ihnen noch halbwegs gut geht? Und irgendwann ist es dann zu spät ...
Krankheiten, die einen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes um seinen Verstand bringen, sind eines der schlimmsten Dinge, die einem widerfahren können. Für vielseitige Menschen, die sich - wie Terry Pratchett - u.a. über ihre Fähigkeit der Artikulation und des Erfindens komplexer Weltern bzw. Charaktere definieren, muss diese allmähliche Umnachtung umso schwerer zu ertragen sein - vorallem da die Betroffenen sich zumindest am Anfang noch ganz ihrer zunehmenden Defizite bewusst sind.
Im Grunde kann jeder nur hoffen, dass er selbst davon verschont bleibt bzw. im Falle einer Erkrankung den Verlauf so lange wie möglich verzögern kann - oder im Zweifelsfall einen anderen Weg für sich zu finden vermag.

Ich habe lange nichts neues von Pratchett gehört - weiß jemand, wie es ihm aktuell geht?
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