Einzelnen Beitrag anzeigen
  #2  
Alt 06.03.2020, 15:28
Benutzerbild von Cassandra
Cassandra Cassandra ist offline
Abyssus abyssum invocat
Ringtraeger
 
Registriert seit: 02.2012
Ort: Faerûn
Beiträge: 15.029
Leider ist Lovecraft's Gesamtwerk ja eher überschaubar. Auch hat sich erst nach seinem Tod eine treue
Fangemeinde gebildet (wie so oft), weil er zeitlebens nicht wirklich als Autor anerkannt wurde. Zugegeben:
Man könnte durchaus den ein oder anderen Kritikpunkt anbringen, aber Tatsache ist, dass er einen ganz
eigenen Stil und seine ganz persönliche Welt geschaffen hat - man denke da bloß an den Cthulhu-Mythos,
der mittlerweile Kult geworden ist.

"Der Fall Charles Dexter Ward"
ist ja im gleichen Band wie "Schatten über Insmouth", falls Du
die suhrkamp-Ausgabe hast. Hinten steht ein recht schönes Nachwort von Marek Wydmuch, in dem er es
ganz gut auf den Punkt bringt. Beide Geschichten sind klassischer Lovecraft. Das heißt, man bewegt sich
beim Lesen direkt auf seinem Terrain - oder in seinem Kopf, wenn Du so willst. Und da er ein Fan ist von
Metaphern, abstrakten Darstellungen (z. B. [...] und seine Leute waren von der kosmischen Majestät
dieses triefenden Babels alter Dämonen von panischer Furcht ergriffen [...]
- aus Cthulhus Ruf) sowie
der Vermischung von Traum und Realität, kann man leicht auf der Strecke bleiben.
Ich tue mich da auch schwer und habe diese Geschichte ebenfalls nicht am Stück gelesen.

Auch mit einigen Geschichten aus dem Band "Die Katzen von Ulthar" werde ich nicht so recht warm. Bei
"Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath" musste ich wirklich in Stimmung sein. Gelesen
habe ich sie mitten in der Nacht im Schein einer kleinen Funzel. Dann hat's gepasst. ^^ Leider ist diese
Geschichte ja erst posthum veröffentlicht worden und wurde wohl auch nicht überarbeitet.
Was hat Dich denn besonders an dieser Kurzgeschichte gereizt?

Dafür habe ich seine anderen Kurzgeschichten rauf und runter gelesen. Favoriten sind "Die Berge des
Wahnsinns" (man muss sich das wirklich mal vorstellen), "Cthulhus Ruf", "Pickmans Modell", "Der Schatten
aus der Zeit" oder auch "Herbert West - der Wiedererwecker" (die einzige Geschichte mit einem gewissen
Humor - wenn man auf den morbiden Typ steht ^^) usw. Letztere wurde übrigens verfilmt. "Reanimator" -
ist ein Trashfilm, hat aber Kultstatus erreicht. Man kann ihn sogar ansehen, weil er sich nicht so ernst
nimmt.
__________________

Im Feuer steckt der Funke des Chaos und der Zerstörung,
der Samen des Lebens


("Magic")

(Photo: Franz Herzog © 2004)

Geändert von Cassandra (06.03.2020 um 16:23 Uhr)
Mit Zitat antworten